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„Das ist der größte Brocken“: Die Fahrbahn am Schmiedberg ist marode. Ein Vollausbau würde 450.000 Euro kosten, die Gemeinde will eine günstigere Variante.

Prioritätenliste im Gemeinderat 

Weyarn: Diese Straßen werden saniert

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Weyarn - Marode Straßen gibt es viele, doch das Geld ist begrenzt. Ein Kataster soll in Weyarn nun regeln, welche Straßen Priorität genießen.

Die Gemeinde Weyarn besteht aus über 20 Dörfern, Weilern und Einöden. Diese werden durch viele Straßen erschlossen und verbunden, die sich nicht alle im besten Zustand befinden. Wie berichtet, reservierte der Gemeinderat heuer rund 800.000 Euro für Straßenunterhaltsmaßnahmen. Auch wenn die Umsetzung größtenteils erst 2017 ansteht. Doch um diese Summe buhlen viele marode Straßen im gesamten Gemeindegebiet.

Um das Geld gerecht und sinnvoll zu verteilen, richtete die Gemeinde – nach Beschluss des Gemeinderats – ein Kataster ein, das die Pflegemaßnahmen und Instandhaltungen priorisiert. Ein Ingenieurbüro hatte eine Bestandsaufnahme der Gemeindeverbindungs- und Ortsstraßen erstellt. Insgesamt nahm es 84 Straßen unter die Lupe. Mit den Ergebnissen beschäftigte sich jetzt der Gemeinderat in seiner Sitzung.

Vorweg gibt es einige Punkte zu beachten: „Die Verkehrssicherheit hat dabei oberste Priorität“, erklärt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) auf Anfrage. Die Ausschreibungen sollen im Winter erfolgen, um günstigere Preise zu erzielen. Die Bauarbeiten können dann im Frühjahr starten. Bei einzelnen Straßen will die Gemeinde die Möglichkeit ausloten, Zuschüsse zu bekommen. Dazu sei eine gemeinsame Besichtigung mit dem Straßenbauamt Rosenheim nötig. „Die Umsetzung ist in diesen Fällen meist erst ab 2018 möglich“, sagt Wöhr.

Grundsätzlich müsse man zwischen turnusmäßigen Unterhaltsmaßnahmen – wie beispielsweise Schächte reinigen und Bankette pflegen – sowie aufwendigeren Sanierungsmaßnahmen unterscheiden. Der Straßenausschuss hatte empfohlen, einen festen jährlichen Posten für den Unterhalt im Haushalt einzustellen. Fortan sollen hierfür laut Wöhr gut 100.000 Euro dienen.

Ein besonders heikles Unterfangen ist der Schmiedberg in Weyarn. „Das ist der größte Brocken“, sagt Wöhr. Ursprünglich hatte man hier einen teuren Vollausbau für rund 450.000 Euro ins Auge gefasst – und wegen der hohen Kosten wieder verworfen. „Hier hätte auch eine Umlegung auf die Anwohner gedroht“, erklärt Wöhr. Jetzt fokussiere die Gemeinde eine günstigere Sanierung für gut 300.000, bei der die Anrainer verschont bleiben. Hierbei sollen die Ortsstraßen am Schmiedberg Ost-West und Nord-Süd die fehlende Feinschicht bekommen.

Nicht ganz billig wird die Deckschicht für die Esterndorfer Straße in Holzolling, hier werden gut 150 000 Euro fällig. Idealerweise sollen hier gleich die Pflegemaßnahmen für den Waldweg in Holzolling miterledigt werden.

Eine neue Trag- und Deckschicht gibt es ferner für die Riedstraße (ab Einmündung der Kreisstraße) bei Großseeham. Kostenpunkt: knapp 75.000 Euro. Rund 30.000 Euro kostet die Sanierung der Reisachstraße bei Thalham nach der Bahnunterführung bis zur Kreisstraße. Schadstellen werden repariert, eine neue Deckschicht kommt drauf.

Davon abgesehen bekommt das Waldstück der Gemeindeverbindungsstraße Gotzing nach Aigner 2017 eine neue Deckschicht, was circa 80.000 Euro kostet. Für das circa 1850 Meter lange Teilstück außerhalb des Walds will das Rathaus prüfen, ob Zuschüsse fließen – daher wird dieser Bereich zurückgestellt und 2018 wiedervorgelegt. Der Gemeinderat stellt ebenfalls den Arnhofer Weg West in Naring hinten an, um Fördermittel zu prüfen. Gleiches gilt für die Straße zwischen Mittenkirchen und Kleinhöhenkirchen sowie die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Fentbach und Berg. Warten muss auch die Gruber Straße ab dem Waldstück bis zur Mangfallbrücke, die eine Sanierung benötigt (150.000 Euro). Weyarn hofft auf eine gemeinsame Aktion mit der Gemeinde Valley, die ihren Teil der Straße ebenso 2017 herrichten wolle. Vielleicht könnten so interkommunale Zuschüsse fließen. Vorläufig soll eine Geschwindigkeitsbeschränkung helfen. „Die Straße ist in einem sehr schlechten Zustand“, meint Wöhr.

Am Ende stimmte der Gemeinderat für diese Vorgehensweise der Straßensanierungen.

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