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Anlaufpunkt: Der Dorfladen in Weyarn bietet Lebensmittel und die Möglichkeit auf einen Plausch.

Ein echtes Unikat

Weyarner Dorfladen: Würdiges Ende einer Ära

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Im Mai will Edeka in Weyarn den Betrieb aufnehmen. Für den Dorfladen ein paar Straßen weiter bedeutet das nach 13 Jahren aller Voraussicht nach das Aus. Eine Ära geht zu Ende.

Weyarn– Er ist ein echtes Unikat, noch dazu einer der letzten in der Region: der Dorfladen in Weyarn. Seit gut 13 Jahren versorgt er die Weyarner mit allem, was täglich so gebraucht wird. Zucker, Joghurt, Milch und Tee. Mehr noch. Der Dorfladen war seit jeher eine beliebter Anlaufpunkt. Die Kunden kamen für einen kurzen Einkauf und blieben für einen ausgiebigen Ratsch. Doch schön langsam wird immer deutlicher, was sich schon lange angedeutet hat: Der Dorfladen wird wohl oder übel schließen.

„Ich rechne fest mit einem Abschied im nächsten Jahr“, sagt Weyarns Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier, der die Gemeinde in der Sache vertritt. Die Gründe liegen auf der Hand. Zieht erst einmal der Edeka in den Neubau am Klosteranger ein, nur ein paar 100 Meter entfernt, ist der Dorfladen, der nur einen Bruchteil des Sortiments anbieten kann, nicht mehr wettbewerbsfähig. „Wenn ein Supermarkt fußläufig zu erreichen ist, ist der Dorfladen nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben“, verdeutlicht Demmelmeier. „Aber das war ja irgendwie klar.“

Seit Jahren zeichnet sich die Entwicklung ab. Zwar hegte Demmelmeier vor gut einem halben Jahr noch leise Hoffnung. Doch die Zahlen lesen sich schon länger nicht mehr sonderlich rosig – selbst ohne gelb-blaue Konkurrenz. „So toll war der Umsatz nicht mehr“, sagte Pia Koschmieder, die Vorsitzende des Dorfladenvereins, damals. Erst recht nicht mehr, seitdem der Laden 2013 wegen Umbauarbeiten in der ehemaligen Klosterbrauerei in die Räume an der Ecke Miesbacher Straße umziehen musste.

Nichtsdestotrotz haben die Weyarner ihrem Dorfladen lang die Treue gehalten. Auch weil er eine Lücke schloss. Sie mussten nicht extra ins Auto steigen und nach Miesbach oder Holzkirchen zum Einkaufen fahren, sondern konnten sich die Dinge für den täglichen Bedarf einfach ums Eck besorgen. „Der Dorfladen hat über Jahre die Grundversorgung im Ort gebracht und hat auch soziale Aspekte erfüllt“, sagt Demmelmeier, dem man anmerkt, dass die Ladenschließung an ihm nagt. Das Ziel sei daher klar: Gemeinsam mit dem Team will er die Dorfladen-Ära zu einem würdigen Ende bringen.

Eng verwoben mit dem Schicksal des Dorfladens ist freilich der Zuzug des Lebensmittel-Schwergewichts Edeka. Kommenden Mai, so heißt es, soll die Filiale den Betrieb am Kreisverkehr aufnehmen. Wer derzeit von der Autobahn kommend nach Weyarn fährt, kann den Baufortschritt am Neubau praktisch mitverfolgen. Der Baukörper steht, die Außenflächen nehmen Gestalt an. Momentan werkeln die Bauarbeiter auf dem Parkplatz – solange es die Witterungsbedingungen zulassen.

„Wir wollen in diesem Jahr noch asphaltieren“, sagt ein Projektmitarbeiter der Baufirma Quest, die den Edeka und die Häuser auf dem benachbarten Klosteranger errichtet, auf Anfrage. Über den Winter soll der Rohbau dann innen mit Elektronik und Heizung ausgestattet werden. Damit das funktioniert, werde diese Woche „die Außenhülle geschlossen“, sprich die Glasscheiben eingesetzt. „Erst dann können wir drinnen arbeiten“, erklärt der Quest-Mitarbeiter. Den Einzugs-Termin im Mai hält er für „realistisch“, festnageln lassen will er sich darauf aber nicht. Einen Übergabetermin mit Edeka wolle man vereinbaren, wenn abzuschätzen ist, wie die Bauarbeiten im Winter vorangehen. Einen „Stichtag X“ gebe es deswegen noch nicht.

Bis Edeka einzieht, wird der Weyarner Dorfladen in jedem Fall noch geöffnet bleiben. Wie es danach weitergeht, ob der Dorfladen etwa in anderer Form weiterbetrieben wird, kann Franz Demmelmeier nicht sagen. Sein Wunsch: „Der Dorfladen und das engagierte Team sollen in guter Erinnerung behalten werden.“

fp

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