Jetzt unter ganz eigener Flagge: Im Sommer wurde der Verein „Wirkstatt Oberland“ gegründet. Als erstes Vorstandsteam engagieren sich (v. l.) Ilga Koners, Lea Sabaß, Olaf Fries und Anschi Hacklinger.
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Jetzt unter ganz eigener Flagge: Im Sommer wurde der Verein „Wirkstatt Oberland“ gegründet. Als erstes Vorstandsteam engagieren sich (v. l.) Ilga Koners, Lea Sabaß, Olaf Fries und Anschi Hacklinger.

Initiative gründet Verein

Anpacken für Nachhaltigkeit: „Wirkstatt Oberland“ steht jetzt auf eigenen Beinen

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Aus dem Engagement einer Gruppe ist eine kleine Bewegung entstanden: Die „Wirkstatt Oberland“ will in der Region konkrete Projekte anschieben, um die Idee der Nachhaltigkeit stärker im Alltag zu verankern. Dafür wurde jetzt ein eigener Verein gegründet. An Ideen mangelt es nicht.

Weyarn – Klimawandel, Turbo-Kapitalismus, Globalisierungs-Wahnsinn: Viele reden davon, dass es so nicht mehr weiter geht. Reden ist das eine. Es gibt aber auch Menschen, die anpacken – und damit vor der Haustür beginnen. Die „Wirkstatt Oberland“ ist eine Gruppe rund um die Weyarnerin Anschi Hacklinger, die vor drei Jahren als Spin-off aus der Veranstaltungsreihe „Anders wachsen“ entstand. Aus dem Schwung der Beteiligten entwickelten sich einige Projekte. Die größte Aufmerksamkeit holte der „MiaschBurger“, ein vegetarischer Burger mit regionalen Zutaten.

Angesichts diverser Projekte und wachsender Aufmerksamkeit sah die Gruppe jetzt die Zeit gekommen, ganz auf eigenen Füßen zu stehen. Im Juni wurde der Verein „Wirkstatt Oberland“ gegründet, dessen Gemeinnützigkeit bereits anerkannt ist. Den Vorsitz führt Anschi Hacklinger, als Stellvertreterin fungiert Lea Sabaß (Weyarn). Zum Kassier wählten die sieben Gründungsmitglieder Olaf Fries aus Hohendilching (Gemeinde Valley), das Amt der Schriftführerin fiel Ilga Koners (Miesbach) zu.

Die „Wirkstatt“ entstand aus der Veranstaltungsreihe „Anders wachsen“

Die Wirkstatt, deren Namen bewusst mit dem produktiv-kreativen Image der „Werkstatt“ spielt, wurde 2017 als Forum zur Nachhaltigkeit im Landkreis Miesbach ins Leben gerufen. Treibende Kräfte damals waren neben Hacklinger auch Monika Ziegler und Girgl Ertl, eingebettet war das Forum in die Veranstaltungsreihe „Anders wachsen“ des Vereins KulturVision. „Gefragt war ein möglichst pragmatischer Ansatz zum nachhaltigen Handeln“, sagt Hacklinger.

Überraschend schnell formten sich Arbeitskreise aus Interessierten aus dem ganzen Landkreis, die verschiedene Themen bearbeiten: Breznbeutel aus Upcyclingstoffen, ein Verschenkregal, die Aktion „Klimafreundlich essen“, das Projekt „Solidarische Landwirtschaft“ in Agatharied oder eben der MiaschBurger.

„Wir sehen das Ganze wie einen Garten, in dem viele Pflanzen wachsen“, sagt Hacklinger. Manche Aktionen und Ideen bräuchten nur einen kurzen Anstoß, „manche erfordern mehr Zeit und Dranbleiben“. Man freue sich auf weitere Ideen und Konzepte. „Ich hoffe, dass wir uns schon einen Namen gemacht haben.“

Eines der nächsten Projekte: Weihnachtsgeschenke nachhaltig verpacken

Die vielen verschiedenen Ansätze seien der letzte Anstoß gewesen, das Dach der KulturVision zu verlassen. „Die Vereinsziele gehen nicht mehr zusammen“, stellt die Weyarnerin fest. Die Trennung sei keine Entzweiung, sondern thematisch geboten gewesen. Bei „Wirkstatt Oberland“ dreht sich alles um die „Förderung und Unterstützung nachhaltiger Projekte und Aktionen“. Wer Mitglied werden will, kann sich ein Formular bei www.wirkstatt-oberland.de herunterladen. Der Jahresbeitrag beträgt 15 Euro.

Eine der nächsten Kampagnen greift die Idee des Breznbeutels auf. „Weihnachten ist mit dem Thema Verpackung verbunden“, sagt Hacklinger, „da haben wir was vor.“ Die große Bescherung funktioniere genauso mit weniger Müll und weniger Plastik, dafür mit mehr nachhaltigen Geschenken, am besten aus der Region. Speziell beim Thema Textilien ist der frisch gebackene Verein dabei, einen Regionalführer für nachhaltige Kleidung aufzulegen. „Da könnte die traditionelle Tracht groß rauskommen“, glaubt die Vorsitzende.

Auch bei der allgegenwärtige Thematik Mobilität will die Wirkstatt einen Impuls setzen. Geplant ist, dass die Mitglieder einen Monat lang ein Fahrtenbuch führen. „Wir wollen ein Gefühl dafür kriegen, wie oft man fährt und wie man fährt“, erklärt Hacklinger. „Das probieren wir jetzt einfach mal aus.“

Das nächste Treffen des Vereins Wirkstatt Oberland findet am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr in der Weyhalla statt. Interessierte sind willkommen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

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