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Der Traum vom Windrad im Weyarner Ortsteil Sonderdilching ist vorerst gestorben. Solaranlagen gibt’s bald auf Feuerwehrhäusern. 

Sondersitzung: Verwaltung soll Methoden prüfen

Wie die Gemeinde die Energiewende fördert

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Mit welchen Methoden die Gemeinde Weyarn die Energiewende fördern kann, darum ging es nun bei einer Sondersitzung des Gemeinderats. 

Das Ziel ist ehrgeizig: Die Gemeinde Weyarn will bis zum Jahr 2025 den Energiebedarf deutlich reduzieren und diesen zu 100 Prozent autark aus erneuerbaren Quellen abdecken.

Rund ums Thema Energie drehte es sich jetzt auch bei einer Sondersitzung des Gemeinderats, der laut Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) eher so etwas wie ein Workshop war. Die Firma ECB stellte dabei einige Methoden vor, mit denen eine Gemeinde die eigene Energiewende gezielt unterstützen kann. Aus diesem Katalog filterten die Gemeinderäte einige Werkzeuge für sich heraus. Am Ende erging der Auftrag an die Verwaltung, besagte Instrumente zu prüfen. Auch der Arbeitskreis (AK) Energie, Veronika Halmbacher, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, und Kreisbaumeister Werner Pawlovsky waren unter anderen anwesend.

Einem Projekt, dem sich der Gemeinderat verschreiben möchte, ist die Einführung einer „Grünen Hausnummer“ – nach dem Vorbild der Gemeinde Fischbachau. Diese soll an Häuser geschraubt werden, die besonders energetisch sind. Quasi als Anerkennung für Hausbesitzer, die sich umweltfreundlich verhalten. „Jeder, der vorbeigeht, kann es dann sehen“, meint Wöhr auf Anfrage.

Außerdem wollen die Weyarner das Beratungsangebot in Sachen Energie künftig optimieren und mit anderen Angeboten besser koordinieren. Bislang hält Maleen Holm einmal im Monat eine kostenlose Sprechstunde zum energiesparenden Bauen und Sanieren im Rathaus ab. Die Bürger sollen auch gezielter auf staatliche Fördermittel aufmerksam gemacht werden – quasi als Motivation fürs Nachrüsten. Die Idee, Sammelbestellungen – etwa bei Energiesparfenstern – zu koordinieren, nahm Klimaschutzmanagerin Halmbacher aus der Sitzung mit.

Auch muss die Verwaltung prüfen, ob die Gemeinde sich eine Wärmebildkamera anschaffen soll. Damit können Besitzer die energetischen Schwachstellen ihres Hauses ausleuchten. „Man will damit näher an die Menschen rankommen“, ergänzt Wöhr. Ein Großteil der Energie verpuffe im Übrigen beim Heizen.

Außerdem diskutierten die Gemeinderäte darüber, ob eine Solaranlagensatzung noch zeitgemäß ist. Nein, fand Bürgermeister Wöhr, er stand mit seiner Meinung aber alleine da. Am Ende stimmte nur er für die Abschaffung der Satzung, der Rest wollte sie beibehalten, um das Ortsbild nicht durch einen „Wildwuchs“ zu gefährden. Großes Thema war ferner die Nachverdichtung. Die Verwaltung soll nun gezielt Bebauungspläne anschauen und dahingehend prüfen. Davon abgesehen soll die Gemeinde bei der Bauleitplanung auch auf die Ausrichtung der Häuser achten – damit diese beispielsweise besser von der Sonne profitieren.

All die genannten Methoden sind nur kleine Bausteine in einem großen Gerüst. Wie berichtet, erstellte eine Gruppe der Technischen Universität München (TUM) für die Gemeinde einen Energienutzungsplan, der als Basis für weitere Projekte dient. In diesem Zusammenhang starteten auch Untersuchungen zur Wasserkraft an der Mangfall. Inwiefern diese eine Rolle bei den Zielen der Weyarner spielen wird, sei derzeit noch offen, so Wöhr.

Kleinere Schritte macht man derweil bei der Solarenergie. Laut Wöhr werden heuer die Feuerwehrhäuser in Weyarn, Holzolling und Gotzing mit Fotovoltaik-Anlagen bestückt. Dass diese auf den geplanten Lärmschutz an der A 8 (wir berichteten) kommen, sei eher unwahrscheinlich, meint Wöhr. Die Gemeinde rücke von diesen Plänen ab. Die Autobahndirektion brauche die Wallanlagen zum Teil als Ausgleichsflächen. Anderswo neue zu schaffen, koste zu viel, bringe die Wirtschaftlichkeit des Projekts in Gefahr. Das einst in Sonderdilching angedachte Windrad sei vorerst vom Tisch, sagt Wöhr. Vorwiegend, weil Grundeigentümer nicht mitspielen.

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