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Windkraft: Keine Konzentrationsfläche in Weyarn

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Von: Katrin Hager

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Wenig Aussichten sind einst im Landkreis Miesbach bei der Fortschreibung des Regionalplans für Windkraft übrig geblieben. Die Gemeinde Weyarn hat nun entschieden, ob sie auf ihrer sogenannten weißen Fläche (graues Feld an der östlichen Landkreisgrenze) eine Konzentrationsfläche entwickeln will. Grafik: Archiv/Planungsverband
Wenig Aussichten sind einst im Landkreis Miesbach bei der Fortschreibung des Regionalplans für Windkraft übrig geblieben. Die Gemeinde Weyarn hat nun entschieden, ob sie auf ihrer sogenannten weißen Fläche (graues Feld an der östlichen Landkreisgrenze) eine Konzentrationsfläche entwickeln will. Grafik: Archiv/Planungsverband © Archiv/Planungsverband

Die Gemeinde Weyarn wird keine Konzentrationsfläche für Windkraft ausweisen. Der Gemeinderat überlässt mit dieser einmütigen Entscheidung dem kommunalen Planungsverband Oberland das Steuer. Das ist nicht unbedingt als Absage an die Windkraft zu verstehen.

Weyarn – Die Bundesregierung will der Windkraft und damit der Energiewende Schub geben – auch dort, wo sich die Bundesländer bisher sträubten. Wie Bayern. Der Bund hat den Freistaat verpflichtet, bis 2027 mindestens 1,1 Prozent seiner Fläche als Vorranggebiet für Windkraft startklar zu machen, bis 2032 dann 1,8 Prozent. Dort hätten Windkraftanlagen eine Privilegierung – und pauschale Abstandsregeln wie die 10H-Regelung, mit der die bayerische Staatsregierung den Bau von Windkraftanlagen fast gänzlich ausbremste, gelten dann nicht mehr. Die Staatsregierung, erörterte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) dem Gemeinderat, delegiere die Ausweisung an die regionalen Planungsverbände.

Auch der Planungsverband Oberland, zu dessen Gebiet Weyarn als Teil des Landkreises Miesbach gehört, erfüllt die Vorgabe von 1,1 Prozent noch lange nicht: In der Windkraft-Fortschreibung des Regionalplans hatte der Planungsverband bis 2015 selbst in einem aufwendigen Verfahren mit Anhörung der Kommunen verschiedene Flächen ausgekartelt, ehe die 10H-Regel der Windkraft so gut wie gänzlich den Wind aus den Segeln nahm. Doch dabei kamen nur 0,2 Prozent als Vorrangfläche heraus, erklärte Wöhr.

Aus einem früheren Entwurf war also schon damals nicht viel übrig geblieben im Landkreis Miesbach – bis auf zwei Vorrangflächen an der nördlichen Grenze in den Gemeinden Otterfing und Valley. Lediglich eine sogenannte weiße Fläche kam hinzu, auf der die betreffende Kommune selbst Baurecht ausweisen könnte, um Windkraft zu ermöglichen. Und zwar im Gemeindegebiet Weyarn, östlich von Sonderdilching.

Lesen Sie auch: Region Oberland muss deutlich mehr Windrad-Flächen ausweisen

„Diesen Zustand wird der Planungsverband nicht halten können“, machte Wöhr klar. Der Verband wird also in seinem Zuständigkeitsgebiet mehr Vorrangflächen festlegen. Die Gemeinde hätte nur eine Chance mitzusteuern, wenn sie selbst aktiv würde. „Wir hätten dann das Heft in der Hand, können aber nicht sagen, wir machen gar nichts.“ Und möglich wäre dies lediglich auf besagter weißer Fläche.

Dort allerdings gab es schon bei der Anhörung zur Fortschreibung des Regionalplans Gegenwind aus der Bevölkerung, berichtete Wöhr.

Er habe deshalb Kontakt mit der damaligen Initiative aufgenommen, um zu eruieren, ob es denkbar wäre, gemeinsam eine Konzentrationsfläche zu erarbeiten. Das Ergebnis allerdings war klar: nein. Angesichts des Zeitdrucks ist daran auch nicht zu rütteln. „Das macht aus meiner Sicht keinen Sinn“, so Wöhr. Der Rathauschef hielt es deshalb für das Beste, das Feld dem Planungsverband zu überlassen.

Theoretisch, sagte er auf Nachfrage von Kathi Wacker (SPD), wären damit sogar mehr Flächen für Windkraft möglich als 1,1 Prozent. Philipp Eikerling (Grüne) war das wichtig: „Es soll nicht die Aussage sein, dass wir keine Windkraft wollen. Es ist eine Variante, wie wir möglichst viel Windkraft rausholen könnten.“

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