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Da hüpft das Herz: Allgemeinmediziner Dr. Stephan Heberger sprach über Cholesterin und seine Rolle bei Herzerkrankungen – nicht als trockenne Materie, sondern komödiantisch verabreicht.

So geht es weiter

Zwölfte Weyarner Kleinkunsttage im Musikcafé Weyhalla: Eine gelungene Premiere

Weyarn/Bayern: Der Auftakt der zwölften Weyarner Kleinkunsttage im Musikcafé Weyhalla begeisterte die Zuschauer mit Humor und wissenschaftlichen Einsichten.

Weyarn– Japanische Fischer haben gesunde Herzgefäße, in Treppenhäusern sind Feuerstätten nicht erlaubt, und das Hühnerei bringt dem Staat im Likör mehr Steuereinnahmen als im Kuchen: All das wissen jetzt die Besucher, die am Donnerstag den amüsanten Auftaktabend der 12. Weyarner Kleinkunsttage in der Mehrzweckhalle miterlebten. Und auch, dass eine Autobahnbrücke sogar 100 im Gleichschritt marschierenden Elefanten standhält. Ein spannender Abend voller Überraschungen.

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Zwölfte Weyarner Kleinkunsttage im Musikcafé Weyhalla: Eine gelungene Premiere

Bürgermeister Leonhard Wöhr aus Weyarn weilte an diesem Abend leider in der Gemeinderatssitzung. Er hätte ansonsten bei den Kleinkunsttagen im Musikcafé Weyhalla einen Tipp bekommen können, wie die sanierungsbedürftige Mangfallbrücke wieder tragfähig werden könnte. „Man müsste sie einfach umdrehen“, erklärte dort der Ingenieur Oliver Fischer, nachdem er zuvor dem Publikum in einem fünfminütigen Vortrag dargelegt hatte, wie Brücken prinzipiell funktionieren. Stichworte: Seil, Bogen, Balken, Zug, Druck, Biegung.

Fischer, Professor für Massivbau an der TU München, war einer von vier Experten, die Anschi Hacklinger als Organisatorin zu einem neuen Kleinkunstformat eingeladen hatte: Improtheater meets ScienceSlam. Das Prinzip von ScienceSlam: Ein Wissenschaftler erklärt in fünf Minuten einen Bereich seines Fachgebiets – und zwar so, dass ihn Laien verstehen. Dafür standen nebst Fischer der Allgemeinmediziner Stephan Heberger, die Bezirkskaminkehrer-Meisterin Astrid Schumann und die Steuerfachfrau Bärbel Wagner auf der Bühne. Ihre Themen: Herzinfarkt und Cholesterin, Feuerstättenschau und die Steuern, die für Eier fällig werden. Dass das Ganze nicht zu sehr ins trockene Vortragsmilieu abdriftete, dafür sorgten Max Ott, Nadja Tamas und Anton Margraf sowie Florian Schwartz am Klavier vom Münchner Improtheater efa (ecstasy für alle). Sie pickten sich aus jedem Referat ein bisschen neu erworbenes Wissen und den ein oder anderen Fachbegriff heraus und improvisierten damit Theaterszenen.

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Weyarner Kleinkunsttage im Weyhalla: Fulminanter Vortrag

Heberger startete die Vortragsreihe mit einem fulminanten Einstieg. Bei seinen Ausführungen über den Zusammenhang von Ernährung und Herzerkrankungen bewies er didaktisches und komödiantisches Talent. Nur die vorgegebenen fünf Minuten machten seiner Begeisterung, das Publikum mit seinem Wissen beglücken zu dürfen, einen Strich durch die Rechnung. Doch die Spielregeln galt es gnadenlos einzuhalten. Das Improtheater machte einen Western aus Hebergers Thema, mit einem Cowboy, der nach zu viel Whiskey und fettem Fleisch einer Herzattacke erliegt.

Steuerfachfrau Wagner zeigte die Tücken des deutschen Steuersystems anhand von Eiern auf, das Improtheater produzierte dazu eine steuerbegünstigte Kleingewerbeführung im Salzbergwerk. Kaminkehrerin Schumann, die kurzfristig den Faden verlor und damit ruckzuck die Herzen der Besucher gewann, teilte ihr Wissen über die Gefahr sich selbst entzündender Kamine. Schauspieler Margraf brillierte anschließend als sprechender Ofen: „Mach mich aus! Ich bekomme zu wenig Verbrennungsluft.“ Und Professor Fischer ließ den Traum jedes Schülers wahr werden: Mit Bleistiftzeichnungen auf wenigen Blättern erklärte er auch für technisch Unbegabte die Grundlagen des Brückenbaus und inspirierte damit das Improtheater zu einem Lied.

Zur Krönung des Abends durften die Besucher in der Pause Fragen an die Experten auf Zettel schreiben. In einer Minute mussten die jeweils beantwortet werden, es blieb also kurzweilig. Fazit: Eine gelungene Premiere eines neuen Genres, bei der viel gestaunt und gelacht wurde und die ganz klar nach Wiederholung verlangt.

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Weyarner Kleinkunsttage: Das weitere Programm

An diesem Samstag liest Birte Müller in der Mehrzweckhalle aus ihren Büchern über das Familienleben mit ihrem Sohn Willi mit Downsyndrom: Um 15 Uhr aus „Planet Willi“ für Kinder von sechs bis zwölf Jahren (Eintritt fünf Euro), ab 20 Uhr aus „Wo ein Willi ist, ist auch ein Weg“ für Erwachsene (16 Euro). Das Finale an diesem Sonntag ist ausverkauft.

von Christine Merk

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