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Bevor sich auch im Hofoldinger Forst eines Tages Windräder drehen, muss die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Windkraft Hofoldinger Forst wissen, ob dort genug Wind für einen rentablen Betrieb weht.

Windkraft im Hofoldinger Forst

Gutachten soll Klarheit schaffen

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Otterfing - 80 Hektar – so viel Fläche steht im Landkreis theoretisch für den Bau von Windkraftanlagen zur Verfügung. Ein Gutachten soll nun klären, ob und wo genau die millionenteuren Windräder überhaupt Sinn machen. Der Landkreis beteiligt sich mit maximal 27 000 Euro an den Kosten.

Bekanntermaßen ist der Landkreis der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Windkraft Hofoldinger Forst beigetreten, der außerdem der Landkreis München und die Gemeinden Otterfing, Aying, Brunnthal und Sauerlach angehören. Im Oktober wurde der Abschluss eines Standortsicherungsvertrags beschlossen, der gewährleistet, dass die potenziellen Flächen für die nächsten drei Jahre reserviert bleiben. Es geht um insgesamt 600 Hektar Vorrangfläche, rund 80 davon im Gemeindegebiet Otterfing. Das vom Kreistag zur Umsetzung beschlossene integrierte Klimaschutzkonzept sieht für den Landkreis den Bau von fünf großen Windkraftanlagen vor. Damit können rund sechs Prozent des Stromverbrauchs abgedeckt werden. 

Ob über dem Hofoldinger Forst freilich genug Wind für einen rentablen Betrieb weht, muss ein Gutachten klären. Die Kosten dafür liegen bei 150 000 bis 200 000 Euro, auf den Landkreis würden gemäß der Fläche rund 13,5 Prozent entfallen. „Das Gutachten dient als Entscheidungsgrundlage und ist der nächste konsequente Schritt“, sagte Leiter Florian Brand vom Fachbereich Umwelt- und Naturschutz am Landratsamt in der Sitzung von Umweltausschuss und Kreistag. Die Erhebung und Auswertung der Daten werde wohl drei Jahre Zeit beanspruchen. 

Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) sprach sich für die Beteiligung an den Kosten aus – und freute sich über die Kehrtwende von Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne). Der war laut Eglseder kürzlich bei einem Treffen in München angesichts der Haushaltslage noch auf die Sparbremse getreten. Der Bürgermeister signalisierte, dass seine Gemeinde auch bereit sei, selbst Geld in die Hand zu nehmen und damit den Landkreis-Anteil zu senken. „Wir wollen mitreden“, stellte er klar. Wichtig sei es, Messungen über das ganze Jahr hinweg anzustrengen. Alles andere verfälsche die Statistik. Verlässliche Daten seien unabdingbar. „Eine Anlage kostet zwischen sechseinhalb und sieben Millionen Euro“, berichtete Eglseder. Man spreche mittlerweile von Windrädern mit einer Nabenhöhe von 159 Metern. Für die Gemeinde allein sei die Investition nicht zu stemmen, daher auch der Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft. 

Rzehak verteidigte seine anfängliche Zurückhaltung. „Das Geld muss auch wieder reinkommen“, stellte er klar. „Wir können kein Defizit vertragen.“ Die Beauftragung des Gutachtens sei jetzt aber ein wichtiger Schritt. Otterfings Vizebürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FWG) hatte ihre Zweifel an den Windkraftplänen. „Die derzeit vorliegenden Gutachten können die Wirtschaftlichkeit nicht nachweisen“, sagte sie. Zeitdruck bestehe in ihren Augen nicht, man möge zunächst die Haushaltsberatungen in Otterfing abwarten. 

Umweltausschuss und Kreistag machten jedoch Nägel mit Köpfen und stimmten für die Beteiligung am Gutachten. Der Landkreis München möchte rasch loslegen, er übernimmt die Ausschreibung und Beauftragung. Landrat Rzehak wurde beauftragt, mit der Gemeinde Otterfing über deren Kostenanteil zu verhandeln.

Von Stephen Hank

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