Menschen schlendern im Ortskern über den Holzkirchner Winterzauber.
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Winterzauber Holzkirchen: Verweilende Grüppchen – so wie im Jahr 2019 – sind heuer nicht erlaubt. Es soll ein Weihnachtsmarkt zum Spazierengehen werden.

Pläne für drittes Adventswochenende

„Winterzauber light“ in Holzkirchen stößt auch auf Kritik bei Gemeinderäten

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Trotz Corona will die Gemeinde am dritten Adventswochenende einen Winterzauber light im Holzkirchner Ortskern veranstalten. Das Vorhaben erntete teils scharfe Kritik. 

Holzkirchen – Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) glaubt fest an den Erfolg der Veranstaltung: „Wir denken, dass wir den Menschen was Gutes tun.“ Auch wenn es angesichts der Pandemie nur ein abgespecktes Angebot gibt. Wie berichtet, findet am dritten Adventswochenende, am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Dezember, trotz Corona ein „Winterzauber light“ statt. Eben so, wie es in Zeiten von Lockdown light möglich ist. Anders als in den vergangenen Jahren tritt heuer nicht das Kultur im Oberbräu als Veranstalter auf, sondern die Gemeinde. Geplant ist ein Weihnachtsmarkt zum Spazierengehen, 26 Fieranten stellen ihre Buden rund um Marktplatz und Rathaus auf, die Münchner Straße zwischen Marktplatz-Ampel und Oskar-von-Miller-Platz wird für Autos gesperrt. Gastronomen bieten To-go-Gerichte an, die am besten zuhause gegessen werden. Parallel dazu haben am Samstag die Einzelhändler bis 19 Uhr geöffnet. Auf dem gesamten Gelände gilt Maskenpflicht.

Im Hauptausschuss, wo Standortförderin und Organisatorin Eva-Maria Schmitz jetzt das Projekt vorstellte, traf das Vorhaben nicht bei allen auf Gegenliebe.

Zunächst meldeten sich wohlwollende Stimmen zu Wort. Torsten Hensel (FWG) meinte: „Wir begrüßen es sehr, den örtlichen Einzelhändlern und Fieranten eine Plattform zu bieten.“ Gerade in diesen Zeiten sei das „ein Signal der Hoffnung“. Dennoch gab er zu bedenken: „Wir fahren auf Sicht.“ Steigen die Infektionszahlen, sei eine kurzfristige Absage nicht auszuschließen. Auch Sebastian Franz (CSU) befürwortete die Veranstaltung: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Menschen und der Gesundheit“, meinte er. „Aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber dem Einzelhandel.“

Aber es meldeten sich auch skeptische Stimmen zu Wort. „Ich sehe das sehr kritisch“, betonte Elisabeth Dasch (SPD). Sie hielt es für das falsche Zeichen, in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Co. eine solche Groß-Veranstaltung zu organisieren, die viele Leute in den Ortskern lockt. Schließlich habe Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, „dass wir zuhause bleiben sollen“. Hier sollte man sich solidarisch zeigen. Immerhin würden heuer die Schulen früher schließen, damit alle über die Feiertage gesund bleiben, denn: „Wir wollen alle Weihnachten in der Familie verbringen – und zwar geschützt.“ Darüber hinaus sei es in diesem Jahr kein richtiger Winterzauber. „Weil das Zauberhafte fehlt.“ Bürgermeister Schmid betonte, dass die aktuelle Bayerische Infektionsschutz-Maßnahmenverordnung den Markt „nicht verbietet“. Dasch konterte: „Aber man muss nicht alles ausreizen, was möglich ist.“

Martina Neldel (Grüne) schloss sich Daschs Kritik an. „Man ist zwiegespalten.“ Einerseits müsse was für Einzelhandel und Fieranten getan werden. Trotzdem hielt sie es ebenfalls für zweifelhaft, „nach außen hin was Großes zu veranstalten“. Auch wenn am Ende jeder Einzelne für sich selbst verantwortlich sei. Man solle daher „an jeden appellieren, sich entsprechend zu verhalten“. Sprich, sich an die Regeln zu halten.

Genau das kontrolliert laut Schmid ein Security-Dienst, den die Gemeinde engagiert, bereits beim Simon-Judi-Markt im Oktober überwachte ein solcher das Geschehen. Das habe gut funktioniert. Die Besucher sollen sich möglichst im Uhrzeiger-Sinn um das Rathaus bewegen. Die Sperrung der Münchner Straße an beiden Tagen sei bewusst dafür gedacht, Abstände zu gewährleisten. Martina Schweighofer (CSU) gab zu bedenken, dass bei schönem Wetter dann wieder „Chaos auf den Straßen“ herrsche. Standortförderin Schmitz ist sich aller Gegenargumente bewusst, aber: „Es gehört zu meinen Aufgaben, nach Möglichkeiten zu suchen, Wirtschaft und Handel vor Ort zu stärken.“

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