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Nach heißem Wasser sucht dieses sogenannte Vibroseis-Fahrzeug. Es sendet Druckwellen ins Erdreich. Demnächst wollen die Stadtwerke München Maschinen wie diese auch nach Weyarn, Otterfing und Valley schicken. 

Geothermie

Stadtwerke München greifen nach hiesiger Erdwärme

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Bis jetzt bezieht München nur den Löwenanteil seines Trinkwassers aus dem Landkreis Miesbach. Nun wollen die Stadtwerke München (SWM) ausloten, ob auch Erdwärme zu holen ist.

Weyarn –  Die SWM haben beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie um die Erlaubnis ersucht, in „München-Südost“ großräumig Erdwärme zu erkunden.

Am Donnerstag hat sich der Gemeinderat Weyarn damit befasst – die nördlichen Ausläufer Weyarns sind noch drin in dem Gebiet, für das sich die SWM interessieren. Der Valleyer sowie der Otterfinger Gemeinderat beschäftigen sich in ihrer heutigen Sitzung damit, auch ihre Flur ist betroffen.

Weyarn ist einverstanden damit, dass die SWM den Untergrund erkunden – vorausgesetzt, die sogenannten Vibroseis-Fahrzeuge bleiben dem Mangfall-Ufer fern. Hier sind einige Bereiche instabil. „Es muss ausgeschlossen sein, dass es zu einem Hangrutsch kommt“, sagt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU).

Hintergrund ist, dass München bis 2040 seine Fernwärme nahezu komplett aus erneuerbaren Energien wie Erdwärme gewinnen will. Bisher ist die Stadt auf fossile Brennstoffe angewiesen. Schon 2022 geht das Steinkohlekraftwerk im Norden der Stadt vom Netz. „Im Rahmen der Umsetzung unserer Fernwärmevision haben wir unsere bestehenden Erdwärme-Konzessionen einer Potenzialanalyse unterzogen“, sagt SWM-Sprecher Michael Solic. „Dabei zeigte sich, dass wir in den Bereichen der Geothermieanlagen Kirchstockach und Dürrnhaar mitsamt ihrer Bewilligungsfelder zu wenige Untergrunddaten haben.“ Vibroseis-Fahrzeuge sollen diese Daten liefern. Die etwa 20 Tonnen schweren Gefährte senden Druckwellen ins Erdreich. Das Gestein in der Tiefe reflektiert das Signal und wirft es wie ein Echo zurück. Dem lässt sich entnehmen, wo und in welcher Tiefe heißes Wasser steckt. Ob die SWM in der Folge in Weyarn bohren, ist offen. „Es geht darum, den Untergrund zu erkunden. Wie man die Wärme nutzen kann, fragen wir im nächsten Schritt“, sagt Solic.

Wöhr hält eine Wärmegewinnung in Weyarn für unwahrscheinlich. „Die SWM müssten dann Leitungen verlegen, durch die heißes Wasser bis nach München fließt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirtschaftlich ist.“ Er vermutet, die SWM wollen nur Erkenntnisse über die Geologie der Umgebung ihrer Anlagen gewinnen. Weyarn selbst hat kein Interesse, seine heißen Quellen zu nutzen. „Da müssten wir 40 bis 50 Millionen Euro investieren. Dafür sind wir zu klein.“ Selbst die Marktgemeinde Holzkirchen habe ihre Geothermie-Anlage nur mit Mühe gestemmt.

Wie berichtet gibt es Zoff zwischen den SWM und Landkreis-Bürgern, weil die SWM die Wasserschutzzone ausweiten wollen.

Lesen Sie dazu auch:Wasserschutzzone: LfU fordert Verbote - sofort

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