Die Initiatoren: Anschi Hacklinger und Roland Fries von der Wirkstatt Oberland suchen mit Elisabeth Meyer (nicht im Bild) vom AK Energie und Umwelt Möglichkeiten, Carsharing in Weyarn anzubieten.
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Die Initiatoren: Anschi Hacklinger und Roland Fries von der Wirkstatt Oberland suchen mit Elisabeth Meyer (nicht im Bild) vom AK Energie und Umwelt Möglichkeiten, Carsharing in Weyarn anzubieten.

Initiatoren suchen Mitstreiter

„Viele Autos stehen 23 Stunden am Tag rum“: Carsharing in Weyarn geplant

  • Christine Merk
    VonChristine Merk
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Die meisten Autos fahren wenig und stehen viel. In Weyarn suchen der Arbeitskreis Energie und Umwelt und die Wirkstatt Oberland nun Mitstreiter für Carsharing - Mieter und Vermieter.

Weyarn – Dreimal in der Woche zum größeren Einkauf, ab und zu ein Arztbesuch – viele Menschen können auf ein Auto nicht ganz verzichten, nutzen es aber nicht mal täglich. Carsharing bietet hier eine Alternative, die immer beliebter wird. In Weyarn wagen Elisabeth Meyer vom Arbeitskreis (AK) Energie und Umwelt sowie Anschi Hacklinger und Olaf Fries von der Wirkstatt Oberland nun einen Vorstoß. Über einen Aufruf wollen sie herausfinden, wer Interesse hat. Wir haben mit Anschi Hacklinger über die Initiative gesprochen.

Frau Hacklinger, wo sehen Sie die großen Vorteile fürs Carsharing?

Anschi Hacklinger: „Mit Carsharing lässt sich die Nutzung von Autos flexibel gestalten und damit optimieren. Es geht um mindestens zwei Punkte: den Platz, den ein Auto braucht, und die Kosten, die es verursacht. Viele Autos stehen 23 Stunden am Tag herum und werden nur eine Stunde genutzt. Gerade bei Zweitautos ist das oft so, und jetzt, wo viele im Homeoffice arbeiten, ist das noch mehr der Fall. Es geht uns gar nicht darum, Autos abzuschaffen, sondern um Alternativen für flexible Mobilität.“

Ein erster Aufruf im Weyaner Gmoablattl nach Interessierten war schon erfolgreich?

Anschi Hacklinger: „Ja, ein paar Bürger haben sich schon gemeldet, dass sie grundsätzlich Interesse hätten. Wir hoffen, dass jetzt noch ein paar zusammenkommen. Für den Anfang würden schon fünf oder sechs reichen, dann können wir loslegen.“

Wie soll es denn weitergehen?

Anschi Hacklinger: „Es gibt tatsächlich kein fertiges Konzept. Das möchten wir gemeinsam entwickeln. Möglichkeiten gibt’s mehrere. Man könnte sich an eine bestehende Plattform wie Getaround oder Drive anschließen oder etwas Eigenes entwickeln. Wichtig ist, dass Themen wie Versicherung und Kosten vorab geklärt sind.“

„Mit dem Homeoffice bleiben Autos oft ungenutzt“

Wie ist das mit Corona – ein Vorteil oder ein Nachteil?

Anschi Hacklinger: „Ich glaube, dass das Thema Carsharing gerade in dieser Zeit aktuell ist. Mit dem Homeoffice bleiben Autos oft ungenutzt. Außerdem müssen manche Familien doch finanzielle Einschränkungen verkraften, die könnten so entweder Kosten sparen, wenn sie auf ein Auto verzichten, oder ein bisschen was einnehmen, wenn sie ihr Auto vermieten. Wer sich den Verzicht aufs Zweitauto nicht vorstellen kann, kann es ja auch mal für eine gewisse Zeit abmelden und schauen, ob das funktioniert.“

Wo könnten Sie sich ein solches Modell gut vorstellen?

Anschi Hacklinger: „Am leichtesten ist es wohl in Wohngebieten wie am Klosteranger möglich, da viele Menschen nah beieinander wohnen und so die Wege zum Leihauto nicht weit sind. Möglich ist es aber natürlich auch in einem kleinen Gemeindeteil, wo sich mehrere Nachbarn zusammentun.“

Hier gibt‘s weitere Infos

Wer Interesse an der Idee Carsharing in Weyarn hat, egal ob als Mieter oder Vermieter eines Autos, meldet sich per E-Mail unter a.hacklinger@wirkstatt-oberland.de.

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