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Einziger Fleckerteppich: Der Ortsteil Sonderdilching im Norden Weyarns.

Im Flächennutzungsplan spricht wenig dagegen

Gemeinde unter Druck: Bauwerber will in Außenbereich

Weyarn – Weil die Gemeinde Weyarn einst einem Bauwerber helfen wollte, muss sie sich nun Gedanken über ihren Flächennutzungsplan im Ortsteil Sonderdilching machen.

Ein einziger Fleckerlteppich: Das sieht Werner Pawlovsky, wenn er auf dem Flächennutzungsplan der Gemeinde Weyarn den Ortsteil Sonderdilching betrachtet. Eine Mischung aus Obstwiesen und Dorfgebiet ist dort zu sehen. Mal hier etwas, mal dort. „So hätte man den nicht aufstellen dürfen“, lautet das Urteil des Kreisbaumeisters. Und so sieht es nun auch der Gemeinderat. Eine Anfrage, in Sonderdilching eine Gewerbehalle zur Holzverarbeitung samt integrierter Betriebsleiterwohnung zu bauen, hat das Gremium jetzt erst einmal vertagt und sich darauf geeinigt, die allgemeinen Entwicklungsmöglichkeiten des Ortsteils in den Fraktionen zu besprechen. Zudem wurde der Wirtschafts- und Finanzausschuss beauftragt, sich mit der Weiterentwicklung von Gewerbeflächen in der Gemeinde grundsätzlich zu beschäftigen. „Einen Aussiedlerhof darf er jederzeit hinbauen“, sagte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) in der Sitzung.

Gewerbe, das gibt es schon in Sonderdilching – auch dank des Flächennutzungsplans. Denn dadurch konnte hier eine Schreinerei entstehen, privilegiert im Außenebereich. „Da wollte man einem Bauwerber helfen“, sagt der Kreisbaumeister lapidar. Weil auf der eigentlichen Hofstelle kein Platz für den Betrieb war. Doch damit soll nun Schluss sein. Denn so, wie der Plan derzeit aussieht, würde er der Zersiedelung Vorschub leisten und weitere Begehrlichkeiten wecken – was der aktuelle Antrag zu belegen scheint.

Dabei verfolgt die Gemeinde Weyarn ein ganz spezielles Konzept, wenn es um das Gewerbe geht. Dezentral soll es sein. „Der Gedanke, der dahinter steht, ist, dass wir die gewerbliche Entwicklung in den einzelnen Ortsteilen stärken wollen. Auch, damit Arbeitsplätze vor Ort entstehen“, sagt Wöhr, als Ergänzung zu den bereits vorhandenen landwirtschaftlichen Betrieben.

Doch jedem Bauernhof eine Gewerbeeinheit zuzuschreiben, wie in Sonderdilching geschehen, das geht dem Kreisbaumeister entschieden zu weit. „Das widerspricht dem Instrument Flächennutzungsplan.“ Auch wenn mit diesem nicht gleichzeitig Baurecht verbunden ist. Deshalb hat der Bauwerber auch keinen Anspruch, hier sein Projekt verwirklichen zu können. Im Gegenteil, die Gemeinde, die die Planungshoheit besitzt, kann den Flächennutzungsplan ändern und entsprechende Flächen wieder herausnehmen. Ein Vorschlag, den auch Bürgermeister Wöhr in der Gemeinderatssitzung gemacht hat. Alternativ könne die Gemeinde auch alles so lassen, wie es ist, und habe nichts weiter zu befürchten. Allerdings könnte es sein, dass sie sich dann immer wieder mit entsprechenden Anträgen auseinandersetzen muss.

Sonderdilching gehört, wie alle Bauerndörfer der Gemeinde Weyarn, zum sogenannten Außenbereich, in dem nur landwirtschaftliche Bauvorhaben privilegiert sind. Nun laufe man Gefahr, diesen Bereich rechtskräftig zu zersiedeln und den Charakter der Streusiedlung – Sonderdilching besteht aus mehreren einzelnen Höfen – zu zerstören. So habe es der Gesetzgeber nicht vorgesehen. Und vor allem sei dies nicht im Sinne einer qualitativen Ortsentwicklung, sagt der Kreisbaumeister: „Die Gemeinde hat damals unüberlegt gehandelt und sich keine Gedanken über die Konsequenzen gemacht.“

dd

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