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Startschuss für das BoulderZ: Zum Baubeginn trafen sich der Fördervereins-Vorsitzende Andreas Huber (2.v.r.), sein Stellvertreter Sebastian Huber (l.), Klaus Gruber von der ausführenden Zimmerei (2.v.l.) und Bürgermeister Leonhard Wöhr.

Baubeginn für Boulderhalle

Gipfelsieg auf der Galerie

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Weyarn- Bouldern boomt. Der kleine Bruder des Sportkletterns geht steil – und bekommt in Weyarn einen neuen Hotspot. Im Herbst eröffnet das BoulderZ, neben der Kletterhalle KletterZ.

Bauherr ist der Förderverein Kletterzentrum Aufwärts, der im November 2015 sein erstes Ziel erreichte: Das große Kletterzentrum am Weyarner Weiglfeld startete seinen Betrieb – und setzte zum erhofften Höhenflug an. „Es ist wirklich sehr gut angelaufen“, sagte Vereinsvorsitzender Andreas Huber am Dienstag beim ersten Spatenstich für das BoulderZ, „deswegen wollen wir mit der Boulderhalle nicht länger warten.“ 

Aus einem Umkreis von 50 Kilometern kommen die Kletterer nach Weyarn. „Es sind auch viele Touristen dabei“, sagt Kirsten Huber, die Mutter des Fördervereinsvorsitzenden und Geschäftsführerin der GmbH, die einen Großteil der Halle vom Verein gepachtet hat. „Wir haben hier jede Woche über 120 Kinder“, sagt Huber. 35 Mitarbeiter, darunter zwei fest Angestellte, kümmern sich um die Kletterer. Zwischen Rosenheim und München hat sich das KletterZ einen festen Stand erarbeitet. „Auch Einheimische kommen gerne“, weiß Bürgermeister Leonhard Wöhr. 

Nur etwa ein Viertel der Gäste seien ambitionierte Wettkampf-Sportler, „die allermeisten sind Freizeitkletterer“, sagt Huber. Die Kletterer wissen die anspruchsvollen Routen auf bis zu 15,30 Meter Höhe zu schätzen. Noch mehr Zulauf finden die maximal 4,50 Meter hohen Boulder-Steige. An guten Tagen, sagt Andreas Huber, seien 20 bis 30 Leute am Bouldern. „Da ist hier drin richtig was los.“

250 Quadratmeter dafür gibt es bereits im KletterZ. Jetzt bekommt das seilfreie Bouldern eine eigene Halle: Auf 500 Quadratmetern sind unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade geplant. In der 7,50 Meter hohen Halle verteilen sich die Routen auf eine Höhe von bis zu vier Metern. Wer seine Route schafft, kann auf einer Galerie aus-toppen, sprich: seinen Gipfelsieg besser genießen anstatt wieder absteigen oder auf die dicken Matten abspringen zu müssen. Selbst das trendige Parkour kann man ausprobieren: Dabei „läuft“ der Sportler an der Wand mithilfe spezieller Tritt-Elemente. 

Der sportliche Kick ist das eine. Der Förderverein will Klettern und speziell Bouldern aber verstärkt als Fitnessbringer, ja sogar als soziales Integrationsprojekt und Therapieform einsetzen. In der bestehenden Halle gibt es dafür spezielle Räume. „Bouldern und Klettern kann jeder“, sagt Andreas Huber, „unser bisher ältester Gast war 86 Jahre alt und ist bis auf neun Meter rauf.“ Menschen mit Behinderungen können hier frischen Lebensmut schöpfen – auch indem sie dank spezieller Technik selbst Kletterer sichern können. Demnächst startet in Weyarn das auf drei Jahre angelegte Projekt „Bouldern gegen Depressionen“, für das der Förderverein mit der Universität Erlangen kooperiert. „Es gibt viele therapeutische Ansätze“, sagt Huber.

Dass der Verein hier auf sozialer Ebene Pionierarbeit leisten will, honoriert die Oh-Do-kwan-Stiftung von Ludmilla Pankhofer und Carl Wiedmeier. Laut Huber übernimmt die Stiftung gut die Hälfte der BoulderZ-Baukosten, die sich auf gut 500 000 Euro belaufen. Auch beim Bau der KletterZ-Halle, die laut Huber rund 2,7 Millionen Euro kostete, hat die Stiftung geholfen. Staatliche Zuschüsse gibt es nicht.

Das Grundstück (3200 Quadratmeter) hatte der Verein von der Gemeinde erworben. Die Boulderhalle wird, wie der große Bruder nebenan, als Holzständerbau ausgeführt. „In Weyarn haben wir die größte aus Holz gebaute Kletterhalle Bayerns“, sagt Andreas Huber. Den Auftrag für den Neubau erhielt erneut die Haushamer Zimmerei Klaus Gruber. Im Oktober oder November, rechtzeitig zur Wintersaison, soll der Betrieb starten. (avh)

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