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Zukunftsfest in Weyarn

Schwung holen für das digitale Dorf

Wie schaut die Gemeinde in ein paar Jahren aus, was wünschen sich die Bürger, wohin soll die Reise gehen? Diesen Fragen widmete sich das Zukunftsfest, das am Wochenende in Weyarn stattfand.

Weyarn – Alle Beteiligten legten sich mächtig ins Zeug. Die Mitglieder von 17 Vereinen und 13 Arbeitskreisen packten mit an bei der Gestaltung des Festes, berichtete Organisatorin Katja Klee, Leiterin des Mitmachamtes der Gemeinde. Das zeigte sich auch in der Vielfalt an den Ständen. 

Neben viel traditioneller Kulinarik gab es etwa einen Stand, an dem Geflüchtete, die in Weyarn wohnen, exotische Speisen aus ihren Herkunftsländern verkauften, um einen geschmacklichen Eindruck ihrer Kulturen zu vermitteln. Gleich daneben konnte man sich darin versuchen, seinen Namen in arabischer Schrift zu schreiben.

Und auch die Kinder hatten ihr eigenes Projekt. Unter dem Motto „Kinder schauen in die Zukunft“ hatten die Schüler der Grundschule und die Kinder des Kindergartens St. Peter und Paul, des Spielkreises sowie des Kinderlands in farbenfrohen Bildern ihre Ideen und Wünsche gestaltet. 

Demnach ergeht an die Gemeinde unter anderem der Auftrag, bitte einen Streichelzoo und einen neuen Kindergarten einzurichten und – falls das Geld noch reicht – gerne auch eine Raumstation.

Eine Tombola lockte mit ungewöhnlichen Preisen. So gab es eine Klettertour mit Michael Pause zu gewinnen oder eine E-Bike-Tour mit Bürgermeister Leo Wöhr (CSU). Mit dem Erlös wird die Gemeindebücherei unterstützt.

Eine Ausstellung im Bürgergewölbe dokumentierte die Fortschritte in der Entwicklung der Gemeinde und schilderte die Pläne der einzelnen Arbeitskreise. „Unsere Arbeitskreise sind wichtige Gremien“, betonte Altbürgermeister Michael Pelzer. So engagieren sich momentan 13 Arbeitskreise, etwa für Jugend- und Asylarbeit oder Dorfleben und Ortsgestaltung. Und bald wird es einen neuen Arbeitskreis geben, verriet Klee: In acht Projekten werde der Arbeitskreis „Digitales Dorf“ am Aufbau der Digitalisierung arbeiten.

In einer Podiumsdiskussion besprachen Bürgermeister Wöhr sowie Vertreter der fünf Gemeinderatsfraktionen, welche Aufgaben in Weyarn demnächst zu meistern sind – und was schon geschafft wurde. „Das Angebot in der Kinderbetreuung ist bei uns hervorragend“, stellte Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier (SPD) fest. 

Ein Problem sah Sebastian Mayer (WIR) in der Abwanderung vieler Jüngerer: „Wir müssen unsere Infrastruktur verbessern und Arbeitsplätze schaffen.“ Auch altersgerechtes Wohnen sei ein wichtiges Thema. Angelika Viellechner (FW) wies auf die Notwendigkeit bezahlbaren Wohnraums hin. Ganz konkrete Anliegen brachte Albert Zinsbacher (CSU) ein: „Ich hoffe, dass die Grundschule in Weyarn erhalten bleibt.“

Insgesamt sei es wichtig, die ländliche Prägung der Gemeinde zu bewahren. Das beginne schon beim Dialekt, fand Zinsbacher: „Vielleicht wäre eine Schulstunde Bairisch pro Woche nicht schlecht.“ 

 Stefan Gernböck

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