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Buntes Sammelsurium: Im Verschenkregal der Wirkstatt kann deponiert werden, was andere noch brauchen können. Weyhalla-Wirt Girgl Ertl gefällt‘‘s. 

Einfach, pragmatisch, praktisch

Wirkstatt anders wachsen feiert Einjähriges: Das ist ihre neueste Aktion

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Die Wirkstatt anders wachsen feiert ihr einjähriges Bestehen. Nach Foodsharing und Breznbeutel hat die Initiative eine neue Aktion angestoßen. So funktioniert‘s.

Weyarn – Zwei karierte Hemden, ein Paar schwarze Gummistiefel, Wanderstecker, ein Radlhelm sowie ein halbes Dutzend CDs. Und, und, und. Ein kunterbuntes Sammelsurium, das sich da auf den Brettern und der Kleiderstange des Regals in der Weyarner Mehrzweckhalle angehäuft hat. Freilich hat da niemand beim Umzug seine Habseligkeiten falsch abgeladen.

Das sogenannte Verschenk-Regal ist die neueste Aktion der Wirkstatt anders wachsen. Eine von vielen, die die Initiative, gegründet von Anschi Hacklinger und Monika Ziegler, im ersten Jahr ihres Bestehens angestoßen und umgesetzt hat.

Das Verschenk-Regal steht dabei, wenn man so will, exemplarisch für die Aktionen der Wirkstatt: Eine einfache Idee, die sich leicht in die Praxis umsetzen lässt. Jeder kann seine „Fehleinkäufe aller Art“, erklärt Mit-Initiatorin Hacklinger, im Regal deponieren. „Die Gegenstände sollten aber gut erhalten sein, sodass sie jemand anderes noch hernehmen kann“, sagt sie. Ein Regal als Bastion gegen die Wegwerfgesellschaft.

Was der harte Kern der Initiative – zehn bis 15 Leute aus dem gesamten Landkreis – anpackt, orientiert sich an der Vorgabe, die er sich vor einem Jahr gesteckt hat: Nicht lange reden, sondern handeln. Vor Ort und effektiv. „Was kann man einfach und pragmatisch umsetzen, damit es schnell wirkt“, erklärt Hacklinger das Leitbild. Ihre Aktionen dosieren die Arbeitskreise, sieben an der Zahl, daher bewusst. Das Streben nach mehr Nachhaltigkeit sei ein Prozess. Hacklinger: „Wir können ja nicht mit einem Wahnsinnsaktivismus loslegen, sondern müssen schauen, wie etwas wächst.“

Lesen Sie auch: Wie eine Weyarnerin Foodsharing im Landkreis etablieren möchte

Zunehmend wächst die Zahl der „Breznbeutel“, die der Arbeitskreis Freibeutler gemeinsam mit der Förderschule Hausham näht. Sie fertigen aus Hemden oder Blusen Einkaufstaschen. Von den anvisierten 1000 Stück sind laut Hacklinger ein Drittel fertig. Gleichzeitig werben die Freibeutler in weiteren Bäckereien dafür, dass Kunden ihre eigenen Taschen mitbringen und befüllen lassen können, um auf Papiertüten zu verzichten. „Die Breznbeutel sind was Einfaches“, sagt Hacklinger. Die Idee dahinter ist wiederum weiter gefasst: „Es geht um das Bewusstsein, wie ich ressourcen-schonend einkaufen kann.“

Neben Breznbeuteln und Verschenk-Regal hat die Wirkstatt das Projekt Wundergartenwerkstatt aus der Taufe gehoben. In Schulen bepflanzen die Mitglieder mit den Kindern den Garten oder Tröge. Für 2019 lautet die Devise, Aktionen weiter auszubauen und mehr Mitstreiter zu gewinnen, sagt Hacklinger. Denn: „Es gibt noch einen Haufen zu tun.“

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