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Hier rasen Tesla vorbei zur Ladestation (l.). Das stört die Anwohner (r.).

„Früherer Porsche-Fahrer jetzt im Tesla unterwegs“

Wegen immer mehr Tesla-Fahrern: Eltern haben an dieser Strecke Angst um ihre Kinder

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Die Anwohner am Weiglfeld in Weyarn haben Angst um ihre Kinder. Sie fordern nun eine Tempo-30-Zone, damit Tesla-Raser den Fuß vom Gaspedal nehmen. Das Problem ist neu.

Weyarn - Tina Stenzenberger ist beunruhigt. Erst vor ein paar Tagen wieder musste sie zur Seite springen – sie hatte, verborgen unter ihrer Anorak-Kapuze, einen lautlosen Tesla nicht gehört, der von hinten auf sie zupreschte in Richtung der Ladestationen vor dem Weyarner Kletter- und Boulderzentrum. Auf dem Gehweg konnte sie nicht gehen, der war mal wieder zugeparkt von Fernfahrern, die das Weiglfeld zum Übernachten und Wildbieseln nutzen. „Eigentlich sind wir hierhergezogen, weil Weyarn kinderfreundlich ist“, sagt die Mutter von Olivia (5) und Helena (4). „Aber jetzt sind wir in Sorge um unsere Kinder.“

Stenzenberger ist damit nicht allein. Auch ihr Nachbar Florian Kraemer ist beunruhigt. „Am Weiglfeld kommen viele Dinge zusammen. Die Gesamtsituation macht es für unsere Kinder gefährlich“, sagt der Vater eines Einjährigen und einer Vierjährigen.

Ein Problem ist die nahe Autobahnausfahrt. Sie bringt Fernfahrer aus dem In- und Ausland nach Weyarn. Zwar dürfen sie ihre Lkw nicht am Weiglfeld abstellen, aber darüber setzen sie sich hinweg. „Mit dem Kinderwagen muss man ständig auf die Straße ausweichen, weil die Lkw den Gehweg zuparken“, ärgert sich Kraemer. Er hat deshalb schon oft die Polizei gerufen, „aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt er.

Ohnehin sind in dem Mischgebiet, in dem auch Gewerbe ansässig ist, viele Lkw unterwegs. Beim Rangieren kommen sie spielenden Kindern zuweilen gefährlich nahe. Hinzukommen die Besucher des Kletterzentrums. „Die wollen pünktlich zu ihrem Kurs und geben entsprechend Gas“, sagt Tina Stenzenberger.

Seit die vier Tesla-Ladestationen vor dem Kletterzentrum stehen, habe der Verkehr noch einmal zugenommen. Vor allem aus Holland und Osteuropa kommen die Teslas. 

Tesla-Faher in Weyarn: Hin fahren sie noch moderat - aber zurück geben sie Vollgas

„Hin fahren sie noch moderat, da merkt man, dass der Akku leer ist. Aber nach 30 Minuten Auftanken, rasen sie mit Tempo 80 zurück zur Autobahn“, sagt Stenzenberger. Sie sei durchaus aufgeschlossen für die Ladestationen, finde nachhaltige Mobilität gut. 

„Früherer Porsche-Fahrer jetzt im Tesla unterwegs“

„Man hat aber das Gefühl, frühere Porsche-Fahrer sind jetzt im Tesla unterwegs.“ Problematisch sei auch, dass man die Elektro-Autos kaum höre. Dadurch seien die Kinder nicht gewarnt, wenn die Wagen vorbeirauschen.

Die Anwohner des Weiglfeldes haben deshalb beim Gemeinderat beantragt, eine Tempo-30-Zone einzurichten oder andere bremsende Maßnahmen zu ergreifen. „Wir sind keine Querulanten, die sich über alles aufregen“, stellt Florian Krämer klar. „Aber die Situation hat sich in letzter Zeit zugespitzt.“

Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) war vor Ort, um sich die Lage anzuschauen. Er holte eine Stellungnahme der Polizei und des Landratsamtes ein. Man habe ihm mitgeteilt, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone nicht gegeben seien. Nicht zuletzt, weil das Weiglfeld kein reines Wohngebiet sei.

Stenzenberger, Kraemer und ihre Nachbarn hoffen nun, dass andere Maßnahmen ergriffen werden. „Zum Beispiel ein Schild, das auf spielende Kinder hinweist und Autofahrer zur Vorsicht mahnt“, sagt Stenzenberger. Auch ein härteres Durchgreifen gegen die parkenden Lkw wünscht sie sich. „Es ist nicht schön, wenn die Schulkinder morgens an wildbieselnden Fernfahrern vorbeimüssen.“ Auch andere Hinterlassenschaften blieben zurück, etwa Getränkedosen und Brotzeittüten. „Wir räumen regelmäßig den Müll der Lkw-Fahrer weg“, sagt Stenzenberger.

Aussichtslos ist das Anliegen der Bewohner des Weiglfeldes nicht. Bürgermeister Wöhr: „Wenn da zu schnell gefahren wird, muss man andere Maßnahmen ergreifen, damit wenigstens Tempo 50 eingehalten wird.“ Der Gemeinderat will nun untersuchen, wie schnell Autos hier tatsächlich unterwegs sind. Er lässt eine Messstation aufstellen, die die Geschwindigkeit aufzeichnet. „Ob und welche Maßnahmen wir ergreifen, sehen wir, wenn wir Fakten haben,“ sagt Wöhr. Die Anwohner hoffen, dass bis dahin kein Kind zu Schaden kommt.

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