Amtliche Wetter-Warnung für Bayern: Starkregen und Dauerregen in mehreren Landkreisen

Amtliche Wetter-Warnung für Bayern: Starkregen und Dauerregen in mehreren Landkreisen
+
Beehrte die Weyhalla: Nick Woodland zeigte, wie viel musikalische Kraft in einem 69-jährigen Altmeister noch stecken kann.

Nick Woodland rockt die Weyhalla

Die Gitarren-Legende mit dem Zylinder

Der Mann mit dem Zylinder hat sie fast alle gehabt: Giorgio Moroder, Donna Summer, Marius Müller-Westernhagen. Nick Woodland ist ein sensationeller Gitarrist, voller unbändiger Neugier. Wieder mal gastierte der Wahl-Münchner jetzt in der Weyhalla. Ein Erlebnis.

Weyarn Die Bässe wummerten durch die Weyhalla, dass man sie physisch spürte. Im Zentrum der Bühne ein Mann, wie er optisch für einen Grandseigneur des Rock-’n’-Roll- und Blues nicht perfekter hätte sein können. Nick Woodland, britischer Gitarrist der Extraklasse, der in München lebt.

Unterm Zylinder, seinem Markenzeichen, ein Gesicht, dem man das Leben ansieht. Langes Haar, schwarzer Pullunder, keine großen Gesten. Seine Musik geht sofort unter die Haut und das erklärte, warum Woodland gehandelt wurde, als die Rolling Stones 1974 bei ihren Aufnahmen in den Musicland-Studios in München einen Ersatzmann für Mick Taylor gesucht hatten.

Ehrgeiz jedoch ist diesem Musiker fern. Und so landete der begnadete Gitarrist mit der unbändigen musikalischen Neugier nicht auf den großen Weltbühnen, sondern wieder einmal in der Weyhalla, wo er ohne großes Aufhebens auf die Bühne trat. Ein knappes „Welcome“, ein kurzes Grinsen. Ebenso unspektakulär das Ende, als der 69-Jährige nach einer genialen Zugabe mit einem „Danke fürs Dasein, wir wissen es zu schätzen“ die Bühne räumte. Da half alles Applaudieren nichts.

Das Publikum, das teilweise von weither angereist war, genoss den Abend vom ersten Ton an. Der tiefe, erdige Sound, die mitreißenden Soli Woodlands, Tom Peschels am Bass, Klaus Reichardts an Keybords und der elektronischen Zither-Variante Pedal Steel Guitar sowie Chris Stögers am Schlagzeug.

Woodlands Stimme klingt nicht nach alter Mann

Woodlands Stimme klang nicht nach alter Mann, als er die babyblauen Augen eines Mädchens besang oder zum gemeinsam intonierten „Somebody In Switzerland Is Making Lots Of Money“ über die Geschäfte mit Krieg und Zerstörung anhob, in die das Konzertpublikum gerne einstimmte. „Wir haben schon in Universitätsstädten gespielt, wo sie das nicht so gut hinbekommen haben“ lobte Woodland und hätte vor der Pause nicht bitten müssen: „Don’t go away.“

Niemand nutzte die Pause zur frühen Flucht. Vielmehr klang der Switzerland-Refrain, gesummt und gepfiffen, noch in die Pausengespräche, in denen die Musik das Thema war: Woodlands Engagements unter anderen bei Giorgio Moroder, Donna Summer, Boney M oder Marius Müller-Westernhagen und vor allem mit der Progressive-Rock-Band Sahara aus den 1980-er Jahren mit dem Miesbacher Hennes Hering, die seit 2006 wieder auftritt.

Mit „diesem wunderschönen deutschen Wort Narrenfreiheit“ ging es in die zweite Runde – weniger Gesang, längere Instrumentalstücke. Mal erinnerte es an Country, mal an Folk oder Surf-Rock. Mal langsam, mal in einem Rhythmus, der diejenigen antrieb, die trotz der Enge des Raums Platz zum Tanzen gefunden haben. So, wie die Zugabe im Stakkato, bei der sich die Musiker förmlich selbst überholten, um am Ende zu grinsen: „We made it.“

VON HEIDI SIEFERT

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Holzkirchen hilft“ bekommt mehr Hilfsanträge - weiterer Anstieg erwartet
Kurzarbeit, wegfallende 450-Euro-Jobs – etliche Menschen im Landkreis, bekommen die Corona-Krise bereits zu spüren. „Holzkirchen Hilft“ rechnet mit noch mehr …
„Holzkirchen hilft“ bekommt mehr Hilfsanträge - weiterer Anstieg erwartet
Unfallflucht im Meisenweg in Holzkirchen: Zäune beschädigt
Am Freitag zwischen 15 Uhr und 17 Uhr beschädigten unbekannte Täter mit einem Fahrzeug zwei Gartenzäune im Meisenweg in Holzkirchen. Die Polizei sucht Zeugen.
Unfallflucht im Meisenweg in Holzkirchen: Zäune beschädigt
Mann schlägt Security-Mitarbeiter Lautsprecher auf Kopf
Mit dem Lautsprecher einer Musikanlage soll ein Afghane (37) einen Security-Mitarbeiter auf den Kopf geschlagen haben. Das Gericht verurteilte ihn wegen gefährlicher …
Mann schlägt Security-Mitarbeiter Lautsprecher auf Kopf
Nach Traktor-Verfolgungsjagd: Radeln am Taubenberg ein heißes Eisen
Am Taubenberg geraten Mountainbiker und Grundeigentümer immer wieder aneinander. Mit Corona hat sich die Lage zugespitzt. Doch eine Lösung lässt auf sich warten.
Nach Traktor-Verfolgungsjagd: Radeln am Taubenberg ein heißes Eisen

Kommentare