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Will hier mal kräftig saubermachen - mit Fördermitteln: Michael Pelzer auf den alten Weyarner Klosterterrassen

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Weyarn will Klosterterrassen wiederbeleben

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Gemeinde und Deutscher Orden überlegen, die alten Klosterterrassen in Weyarn wieder herzurichten. Gelingen könnte dies über das Leaderprogramm. 

Weyarn – Früher wuchsen dort Obstbäume und Kräuter, ja sogar mal Wein, den die Augustiner-Chorherren anpflanzten. Heute aber sind die alten Klosterterrassen im Süd-Westen von Weyarn „verwildert und kaum zugänglich“, meint Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). „Es wäre wünschenswert, dass das Klosterumfeld wieder im schönen Glanz erstrahlt.“ Erste Schritte unternahm die Gemeinde bereits vor über zehn Jahren. Damals kaufte sie laut Wöhr die Klosterweiher von einer Bank und rettete sie vor dem Verschwinden. „Da waren schon Wohnblöcke genehmigt.“ Jetzt soll der nächste Schritt erfolgen.

Gemeinde und Deutscher Orden als Eigentümer der Flächen überlegen, die alten Klosterterrassen wieder herzurichten. Den Stein ins Rollen gebracht hat Weyarns ehemaliger Bürgermeister Michael Pelzer, der heute ehrenamtlich als Vorsitzender der Leaderarbeitsgemeinschaft tätig ist. Sein Plan ist, das Projekt über das Leaderprogramm und entsprechende Fördertöpfe zu realiseren.

Im Zuge der Klosterangerbebauung ploppte die Idee immer wieder auf. In Wirklichkeit aber ist sie schon viel älter: Bereits in den 90er Jahren dachte die Gemeinde im Rahmen des Dorfentwicklungsplans über eine Revitalisierung der Klosterterrassen nach, erinnert sich Pelzer. Weil er damals Bürgermeister war und die Pläne kannte, kam er nun auf die Idee, die Terrassen über das Leaderprogramm anzugehen. Auch der neue Arbeitskreis Gemeinschaftliches Garteln – der sich um die Grünflächen am Klosteranger kümmert – habe ihn darauf gebracht und gezeigt, dass der Rückhalt in der Bevölkerung da sei.

Gemeinsam mit einem Landschaftarchitekten und Vertretern aus der Unteren Naturschutzbehörde und dem Forstamt hat sich Pelzer die verwilderten Terrassen angeschaut. Das Ergebnis: „Naturschutzrechtlich sind die nicht relevant“, berichtet er. „Das heißt, man kann da was machen.“

Eine der Terrassen, die gegenüber des Hauptportals der Stiftskirche liegt, sei noch relativ gut erhalten. Mit dieser rund 400 Quadratmeter großen Fläche wolle man anfangen. Zum Beispiel könnte dort ein Kräutergarten entstehen oder Wacholder wachsen. Die anderen Terrassen grenzen an diese an. Teilweise seien sie noch als solche erkennbar.

Pelzer klopfte auch schon beim Landwirtschaftsamt Rosenheim an, wo die Genehmigungsstelle für die Leaderprojekte im Landkreis Miesbach sitzt. Generell sei das Projekt förderfähig, hat man Pelzer dort gesagt. „Ich bin da zuversichtlich“, meint er. Die Kosten für das Herrichten der einen Terrasse, samt kleiner Wegeführung und Aufenthaltsplatz liegen laut Pelzer bei rund 300 000 Euro. Die Machbarkeitsstudie koste um die 30 000 bis 40 000 Euro.

Ende Juni soll ein Gespräch mit allen Beteiligten stattfinden. „Die Frage ist, wer als Projektträger auftritt“, sagt Pelzer. Entweder die Gemeinde oder der Deutsche Orden. Die Leaderseite würde eher für die Gemeinde plädieren, erklärt er. Eventuell könne man auch die Firma Quest ins Boot holen, die den Klosteranger bebaut, wo ebenfalls Grünflächen wie Rosengarten und Streuobstwiese vorkommen. Der Deutsche Orden als Eigentümer möchte sich gegenüber unserer Zeitung nicht zu dem Projekt äußern, eine Sprecherin verwies auf die Gemeinde.

Wöhr hofft, dass die Terrassensanierung als Ausgangspunkt für weitere Projekte dient: „Wir sind dabei, für das Mangfallufer ein Konzept zu machen.“ Der Waldlehrpfad oder der Neubau des maroden Mangfallstegs (wir berichteten) könnten darunter fallen. Für letztgenannten waren zuletzt rund 200 000 Euro im Gespräch. „Das Thema ist komplex.“ Die Gemeinde müsse sich ferner mit Grundeigentümern einigen. Vielleicht, so spekuliert Wöhr, könne man neben Leader andere Fördertöpfe anzapfen.

Geht alles gut, könne man ab 2018 damit beginnen, die Terrasse herzurichten. „Man muss es ja nicht überhudeln“, findet Pelzer.

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