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Weyarner Kulturpfad geht neue Wege

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Von: Katrin Hager

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Frische Ideen, neue Stationen: Ein Arbeitskreis mit (v.l.) Alvaro Carozzi, Uli Mehrer, Lisa Briki und Sepp Fischbacher hat den Weyarner Kulturpfad erneuert. Hinzu kam etwa diese Station mit Findlingen im Klosteranger.
Frische Ideen, neue Stationen: Ein Arbeitskreis mit (v.l.) Alvaro Carozzi, Uli Mehrer, Lisa Briki und Sepp Fischbacher hat den Weyarner Kulturpfad erneuert. Hinzu kam etwa diese Station mit Findlingen im Klosteranger. © Max Kalup

Der Weyarner Kulturpfad ist wieder auf dem Stand der Zeit: Eine Arbeitsgruppe um Uli Mehrer hat den Streifzug durch den geschichtsträchtigen Ort erneuert. Abgeschlossen ist die Frischekur aber noch nicht.

Weyarn – Mehr als 20 Jahre ist es her, dass im Zuge der Dorfentwicklung in Weyarn ein Kulturpfad angelegt wurde: Zur Expo 2000 in Hannover, an der Weyarn im Rahmen des Projekts „Dorf 2000 – Beispiele nachhaltiger Landentwicklung“ teilnehmen durfte, entwickelte der damaligen Arbeitskreis „Kultur“ den Streifzug, der Kunstobjekte, Historie und Landschaft verbindet. Seit der Jahrtausendwende ist viel passiert, auch Weyarn hat sein Gesicht verändert. Zeit für eine Frischekur für den Kulturpfad, fand Uli Mehrer.

Der Sprecher des Arbeitskreises Ortsgestaltung und Verkehr hat sich mit einem Team von acht Mitstreitern daran gemacht, den Streifzug auf den Stand der Zeit zu bringen – auch den Flyer, der längst vergriffen war. Nach einem guten Jahr intensiver Arbeit stehen nun eine neue Wegführung und eine neue Broschüre, die viel mehr ins Detail geht. „Der alte Flyer hatte sechs kleine Seiten, jetzt sind es 20“, berichtet Mehrer. Nicht nur viel Wissenswertes zu den Stationen, sondern endlich auch eine ausführliche Wegführung samt aussagekräftiger Übersichtskarte ist enthalten, damit auch Ortsunkundige das Klosterdorf und seine Facetten auf eigene Faust erkunden können.

Ein deutliches Zeichen dafür ist auch der neue Startpunkt: Statt am Weyarner Aussichtsberg geht der Streifzug nun am Bahnhof in Darching los. „Wir wollen offen sein für andere Landkreisbürger, die vielleicht auch mal aufs Auto verzichten“, sagt Mehrer. Vom nahen Bahnhof in der Nachbargemeinde Valley führt der Kulturpfad nun über die Autobahnbrücke hoch übers Mangfalltal und an der Hangkante an Leonhardikapelle und Kletterzentrum vorbei zum Klosteranger, der in den vergangenen zehn Jahren bebaut wurde. Die Außenanlagen des neuen Wohnquartiers sind nicht nur Durchgangsstation für den Kulturpfad: Dort sind auch Findlinge zu sehen, die bei den Bauarbeiten zutage traten und Aufschluss geben über die Geologie in Weyarn und die landschaftsprägende Rolle eiszeitlicher Gletscher.

Geschichtsträchtige Gemäuer, moderne Skulpturen

Über einige Klostergebäude geht es an der Skulptur „Die Schreitende“ vorbei weiter zum ehemaligen Startpunkt der Tour, der Steinvolute des Valleyer Bildhauers Tobel auf dem Aussichtsberg und dann zurück ins Herz des Ortes, zum früheren Seminarhof des Klosters, dem Rathausvorplatz, und in die Kirche St. Peter und Paul. Nach einem Zwischenstopp bei Maler Rudolf Groeschel auf dem Friedhof geht es über die Klostergärten hinab zu Ursula-Maren Fitz’ Bronzeplastik „Frau 209“. Weiter vorbei an den Dorfweiher mit seinem wertvollen Biotop und über das Brünnerl bis die Mangfall. Dort ist offiziell erst mal Endstation, weil der baufällige Mangfallsteg nicht zur Nutzung freigegeben ist; die Sanierung lässt bekanntlich seit Langem und wohl auch noch länger auf sich warten. Ein dicker Wermutstropfen, denn der eigentliche Endpunkt des Kulturpfads sind die „Tränen der Erde“ mit der großen Sonnenuhr des Bildhauers Karl Jakob Schwalbach am Spiralschacht des Mangfallstollens der Münchner Wasserversorgung. Und von dort wäre eigentlich an der Mangfall entlang der Ringschluss zum Mühltal angelegt. Aber: „Da kommt man ohne den Steg nicht hin“, sagt Mehrer, der Umweg zu den „Tränen der Erde“ wäre zu lang.

Doch nicht nur wegen des Mangfallstegs ist hinter das Projekt Kulturpfad-Erneuerung noch kein Schlusspunkt gesetzt. Der Arbeitskreis arbeitet auch noch an einer Beschilderung, berichtet Mehrer. „Die Schilder werden im nächsten Jahr entstehen.“ Dafür bekommt das Projekt 1500 Euro Fördermittel aus dem europäischen Leader-Programm. Geplant sind 20 Schilder – für jede Station des Kulturpfads eines. Sie dienen nicht als Wegweiser, sondern erklären kompakt Wissenswertes zu den Stationen. Über einen QR-Code, der mit dem Smartphone gelesen werden kann, werden zudem Links zu weitergehenden Informationen auf der Gemeinde-Homepage führen. „Dort sind dann zusätzliche Materialien abrufbar“, schildert Mehrer. Dann ist der Kulturpfad endgültig im 21. Jahrhundert angekommen.

ag

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