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In Weyarn wird derzeit scharf geschossen.

Wird im Landkreis getestet

Modellversuch gut angekommen: Steht dieser Blitz-Anhänger bald bayernweit rum?

Er minimiert Gefahrenpunkte, ist kaum zu übersehen und hinterlässt bleibenden Eindruck bei den Autofahrern: der Blitz-Anhänger. Ein Modellprojekt – noch.

Weyarn – Noch bis Montag, 4. Juni, steht er an der Miesbacher Straße in Weyarn. Dann wird der Blitz-Anhänger nach zwölf Tagen an eine andere der rund 30 Messstellen im südlichen Oberbayern verlegt. Er steht immer an Orten, „die aus verkehrstechnischer Sicht am meisten Sinn ergeben“, erklärt Thorsten Preßler, Außendienstleiter des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberland, der das Gerät betreut und aufstellt.

In Weyarn ist die rund 230.000 Euro teure Anschaffung zum zweiten mal zu Gast. Seine Premiere war zufriedenstellend gewesen. „Lediglich 1,65 Prozent der Verkehrsteilnehmer sind damals zu schnell gefahren“, berichtet Preßler. Neben dem Zweckverband hat auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ein solches Gerät.

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„Der Unterschied ist, dass in unserem Blitz-Anhänger zwei Messstellen integriert sind“, erklärt Preßler. Damit kann in beide Fahrtrichtungen geblitzt werden. Dadurch entleert sich aber auch der Akku schneller. In der Regel hält der rund zwei Wochen, was aber vom Wetter abhängt, wie der Außendienstleiter betont: „Ist es zu kalt oder zu heiß, verliert er schneller die Spannung.“ Im Stich gelassen hat der Blitz-Anhänger den Zweckverband allerdings noch nicht.

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Und er zeigt Wirkung, wie der Vergleich mit den Daten eines mobilen Messgeräts, das zuvor rund 100 Meter vom jetzigen Blitz-Anhänger-Standort entfernt aufgestellt worden war, zeigt. Die mobile Messung ergab eine Blitzer-Quote von 3,2 Prozent, beim Anhänger war sie nur halb so hoch. Und das wuchtige Gerät wirke nicht nur im Messzeitraum – sondern darüber hinaus. „Es hinterlässt bleibenden Eindruck“, betont Preßler. Sprich: Autos und Motorräder fahren selbst dann noch langsamer, wenn der Anhänger wieder weg ist. Den Fuß vom Gas zu nehmen, hat sich sozusagen im Kopf der Autofahrer verfestigt, die regelmäßig an dem Gerät vorbeifahren. Dazu passt auch, dass der Anhänger so auffällig ist. Preßler: „Es ist schon beabsichtigt, dass er sehr offen da steht und kaum zu übersehen ist.“ Für den Außendienstleiter macht es einen eklatanten Unterschied, „wenn man mit 60 statt 50 Stundenkilometern fährt“. Geschwindigkeitsüberschreitungen sei immer noch eine der Hauptursache für Unfälle. Wann der Blitzer wo steht, gibt der Zweckverband allerdings nicht preis, sagt Preßler. „Wir überlassen es den Kommunen, ob sie das machen oder nicht.“

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Noch ist der Blitz-Anhänger ein Modellprojekt. „Wir warten jetzt auf eine Entscheidung des Innenministeriums“, sagt Preßler. Diese sei für diesen Sommer anvisiert. Der Außendienstleiter ist zuversichtlich, dass das Modell Schule macht. Denn der Blitz-Anhänger kann die Geschwindigkeit Tag und Nacht überwachen, und dafür ist kein Personal nötig. Preßler: „Wir gehen davon aus, dass diese Messart für ganz Bayern genehmigt wird.“

Von Philip Hamm

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