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Ein bisschen weniger zum Wegwerfen: Schön bunt sind die Breznbeutel der „Wirkstatt“, die Anschi Hacklinger und einige Mitstreiter gegründet haben.

Ziel bis Jahresende: 1000 Beutel

Wirkstatt Anders Wachsen: Schon 500 Stoffsäcke genäht und verkauft

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Die Wirkstatt Anders Wachsen aus Weyarn hat schon 500 Stoffsäcke genäht und verkauft. Die nachhaltigen Breznbeutel sollen Papiertüten ersetzen.

Weyarn – Ein Zeichen setzen gegen Ressourcenverschwendung will die „Wirkstatt Anders Wachsen“. Die vor zwei Jahren in Weyarn gegründete Initiative will mit alternativen Konzepten einen Beitrag zum Schutz der Erde leisten.

Vergangenes Jahr hatte sie das Projekt „1000 Breznbeutel für den Landkreis“ angestoßen – mit dem Ziel, Verpackungsmüll zu reduzieren. Schließlich verbrauche allein die Kreisstadt Miesbach jedes Jahr mehr als vier Millionen Papiertüten, wie Gründungsmitglied Anschi Hacklinger vorrechnet. Damit sich die Kunden beim Bäcker Brezn, Semmeln und Co. nicht mehr in Papiertüten einpacken lassen, will die Wirkstatt nun bis Jahresende 1000 Stoffsackerl an den Mann beziehungsweise die Frau bringen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen“, sagt Hacklinger. „Wir haben inzwischen schon mehr als 500 Breznbeutel genäht und verkauft.“

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Wirkstatt Anders Wachsen: Schon 500 Stoffsäcke genäht und verkauft

Fehlen also noch weitere 500 Stück. Um die Zielmarke zu erreichen sucht die Wirkstatt Helfer, die die Breznbeutel nähen. Auch über Stoffreste – nur Baumwolle und Leinen – sowie Nähgarn freut sich die Initiative. Wer die Idee unterstützen will, kann aber auch einfach einen Breznbeutel kaufen. Die Sackerl aus bunten Stoffen sehen hübsch aus und kosten – je nach Größe – 2,50 oder vier Euro. Es gibt sie in verschiedenen Läden, etwa dem Eine-Welt-Laden in Holzkirchen oder dem Boarhof in Wiessee, aber auch online über www.wirkstatt-anders-wachsen.de. „Die Erfahrung zeigt, dass man mehrere Breznbeutel braucht, damit man auch immer einen dabei hat“, sagt Hacklinger. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in neue Wirkstatt-Projekte. „Wir brauchen ja auch Geld für Drucksachen und Grafik“, sagt Hacklinger.

Zwar bieten auch Supermärkte wiederverwertbare Tragetaschen an, aber Hacklinger ist davon nicht überzeugt: „Da wird ja wieder etwas Neues produziert, das ist völlig unnötig.“ Bei den Breznbeuteln dagegen wird ein Abfallprodukt – Stoffreste – in ein neuswertiges Produkt umgewandelt. „Die Breznbeutel eignen sich auch als Geschenkverpackung“, sagt Hacklinger. „Wenn man ein bisschen mitdenkt, kann man viel Müll vermeiden.“

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Die Breznbeutel sind nicht das einzige Projekt der Wirkstatt. Auch das Verschenk-Regal in der Weyarner Mehrzweckhalle (wir berichteten) geht auf ihr Konto. Hier kann jeder Dinge deponieren, die er selbst nicht mehr braucht – andere dagegen vielleicht schon. Der „Miaschburger“, eine fleischlose, regionale und saisonale Alternative zu Leberkässemmel oder Hamburger, ist ebenfalls eine Idee der Wirkstatt.

Für die Ernte-Saison im Spätsommer und Herbst will die Wirkstatt wieder Hilfe bei der Obst- beziehungsweise Apfelernte anbieten. Wer es nicht schafft, sein Obst im heimischen Garten selbst zu ernten – sei es, weil er zu alt ist oder keine Zeit hat – kann sich bei der Wirkstatt melden. Dann kommen Aktive und pflücken das Obst. „Wäre doch schade drum“, sagt Hacklinger.

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