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Hier in der Nähe könnten bald Gewerbe entstehen: Autobahnausfahrt Weyarn.

Ist jetzt Gewerbe an der A8 möglich?

Weyarn freut sich über Söders gelockerte Bauordnung

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Weyarn – Viele sehen dem gelockerten Anbindegebot für Gewerbe-Neubauten, das Heimatminister Markus Söder (CSU) plant, mit Schrecken entgegen. Weyarn freut sich.

Das Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) ist das fachübergreifende Zukunftskonzept der Bayerischen Staatsregierung für die räumliche Ordnung und Entwicklung des Freistaats. Darin werden landesweit raumbedeutsame Ziele und Grundsätze getroffen. Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) erklärt das so: „Es ist das oberste Planwerk, das die Staatsregierung für Bayern herausgibt.“ Eine Stufe drunter komme dann die Regionalplanung ins Spiel und schließlich die Flächennutzungspläne einer Kommune.

Jetzt musste der Gemeinderat Weyarn in seiner Sitzung Stellung beziehen zum Anhörungsverfahren zur Teilfortschreibung des LEP. Heimatminister Markus Söder (CSU) hatte in der Vergangenheit angekündigt, mit den darin enthaltenen Neuerungen die Landesentwicklung flexibler, dezentraler und regionaler zu gestalten.

Wöhr ging auf einige wesentliche Änderungen im neuen LEP ein. Demnach werde das Anbindegebot gelockert. Dieses besagt, dass Gewerbe- und Industriegebiete nicht frei in der Landschaft stehen dürfen, sondern an eine Siedlung angebunden sein müssen. Künftig gelten Ausnahmen auch für Gewerbegebiete unter anderem an Ausfahrten von Autobahnen. „Dieser Punkt wäre für uns relevant“, meinte Wöhr. Rein theoretisch hätte die an der A 8 gelegene Gemeinde dann sogar bessere Chancen, mehr Gewerbe anzusiedeln. „Da sind die Hürden dann niedriger.“ Was aber nicht heiße, dass Schutzgebiete, von denen die Gemeinde bekanntlich umzingelt ist, dann plötzlich keine Rolle mehr spielen.

Eine Chance, im LEP jemals als zentraler Ort und damit in ein spezielles Fördersystem aufgenommen zu werden, habe die kleine Gemeinde Weyarn wohl nicht, meinte der Bürgermeister. Dieses Privileg als Mittelzentrum genießen zum Beispiel die Nachbarn Holzkirchen und Miesbach. Und diese Orte haben laut Wöhr damit mehr Entwicklungsmöglichkeiten sowie eine bessere Aussicht auf mehr Gelder beziehungsweise Schlüsselzuweisungen.

Chancen für Weyarn hingegen wittert der Bürgermeister an anderer Stelle. Seine Gemeinde könnte als Raum mit besonderem Handlungsbedarf höhere Zuschüsse abgreifen, hofft er. Als Argument für die Aufnahme in den Kreis dieses Fördersystems will Wöhr dabei die vergleichsweise niedrige Gewerbesteuer seiner Gemeinde heranziehen. Die daraus resultierenden Zuschüsse wiederum könnte die Weyarner Feuerwehr gut gebrauchen, weil sie wegen ihrer Lage viele Einsätze an der Autobahn zu bewältigen hat. Dafür sei zum Beispiel eine bestimmte Ausstattung erforderlich, die Geld kostet. Im Landkreis Miesbach zum Beispiel sei Hausham angesichts des geschlossenen Bergwerks ein Raum mit besonderem Handlungsbedarf.

Infolgedessen schlug Wöhr vor, in der Stellungnahme der Gemeinde zum LEP einen Antrag mitzuschicken, in dem Weyarn um eine Anerkennung als Raum mit besonderem Handlungsbedarf bittet. Ernst Weidl (UWG) war der Ansicht, dass die Gemeinde das auf jeden Fall probieren, aber gut begründen sollte. Betty Mehrer (SPD) fragte, ob es dann „Einschränkungen auf anderer Seite gebe“. Wöhr verneinte. Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig, dem Vorschlag des Bürgermeisters zu folgen.

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