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Klare Linie: TSV-Vorsitzender Wolfgang Troidl machte vor rund 130 Besuchern deutlich, dass der Verein am Altstandort keine Perspektiven mehr sieht.

Infoabend zum Sportzentrum Otterfing

TSV will an die Kreuzstraße

Otterfing - Der TSV Otterfing hat sich vor dem Bürgerentscheid zum Sportzentrum klar positioniert. Er setzt auf eine Verlagerung an die Kreuzstraße.

„Nur am Nordring kann der Bedarf für ein Sportangebot in Otterfing nicht gedeckt werden.“ TSV-Vorsitzender Wolfgang Troidl ließ beim Info-Abend am Dienstag, zu dem etwa 130 Bürger in den Otterfinger Hof gekommen waren, keine Zweifel an seiner Überzeugung. Es bestehe sogar die Gefahr, dass ganze Sparten künftig keinen Platz mehr hätten. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Troidl. Es war ein düsteres Bild, das Troidl zeichnete. Nur der Standort Kreuzstraße biete die Gewähr für die Entwicklung neuer Angebote.

Die Nachfrage sei jetzt schon groß: Senioren- und Behindertensport, Handball, Hockey, Geräteturnen, dazu Trendsportarten wie Slacklining, Energy-Dance, Fuwate, Speedminton, Tanzsport und Ballett. Nachgefragt werde das, könne am Nordring aber nicht angeboten werden. „Über neue Angebote oder gar neue Sportarten braucht man gar nicht erst nachzudenken“, sagte Troidl. So würden Aktive schon Räume in Kindergärten, das Pfarrheim oder Anlagen in umliegenden Gemeinden nutzen.

Der Verein zählt aktuell 1724 Mitglieder, davon 654 Kinder und Jugendliche. 63 Prozent der Mitglieder sind auch aktiv. Hertha Böhner, eine der Initiatoren des Bürgerentscheids, hinterfragte diese Zahlen: „Wie viele Mitglieder sind nicht in Otterfing gemeldet?“ Troidl schätzte die Zahl auf 200. Entscheidend für den TSV ist eine Dreifachturnhalle, die in Einfachhallen trennbar ist. Nur so könne das Angebot gehalten werden. Die neue Halle sollte zudem, anders als die alte Halle, auch wettkampffähig sein, also unter anderem eine Zuschauertribüne bieten. Ob diese Halle auch für Veranstaltungen nutzbar sei, lautete eine Frage. „Auf unserer Liste steht eine reine Turnhalle. Das ist der Bedarf“, sagte Troidl. Böhner kritisierte: „Das bedeutet eine zusätzliche Halle für Veranstaltungen.“ SPD-Gemeinderat Andreas Eichhorn warf die Frage nach der Finanzierung auf. Laut Böhner müsse der TSV etwa zehn Prozent Eigenleistung erbringen: „Das dürfte schwierig werden.“ Troidl räumte ein, dass der Verein bei einem Mitgliedsbeitrag von 30 Euro über wenig Finanzkraft verfüge. 22 000 Euro fließen über Beiträge in die Kasse. „Aber dieser niedrige Beitrag ist gewollt. Wir wollen, dass Otterfinger am Ort Sport treiben und sich das leisten können“, so Troidl.

Nicht angesprochen wurden die Betriebs- und Instandhaltungskosten, die bisher von der Gemeinde getragen werden. Laut einer aktuellen Aufstellung der Gemeinde zahlt das Rathaus für Wasser, Strom, Heizung und den Hausmeister jährlich etwa 83 000 Euro. Am energetisch deutlich besser aufgestellten Standort Kreuzstraße wären bis zu 50 000 Euro nötig. Der TSV soll, so die Absicht der Gemeinde, an den Unterhaltskosten mindestens beteiligt werden. Denkbar ist ein gedeckelter Jahreszuschuss der Gemeinde. Trotzdem könnte das höhere Mitgliedsbeiträge bedeuten. „Die Gefahr ist, dass dann Mitglieder austreten“, meinte Christl Stolz, ebenfalls eine Initiatorin des Bürgerentscheids. Umstritten auf der Bedarfsliste war die 400-Meter-Bahn, die nur an der Kreuzstraße möglich ist. Kosten: rund 300 000 Euro. Für Bürger Paul Pallauf eine verzichtbare Sportstätte. Wegen der Laufbahn müsse jedenfalls nicht an der Kreuzstraße gebaut werden: „Am alten Standort kann fast alles betrieben werden, wenn hier bei einigem guten Willen eine Dreifachturnhalle gebaut wird“, meinte  Pallauf. Troidl ließ sich von den Einwänden aber nicht beirren. Sein Schlussappell an die Anwesenden: „Entscheiden Sie für den Ort Otterfing und den Sport. Stimmen Sie mit Nein gegen den Standort Nordring.“

Von Siegfried Niedergesäss

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