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Schluss-Etappe auf dem Klosteranger: Beim Spatenstich versammelten sich (v.l.) Johann Walser,Geschäftsleiter der Gemeinde, Bürgermeister Leonhard Wöhr, Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier, Projektleiterin Karin Drexler, Quest-Chef Max von Bredow und Baumanager Peter Brandner.

Erster Spatenstich

Klosteranger: Jetzt werden die letzten 22 Häuser gebaut

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Der Bau des Weyarner Quartiers „Wohnen am Klosteranger“ geht auf die Zielgerade: Gestern war Spatenstich für den letzten Bauabschnitt. Weyarner haben ein Vorkaufsrecht für die 22 Häuser – die nicht gerade ein Schnäppchen sind.

Weyarn Geölte Eichenböden, bodentiefe Fenster und viel Grün: Wer eines der 18 Reihenhäuser oder der vier Doppelhäuser kaufen will, die Ende 2020 bezugsfertig sein sollen, muss tief in die Tasche greifen. 730 000 Euro kosten die Reihenhäuser mit 125 Quadratmetern Wohnfläche. Für eine Doppelhaushälfte (140 Quadratmeter) müssen Käufer bis zu 925 000 Euro hinblättern.

Max von Bredow, Vorstandsvorsitzender des Immobilienentwicklers Quest, weiß sehr wohl, dass das teuer ist. „Die Marktlage ist angespannt, die Materialpreise sind hoch.“ Allein für Baustahl habe man 250 000 Euro mehr ausgeben müssen als noch im Jahr 2016. Damals hatte Quest die ersten 23 Reihen- und Doppelhäuser auf dem Weyarner Klosteranger gebaut. Als die Gemeinde und Quest vor zehn Jahren mit der Planung begonnen hatten, waren noch Einfamilienhäuser angedacht. „Aber die sind auch in Weyarn kaum noch erschwinglich“, sagt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU).

Der Spatenstich am Montag markiert den Beginn des sechsten – und letzten – Bauabschnittes auf dem 65 000 Quadratmeter großen Areal. 2013 hatte Quest im ersten Bauabschnitt 38 Wohneinheiten im sogenannten Prälaturhof des alten Klosters gebaut, die denkmalgeschützte Klosterbrauerei und das Bürgergewölbe renoviert und die Ortsmitte neu gestaltet. 

Im zweiten Abschnitt errichtete das Unternehmen die ersten fünf Mehrgenerationenhäuser mit insgesamt 50 Wohnungen. Es folgten im Jahr 2016 Reihen- und Doppelhäuser, 2017 der Baubeginn des Supermarkts und 2018 zwei weitere Mehrgenerationenhäuser mit 20 Wohnungen. Die sind voraussichtlich im Oktober bezugsfertig – und bereits verkauft. „Anfangs hieß es, auf dem Land braucht man keine Wohnungen“, sagt Wöhr, „aber genau das Gegenteil ist der Fall. Sie sind enorm gefragt.“ Nicht zuletzt, weil sie günstiger seien als Häuser.

Fast die Hälfte der Gesamtfläche bleibt in kommunaler Hand. Die Gemeinde ließ Fußwege und Grünflächen anlegen, damit der Klosteranger für jedermann zugänglich ist und mit dem alten Weyarn zusammenwächst. Bis Ende des Jahres sollen ein Spielplatz, ein Steinlehrpfad und der Fußweg fertig sein, der die Ortsmitte mit dem Supermarkt verbindet.

Etwa 300 Menschen werden im neuen Quartier einmal wohnen. Eine Herausforderung für die Infrastruktur? „Wir sind mit drei Kindertageseinrichtungen sehr gut ausgestattet, haben anfangs über unseren Bedarf hinaus geplant“, sagt Weyarns Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier (SPD).

Einen Monat lang haben jetzt Weyarner ein Vorkaufsrecht. Dann sind zwei Wochen lang Mitarbeiter von Firmen im Landkreis am Zug – eine Initiative der Standort-Marketing-Gesellschaft (SMG) sowie des Unternehmerverbands. Was dann noch übrig ist, wird frei verkauft.

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