Ein Baum traf auf dem Weg zu einem Einsatz das einzige Fahrzeug der Feuerwehr Holzolling.

Es ist das einzige Fahrzeug

Baum kracht auf Fahrzeug - jetzt kann Feuerwehr nicht mehr ausrücken 

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Sie waren auf dem Weg zu einem Einsatz, als ein Baum auf ihr Fahrzeug krachte. Jetzt können die Einsatzkräfte der Feuerwehr nicht mehr ausrücken.

Holzolling – Eigentlich war die Freiwillige Feuerwehr Holzolling Montagnacht auf dem Weg zu einem Lastwagen, der wegen Schneebruch feststeckte. Den Weg zum Einsatzort über die MB 17 musste sich die Einsatzkräfte allerdings selbst freischneiden. Umgestürzte Bäume blockierten die Fahrbahn am Holzollinger Berg. Also machten sie sich mit Kettensägen und Äxten ans Werk – bis der Einsatz ein jähes und äußerst gefährliches Ende fand. Ein lautes Knacken im dunklen Unterholz kündigte das Unheil an. Wenig später, berichtet Kommandant Josef Rybczynski, der selbst im Einsatz war, brach ein Baum unter der Schneelast ein und krachte auf das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.

Die gute Nachricht: Keiner der Feuerwehrler wurde verletzt. Sie waren weit genug weg. Die schlechte Nachricht: Das Tragspritzenfahrzeug (TSF) ist so stark beschädigt, dass es nicht mehr einsatzbereit ist. Mit eingedrückter Fahrerkabine steht es derzeit im Feuerwehrhaus.

Ärgerlich, aber reparabel: Ein umstürzender Baum hat das Fahrzeug der Feuerwehr Holzolling schwer beschädigt.

Der Schaden ist doppelt ärgerlich. Das TSF ist noch keine eineinhalb Jahre alt. Im Oktober 2017 hat die Wehr es feierlich eingeweiht. „Das ist das neueste Fahrzeug, dass wir uns geleistet haben“, sagt Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr. Knapp 140 00 Euro habe es gekostet, ohne Ausrüstung. Den Löwenanteil finanzierte die Gemeinde, der Feuerwehrverein steuerte 23 000 Euro bei.

Eine Neuanschaffung wäre angesichts der Kosten und der langen Bestellzeiten für Feuerwehrfahrzeuge nun wohl der GAU; sie ist glücklicherweise aber nicht notwendig. Ein Gutachter, erzählt Wöhr, hat inzwischen festgestellt, dass der Schaden am TSF zu reparieren ist. Für die Kosten der Instandsetzung komme die Versicherung auf. Wie teuer die Reparatur wird und vor allem wie lange sie dauert, sei derzeit noch nicht abzusehen. Das abschließende Schadensgutachten liegt noch nicht vor.

Für die Feuerwehr Holzolling bedeutet das eine Zwangspause: Denn solange das Fahrzeug nicht repariert ist, kann sie nicht zu Einsätzen ausrücken. „Wir fallen für die nächste Zeit aus“, sagt Kommandant Rybczynski. Ein zweites Fahrzeug hat die Wehr nämlich nicht. Und Ersatz lässt sich im Landkreis nicht auftreiben. Das hat Kreisbrandrat Anton Riblinger sofort abgeklärt, als er von dem Unfall gehört hat. „Die beiden Fahrzeug, die in Frage gekommen wären, sind ausgeschlachtet oder wurden gerade verkauft“, erklärt er.

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Sorgen muss sich rund um Holzolling nun allerdings niemand machen, dass im Notfall keine Rettung kommt. Bis die örtliche Wehr, genauer: das TSF, wieder einsatzbereit ist, rücken laut Kreisbrandrat interimsweise die umliegenden Feuerwehren Sonderdilching, Weyarn und Feldkirchen-Westerham aus. Die Integrierte Leitstelle in Rosenheim sei entsprechend instruiert. Der Kreisbrandrat betont aber auch: „Das ist keine Lösung für längere Zeit.“ Nach einer solchen Lösung müsse die Gemeinde suchen, je nachdem wie lange das Fahrzeug ausfällt.

Bei allem Ärger über das kaputte TSF ist Bürgermeister Wöhr froh, „dass niemandem was passiert ist“, sagt er. „Blech lässt sich reparieren.“ Für ihn beweist der Vorfall einmal mehr, dass Einsätze nicht nur für Betroffene gefährlich sind, sondern auch für diejenigen, die zur Hilfe eilen: die Einsatzkräfte der Feuerwehr.

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fp

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