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Ein Nachmittag als Dankeschön: Beim Neujahrsempfang würdigte Bürgermeister Leonhard Wöhr die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde. 150 von ihnen waren in die Grundschulaula eingeladen.

Neujahrsempfang Weyarn

Gegen die „Vollkasko-Mentalität“: Bürgermeister wirbt für mehr gesellschaftliches Engagement

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Beim Neujahrsempfang in Weyarn warb der Bürgermeister für mehr gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein - und kritisierte die „Vollkasko-Mentalität“ vieler Menschen.

Weyarn – Der Weihrauch waberte bereits durch die Aula der Weyarner Grundschule. Erst kaum merklich, dann immer intensiver. Nachdem der Neujahrsempfang der Gemeinde traditionell am Dreikönigstag stattfindet, standen die Heiligen aus dem Morgenland schon im Hintergrund bereit. Doch sie mussten auf ihren musikalischen Einsatz noch etwas warten.

Vorne, am Rednerpult, befand sich Bürgermeister Leonhard Wöhr in den letzten Zügen seiner Ansprache. Einer Ansprache, in der er nicht nur viele lobende Worte für all die Ehrenamtlichen fand, die sich für das Gemeinwohl im Ort engagieren, sondern auch mahnende und nachdenkliche Töne anschlug. Solche, die nicht zum abschließenden Weihrauchduft und dem besinnlichen Ständchen der Sternsinger passten.

„Denen werden wir es schon zeigen! Die haben keine Ahnung“, polterte Wöhr eingangs. Diese exemplarischen Unmutsäußerungen würden Vereinsvorständen wie Politikern immer häufiger entgegengeschleudert. „Dahinter steckt eine Vollkasko-Mentalität – und zwar eine ohne Selbstbeteiligung, eine Weltanschauung, die nur andere für jeden Ärger verantwortlich macht“, erklärte der Rathauschef.

Als Beispiel führte er den Klimawandel an. Jedem sei der dringende Handlungsbedarf bewusst. Gut, fast jedem. Denn sogar einzelne Staatschefs würden Klimaziele negieren oder sie für unnötig erklären. Ein Schelm, wer dabei an US-Präsident Donald Trump dachte. Der Mehrheit sei jedoch bewusst, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. Sie mahne es gar an. Sagen und handeln seien allerdings zwei paar Stiefel. Die Umsetzung liegt laut Wöhr aber bei jedem Einzelnen. „Wenn jeder für sich überlegt, was er beitragen kann, dann geht etwas voran“, betonte er. Seine Gemeinde nahm er damit ebenfalls in die Pflicht. Bis 2025 sollen alle Haushalte Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen. Dem Ziel hinkt man laut dem Arbeitskreis Energie hinterher, weswegen ein eigener Ausschuss gegründet wurde, um es zu forcieren.

Wöhrs einleitende Worte waren durchaus als Appell zu verstehen. Für mehr gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Für (noch) mehr Engagement. Denn die Klostergemeinde lebt eben jenes Engagement aus Sicht ihres Bürgermeister schon vorbildlich vor. Feuerwehren, 13 gemeindliche Arbeitskreise von Garteln bis Dorfleben und unzählige Ehrenamtliche in Vereinen und Organisationen. Gut 150 von ihnen waren zum Neujahrsempfang geladen. Bei ihnen bedankte sich Wöhr stellvertretend: „Sie gehören nicht zur Gattung Mensch, die schimpft, sondern selbst anpackt, wo es nottut.“ Kontinuierlich und ganz selbstverständlich. „Und gerade das ist der tragende Unterbau der Gemeinde Weyarn, der uns so liebens- und lebenswert macht“, lobte der Bürgermeister. Wohlklingende Worte, bevor die Heiligen Drei Könige ihr Lied singen durften.

fp

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