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Großeinsatz am Ostersonntag

Wohnhaus-Brand: Weyarn stundenlang ohne Strom

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Ein kleines Wohnhaus im Weyarner Ortsteil Seiding wurde am Ostersonntag ein Raub der Flammen. Verletzt wurde niemand. Allerdings musste eine Hochspannungsleitung abgeschaltet werden, so dass einige Weyarner Haushalte am Ostersonntag ohne Strom waren. 

Weyarn - In der Dämmerung waren die hochschlagenden Flammen schnell zu erkennen: Gegen 19.30 Uhr fing ein einsam stehendes Wohnhäuschen am Ende der Seidinger Straße Feuer. „Wir wussten anfangs nicht, ob da drin wer wohnt“, berichtet Weyarns Feuerwehrkommandant Ralph Benda, bei dem um 19.51 Uhr der Alarmpiepser ging. Noch während der Anfahrt – vom Feuerwehrhaus sind es nur wenige hundert Meter in Richtung Osten – war dem Einsatzleiter klar, dass sie es mit einem Vollbrand zu tun bekommen. Sicherheitshalber versetzte er die Nachbarwehren aus Mitterdarching und Valley in Bereitschaft, die mit 20 Mann ausrückten. 

Das kleine Haus am Ende einer Sackgasse sei nicht mehr zu retten gewesen, sagt Benda. Die 23 Aktiven der Weyarner Wehr, verstärkt vom Drehleiter-Team aus Feldkirchen-Westerham, mussten sich auf das Ablöschen beschränken. „Wäre jemand im Haus gewesen, wäre jede Hilfe zu spät gekommen“, sagt Benda. Zwar ist offiziell noch eine Person als Bewohner gemeldet, tatsächlich stand das Häuschen nach Angaben der Polizeidirektion Oberbayern-Süd aber seit vielen Jahren leer.

Große Sorgen bereitete dem Einsatzleiter die über dem lichterloh brennenden Häuschen verlaufende 20 000-Volt-Leitung. „Die Flammen schlugen an die Kabel“, berichtet Benda, „ich hatte Angst, dass sie irgendwann reißen.“ Nicht auszudenken, wenn Hochspannungskabel bersten und auf die Löschtrupps peitschen. „Es war wichtig, die Leitung sehr schnell stromlos zu bekommen.“ Das gelang nach einem Notruf an das Bayernwerk.

Damit war allerdings eine Hauptleitung gekappt. Viele Haushalte der Gemeinde mussten am Ostersonntag-Abend ohne Strom auskommen. „Auch unser Feuerwehrhaus war betroffen“, sagt Benda. Ein Notstrom-Aggregat gibt es dort nicht – noch nicht. „Der Vorfall zeigt, dass wir da nachrüsten sollten“, sagt der Kommandant. Erst gegen 0.40 Uhr gab ein Mitarbeiter des Bayernwerks, der am Brandort eingetroffen war, den Strom wieder frei.

Um Löschwasser nachzuführen, legten die Aktiven eine etwa 250 Meter lange Förderleitung vom nächstgelegenen Hydranten. Der Wasserdruck reichte aber nicht, wie der Einsatzleiter feststellte. Stattdessen musste ein Tanklöschfahrzeug zum Feuerwehrhaus-Hydrant pendeln und dort Wasser fassen. „Im dunklen Feuerwehrhaus“, wie Benda betont.

Zeitweise leckten die Flammen bereits an den umliegenden Bäumen. Vorsorglich wurden diese von der Feuerwehr abgespritzt. Der Nieselregen erwies sich hier als Verbündeter. „Drei Tage vorher hätten wir dort auch noch einen kräftigen Waldbrand bekommen“, glaubt Weyarns Kommandant. So aber waren die Löscharbeiten nach zwei Stunden erledigt.

Den Sachschaden schätzt die Kripo auf mindestens 10 000 Euro. Wie sich das Feuer in dem eigentlich unbewohnten Haus bei nasskalter Witterung entzündete, ist der Polizei noch ein Rätsel. „Die Ermittlungen dauern an“, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd mit.

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