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Das ganze Dach der Stiftskirche St. Peter und Paul in Weyarn muss wohl neu gedeckt werden. Pater Michael hofft, dass das Unterdach nicht betroffen ist.

Sanierung wird mehrere Millionen kosten

Weyarn Kirche braucht neues Dach - es wird richtig teuer

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Morsche Bretter, Feuchtigkeit im Inneren: Die Weyarner Stiftskirche braucht ein neues Dach, auch am Kreuzgang sind Reparaturen nötig. Jetzt ist klar: Die Sanierung wird mehrere Millionen kosten.

Weyarn – 327 Jahre ist die Stiftskirche St. Peter und Paul in Weyarn alt, 1693 wurde sie – damals als Klosterkirche – neu erbaut. Das Dach ist deutlich jünger. Erst in den 1970ern wurde es neu aufgesetzt. Jetzt steht die nächste Reparatur an. „Die Holzschindeln sind durch“, erklärt Pater Michael de Koninck.

Bemerkt habe er die Probleme am Dach bereits bei seiner Einführung als Leiter des Pfarrverbands Weyarn vor knapp eineinhalb Jahren. „Mir ist aufgefallen, dass die Schindeln von außen auf einer Seite voller Moos waren“, erinnert er sich. Ein Termin mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim im vergangenen Dezember bestätigte die Befürchtung: Das Dach hat das Ende seines Lebenszyklus‘ erreicht.

Das Dach der einstigen Klosterkirche ist marode

„Sie haben festgestellt, dass die Dachschindeln morsch sind“, sagt Pater Michael. Die eindringende Feuchtigkeit wird aktuell noch vom Unterdach abgefangen. Wie es um die Balken des Unterdachs bestellt ist, sei derzeit noch nicht abschätzbar. Hierfür müsste das Dach erst geöffnet werden. „Ich gehe davon aus, dass es ganz gut aussieht“, gibt sich der Pater optimistisch.

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Zu dem kaputten Dach gesellen sich undichte Regenrinnen. Offenbar hat das aus den Dachschindeln austretende Harz eine chemische Reaktion an den Kupferrohren ausgelöst, sodass diese komplett durchlöchert sind. Als Notmaßnahme habe man die Löcher verschlossen, so soll das Mauerwerk vor der Feuchtigkeit geschützt werden. Geplant ist, Dachrinnen und Fallrohre gemeinsam mit dem Dach neu anzubringen.

Sanierung an St. Peter und Paul kostet Millionen

Eine erste Kostenprognose für die beiden Maßnahmen sowie einige kleinere Reparaturen in der Kirche beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro. „Das ist nur eine grobe Schätzung“, sagt Pater Michael. Heißt auch: Sollte das Unterdach ebenfalls beschädigt sein, könnte es deutlich teurer werden.

Den gesamten Betrag muss die Pfarrei Weyarn aber nicht stemmen. Da ein Teil der Kirche als Staatsbaulast in Verantwortung des Staats liegt, rechnet Pater Michael mit einem Eigenanteil von etwa zehn Prozent. Das wären noch immer rund 350 000 Euro. Viel Geld für eine kleine Pfarrei wie Weyarn – vor allem, da im November 2018 erst das neue, 3,1 Millionen Euro teure Pfarrheim eingeweiht wurde. „Wir haben keine großen Rücklagen“, sagt Pater Michael mit Blick auf den Eigenanteil von 140 000 Euro am Pfarrheim.

Der Finanzierungsplan steht noch nicht

Um den Anteil an der Reparatur des Daches stemmen zu können, will die Pfarrei heuer gemeinsam mit dem Ordinariat in München einen Finanzierungsplan erarbeiten. Ein Teil seien Spenden der Gläubigen, sagt Pater Michael. Beim Neujahrskonzert am vergangenen Sonntagwurden erstmals Spenden für die Reparatur gesammelt.

Noch unklar ist, ob die Pfarrei auch für Ausbesserungen am Kreuzgang aufkommen muss. „Es ist umstritten, ob er eine Staats- oder Kirchenbaulast ist“, erklärt Pater Michael. Die dort nötigen Arbeiten schlagen mit etwa 300 000 Euro zu Buche.

Baubeginn? Noch unklar 

Mit dem Baubeginn am Dach rechnet Pater Michael frühestens im nächsten Jahr. Bis dahin sollen auch denkmaltechnische Fragen – etwa, ob das Dach ursprünglich aus Holz oder einem anderen Material errichtet worden ist – geklärt sein. Sollte eine weitere Untersuchung allerdings zeigen, dass die Schäden noch größer sind als bisher angenommen und die Sicherheit der Kirchgänger gefährdet sein könnte, könnte auch schon früher begonnen werden.

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