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Vierbeiniger Held hat richtigen Riecher: Hund Django findet Vermissten (58) im dunklen Mangfalltal

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Von: Andreas Höger

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Franz Meiser und Django (Rettungshundestaffel DLRG Bad Aibling)
Django und sein Herrchen Franz Meiser fanden den Vermissten am 13. Oktober an der Mangfall. © Polizei Holzkirchen

Djangos guter Riecher rettete am Mittwochabend (13. Oktober) womöglich ein Leben: Der Flächensuchhund entdeckte den vermissten Weyarner unweit des Mangfallufers.

Weyarn - Ein glückliches Ende nahm am Mittwochabend (13. Oktober) die groß angelegte Vermisstensuche an der Mangfall im Bereich Thalham (Gemeinde Weyarn). Wie die Polizei mitteilt, war es den Einsatzkräften zunächst nicht gelungen, den seit Mittag vermissten Weyarner aufzuspüren. Klar war zunächst nur, dass der Familienvater sein E-Auto, einen kleinen Transporter, am Wandererparkplatz bei der Wassergewinnungsanlage Thalham der Stadtwerke München in der Reisachstraße abgestellt hatte.

Erlog bei Vermisstensuche in Weyarn: Suchhund mit Herrchen finden Mann in Gebüsch

Es war schon dunkel, als Franz Meiser (50) mit seinem Australian Shepherd Django auf dem Rückweg zum Auto war. „Es war die letzte Runde“, sagt Meiser, der in Dürnbach (Gemeinde Gmund) zu Hause ist. Etwa 1,5 Kilometer flussaufwärts vom Parkplatz, an einem Wanderweg, zog der fünfjährige Rüde plötzlich ins Gebüsch. „Ich hatte ihn an einer 15 Meter langen Schleppleine“, berichtet Meiser.

Und tatsächlich hatte Django den Vermissten gefunden, etwa 50 Meter vom Flussufer entfernt. Der Hund setzte sich vor ihn und bellte, bis sein Herrchen eingetroffen war. Meiser übernahm die Erstversorgung. Der 58-jährige Weyarner war ansprechbar, aber sehr erschöpft, durchnässt und unterkühlt. Die Nacht verbrachte der Gerettete im Krankenhaus. „Er hatte wirklich Glück“, freut sich Meiser, „wir haben ihn auf den letzten Drücker gefunden und niemand weiß, wie er die Nacht überstanden hätte.“ Die Temperaturen fielen auf 0 bis 3 Grad.

Es bestand Gefahr für Leib und Leben des Vermissten

Warum der Weyarner am Mittwochmittag die Wohnung mit unbekanntem Ziel verlassen hat, ist noch unklar. Nach Angaben der Polizei war es noch nicht möglich, mit ihm darüber zu sprechen. Der 58-Jährige gilt als leidenschaftlicher Bergtourengeher, im Auto fanden sich Kletterseile. Nach ersten Erkenntnissen war er im Laufe des Nachmittags im Suchgebiet unterwegs, fand aber nicht mehr zum Auto zurück und reagierte auch nicht auf die Rufe der Suchtrupps. „Wir haben die Suche eingeleitet, weil Gefahr für Leib und Leben des Vermissten bestand“, sagte ein Polizeisprecher.

Im Einsatz waren ab 14.15 Uhr insgesamt etwa 100 Rettungskräfte (DLRG, Wasserwacht, Polizei und Bergwacht) am Boden sowie der Polizeihubschrauber Edelweiß und teilweise auch Christoph 1 von der ADAC Luftrettung. Matthias Schnitzbauer von der DLRG Gmund übernahm die Einsatzleitung, Caroline Amann fungierte als Gruppenleiterin der DLRG. „Wir haben zunächst die Uferbereiche abgesucht“, berichtet Amann. Franz Meiser war da schon dabei, als stellvertretender technischer Leiter Einsatz der DLRG Gmund, allerdings noch ohne Django. Nach zwei Stunden war klar: Jetzt müssen die Hunde ran.

Franz Meiser rief zuhause an, seine Freundin brachte Django ins Einsatzgebiet. Als Rettungshunde-Team gehören die beiden zur gut aufgestellten Rettungshundestaffel der DLRG Bad Aibling. „Ich war also in Doppelfunktion im Einsatz“, sagt Meiser. Erst vor einer Woche hatte Django die Prüfung bestanden, es war sein erster scharfer Einsatz - in einem Jahr, das für den Hund sehr unglücklich begann.

Djangos Karriere stand bereits auf der Kippe

Ausgebildet ist der Australian Shepherd als Flächen- und Trümmersuchhund, zudem ist er Spezialist für Wasserortung. „Wir trainieren zwei bis dreimal die Woche“, sagt Meiser. Zurückgeworfen wurde Django im Frühjahr von einer schweren Verletzung nach einem unglücklichen Sprung; er musste Gips tragen und war viele Wochen außer Gefecht. „Es stand sogar auf der Kippe, ob er überhaupt wieder als Rettungshund eingesetzt werden kann“, berichtet sein Herrchen.

Django aber war einsatzbereit am Mittwoch, wenige Tage nach der Prüfung. Er bekam sein Einsatzgeschirr angelegt, mit Leuchthalsband, Glocke und Reflektoren. „So eine Suche ist immer Teamwork“, betont Meiser. Einige Dutzend Hunde waren an diesem Nachmittag eingesetzt. Die Mantrailer-Hunde fanden die Spuren des Vermissten direkt vom Parkplatz weg und zeigten damit an, in welche Richtung dieser abgewandert ist. „Es war wichtige Vorarbeit geleistet“, berichtet der Dürnbacher.

Trotzdem: Django war der Held des Abends, gefeiert vom gesamten Rettungsteam, für das der Erfolg als große Motivation wirkt, weiter zu trainieren. „Zuhause hat er Leckerlis bekommen, die es sonst nicht immer gibt“, berichtet sein stolzes Herrchen. Am Donnerstag ruhte sich Django erst einmal aus. „So eine Suche ist anstrengend für das Tier“, sagt Meiser, „er ist heute sehr müde und schläft viel.“

„Das passiert in der Regel nur einmal in der Karriere“

Für ein Rettungshund-Team sei es das höchste der Gefühle, tatsächlich einen Vermissten zu finden und womöglich ein Leben zu retten. „Das passiert in der Regel nur einmal in der Karriere“, betont Meiser, der am Montag auch in Tschechien war, als dort im Böhmerwald nach der vermissten Julia (8) gesucht wurde. Django war da auch dabei, aber nicht im Einsatz.

Am Mittwoch waren an der Mangfall über 100 Rettungskräfte im Einsatz, darunter 35 Polizeibeamte, etwa 25 Wasserretter der Wasserwachten aus dem Landkreis und Bad Aibling sowie der DLRG Gmund, zudem die DLRG Bad Aibling mit der Rettungshundestaffel, Polizeihunde, die DLRG Tegernsee, das Bergwacht-Technikteam aus Hausham, die Bergwacht-Suchhunde Hochland, die BRK-Rettungshunde Miesbach, die Johanniter Rettungshunde Rosenheim sowie die BRK-Bereitschaften Verpflegung aus Hausham und Holzkirchen.

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