+
Unter den neuen Radwegeschildern, hier in der Gemeinde Otterfing, übergab 2015 Sebastian Wittmoser (4.v.r.) den Bewilligungsbescheid für die Erfassung der bestehenden Radweg-Infrastruktur an ATS-Vorstand Harald Gmeiner (M.).

Grün-weißes Netz ohne weißes Loch

Weyarn sagt ja zu Radwegkonzept der ATS

  • schließen

Die ATS arbeitet an einem landkreisweiten Radwegkonzept mit einheitlichen Schildern. Auch die Gemeinde Weyarn macht mit. Eine direkte Verbindung nach Miesbach wäre wünschenswert.

Weyarn – Das Rad soll als umweltfreundliches Verkehrsmittel auf dem Land mehr zum Einsatz kommen – nicht nur im Tourismus, sondern auch im Alltag. Dafür muss ein möglichst lückenloses Wegenetz mit einer einheitlichen Beschilderung her. So lautet das Ziel des landkreisweiten Radwegnetzes, das bei der Tourismusgesellschaft Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) angesiedelt ist (wir berichteten). Für ATS-Geschäftsleiter Thorsten Schär ist es höchste Zeit, mit den gut ausgestatteten Landkreisen Rosenheim und Bad Tölz-Wolfratshausen mitzuziehen. Rund 33 000 Euro spülte der EU-Fördertopf Leader bislang in die Miesbacher Kasse. Laut Schär steht nun eine zweite Phase für das Leaderprogramm an.

Daher landete das Konzept jetzt in der Weyarner Gemeinderatssitzung. Das Gremium musste entscheiden, ob sich die Kommune beteiligt.

Konkret ging es zunächst um die grün-weißen Schilder, die Radlern überall im Landkreis Ziel und Entfernung anzeigen sollen. „Ich halte es für sinnvoll, dass die Gemeinde mitmacht“, sagte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). „Sonst gibt es mittendrin ein weißes Loch.“

Im nächsten Jahr würde das Projekt haushaltswirksam werden. Laut Schär sind die Summen für die Gemeinden zwar insgesamt überschaubar. In Weyarn aber fallen sie etwas größer aus, „weil mehr Schilder nötig sind“. Auf die Gemeinde kämen 3000 Euro an Materialkosten zu – zuzüglich der Arbeitsleistung des Bauhofs, der die Schilder selbst aufstellt.

Dies gehört laut Schär schon zur zweiten Phase des Leaderprogramms. Die erste, für die der Förderbescheid vorliegt, bestand daraus, dass der externe Radverkehrsplaner Romanus Scholz einen Streckenplan erstellte. Er fuhr alle Tourenradwege ab, erfasste Strecken, Schilder sowie Entfernungen. Seine Ergebnisse liegen nun in den einzelnen Gemeinden, sie können Ergänzungen hinzufügen. „Pro Gemeinde gibt es einen dicken Stapel“, sagt Schär. „Im Herbst sollte die Planung fertig sein.“ Erst wenn Phase eins abgeschlossen ist, könne der Förderantrag für Phase zwei gestellt werden. Schär geht davon aus, dass es auch hier eine Zuwendung gibt. Rund 50 Prozent würden gefördert. Der Gesamtinvest sei offen.

Die Tourenradexperten legten zudem eine Liste mit Radwegen vor, die aus ihrer Sicht wünschenswert wären. Dazu gehören einer zwischen Gmund und Hausham sowie einer an der Staatsstraße 2073 entlang, als direkte Verbindung zwischen Weyarn und Miesbach. „Das ist eine der Achsen, die für den Alltagsradler wichtig wären“, erklärt Schär. Wöhr meinte: „Von Kleinpienzenau nach Miesbach ist für mich ein wichtiges Stück.“ Bis Kleinpienzenau gebe es einige Seitenwege. Ab Kleinpienzenau sieht es dann düster aus. Bislang müssten Radler auf die Straße ausweichen. „Da kann man sein Kind nicht ruhigen Gewissens mit dem Fahrrad in die Schule schicken.“

Schär weiß, es wird schwierig, solche Neubauten zu realisieren. „Da kommen gewaltige Kosten auf.“ Zudem sitzen als Straßenbaulastträger Landkreis oder Staatliches Bauamt Rosenheim – so wie im Weyarner Fall – mit im Boot. „Es ist eine neue Idee“, so Wöhr. Bislang gab es noch keine konkreten Gespräche.

Betty Mehrer (SPD) erkundigte sich danach, wer für den Unterhalt der Wege zuständig ist. Vor allem blickte sie dabei auf eine Strecke, die von Thalham auf einem Feldweg über den Bahnübergang Richtung Miesbach führt – die bislang existierende aber unbefriedigende Verbindung in die Kreisstadt. Ein Stück davon werde bei Regen oft weggeschwemmt. „Die Gemeinde unterhält den Weh“, erklärte Wöhr. Er gehöre Privateigentümern.

Der Gemeinderat stimmte geschlossen für das Radwegekonzept. Die ATS möchte die Schilder ab Frühjahr 2018 auf den Wegen sehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sechs Verletzte bei Auffahrunfall auf der A8
Sechs Personen sind bei einem Auffahrunfall auf der A8 in Richtung Salzburg verletzt worden. Drei von ihnen mussten ins Krankenhaus. 
Sechs Verletzte bei Auffahrunfall auf der A8
Hartpenninger Dorffest: Der Weiher wartet auf mutige Kapitäne
Zwei Tage wird am Wochenende in Hartpenning gefeiert. Beim traditionellen Dorffest werden heuer beim Sautrogrennen wieder die schnellsten Kapitäne gesucht. Das Programm …
Hartpenninger Dorffest: Der Weiher wartet auf mutige Kapitäne
Verkehrsunfall bei Reitham: Auto im Graben gelandet
Bei Reitham hat‘s gekracht. Auf Höhe der Tankstelle ist ein Unfall passiert. Ein Auto ist im Graben gelandet. Die Rettungskräfte kümmern sich um den Fahrer.
Verkehrsunfall bei Reitham: Auto im Graben gelandet
Weil er zu langsam fuhr: Polizei stoppt Italiener (28) auf A8
Die Polizei hat es nicht nur auf Raser abgesehen. Auf der A8 bei Holzkirchen haben die Beamten nun einen Italiener (28) gestoppt, weil er „unüblich langsam“ fuhr. Ein …
Weil er zu langsam fuhr: Polizei stoppt Italiener (28) auf A8

Kommentare