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Flickenteppich: Die Straße Am Schmiedberg muss saniert werden. Die Frage ist wann.

Aufschub für die Buckelpiste

Wird die Straße Am Schmiedberg doch erst 2020 saniert?

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Seit Jahren muss die Straße Am Schmiedberg saniert werden, immer wieder wird das Vorhaben verschon. Nun wohl ein weiteres Mal, damit die Feuerwehr ein neues Fahrzeug bekommen kann.

Weyarn – Wenn sie in Weyarn über die Straße Am Schmiedberg reden, spricht schon lang keiner mehr von einer Straße. Die Rede ist wahlweise von einer „Buckelpiste“ oder einem „Totalschaden“. Nicht sonderlich schmeichelhaft, aber durchaus akkurat, wenn man sich den asphaltierten Flickenteppich so anschaut. Eine Kernsanierung ist überfällig. Der Gemeinderat schiebt sie aber immer wieder auf. Zuletzt ins Jahr 2019, um im diesjährigen Haushalt etwas Luft zu schaffen. Dort schlägt die Ertüchtigung nämlich mit gut 350 000 Euro nieder. Nun überlegt der Gemeinderat, das Vorhaben nochmals zu verschieben, auf 2020. Der Grund trägt den kryptischen Namen TLF 16/25.

Dahinter versteckt sich ein Tanklöschfahrzeug, genauer: jenes Modell, das die Freiwillige Feuerwehr Weyarn seit nunmehr knapp 23 Jahren in den Einsatz bringt. Das fortgeschrittene Alter macht sich durchaus bemerkbar. „Massive Rostschäden und andere Altersbeschwerden“ hat der Kommandant Ralph Benda ausgemacht. Defekte, Reparaturen und Ausfälle häufen sich demnach. Bendas Prognose: „Mit dem Fahrzeug kommen wir nächstes Mal nicht mehr durch den TÜV.“

Ein neues TLF kostet laut Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) um die 450 000 Euro, abzüglich etwaiger Zuschüsse. Wolle man der Feuerwehr den Wunsch erfüllen, müsse man die Straßen-Sanierung wohl oder übel aufschieben. „Wenn wir beide Maßnahmen anpacken, brauchen wir 2019 nichts anderes mehr machen“, sagte Wöhr nun im Gemeinderat. Angesichts des Gesamtinvestitionsvolumens von 800 000 Euro fügte er an: „Wir haben ja auch ein paar andere Baustellen.“

Aus Sicht der Verwaltung spreche nichts gegen einen Sanierungsaufschub. „Der Bedarf, es zwingend nächstes Jahr machen zu müssen, besteht nicht“, sagte Wöhr. Der Fahrbahnbelag sei zwar eine, ja richtig, „Buckelpiste“. An sich sei die Straße aber „dicht“ und „befahrbar“.

Dass die Straße ausgebaut wird und in welchem Standard, hatte der Gemeinderat bereits vor einiger Zeit beschlossen. Der Zeitpunkt spaltete das Gremium nun jedoch. „Irgendwann müssen wir es machen“, betonte Betty Mehrer (SPD). Geht es nach ihr, lieber zwo-neunzehn als -zwanzig. „Wir schieben das vor uns her, seit ich im Gemeinderat sitze“, sagte sie. Damit müsse Schluss sein.

Ernst Weidl (UWG) plädierte dagegen für einen Aufschub. „Uns bleibt gar nichts anderes übrig“, sagte er, „sonst zerreißt es uns den Haushalt.“ Im Jahr darauf, also 2020, sei man hingegen vielleicht schon wieder etwas „freier“.

Die Entscheidung über das Wann wurde letztlich vertagt. Zunächst soll der Finanzausschuss überprüfen, ob die Sanierungskosten reduziert werden können. Erst dann will sich der Gemeinderat auf ein Sanierungsjahr festlegen.

Zweifel an der Notwendigkeit eines neuen Feuerwehrautos kamen in der Sitzung nicht zur Sprache. Es soll laut Benda dennoch inspiziert werden. Für ihn ist die Sache klar. Dass es ein neues TLF braucht, stehe außer Frage. Nicht nur das: „Wir müssen es so schnell wie möglich bestellen“, sagte er. Eine Lieferzeit von zwei Jahren sei die Regel. Verzögert sich die Bestellung um ein weiteres Jahr, „ist das für uns irgendwann nicht mehr zu kompensieren“.

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