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Vor der Föchinger Turnhalle stehen Container, die als Sanitäranlagen und Küche dienen.

Föching: Helferkeis und Integrationsbeauftragte sind gewappnet

Zehn Asylbewerber ziehen in Turnhalle

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Föching - Zehn Asylbewerber sind am Donnerstag in die Föchinger Turnhalle eingezogen, die als Notunterkunft dient. In den nächsten Wochen sollen 20 weitere dort unterkommen.

Holzkirchens Integrationsbeauftragte Maria Korell saß  am Donnerstag  auf heißen Kohlen: Sobald die Asylbewerber kommen, bekomme ich einen Anruf“, sagte sie gegen Mittag. Denn die Ankunft erfolge immer recht plötzlich, selbst das Landratsamt erfahre das meist kurzfristig. Als es dann endlich soweit war, stürmte Korell in die Turnhalle nach Föching, um die Neuankömmlinge zu empfangen.

Denn in der Turnhalle, die als Notunterkunft dient, zogen gestern zehn männliche Asylbewerber ein. Laut Gabriele Dorby, Pressesprecherin im Landratsamt, stammen fünf aus Afghanistan, drei aus Albanien und je einer aus Eritrea und Somalia. Die Turnhalle biete Platz für insgesamt 30 Personen. Wann der nächste Schwung kommt, sei offen. „Angeblich bekommen wir zwölf pro Woche“, meint sie. Korell glaubt, dass die zweite Gruppe Mitte oder Ende nächster Woche eintrifft. „Ich finde es gut, dass sie schichtweise kommen und nicht gleich 30 aufeinmal vor der Tür stehen.“ So könne man sich besser um die Einzelnen kümmern.

Schon die Tage zuvor hatte das Landratsamt die Halle mit Stockbetten und Spinds ausgestattet. Draußen stehen Container für die Küche samt Herd, Kühlschrank, Waschmaschine und Trockner sowie die Sanitäranlagen für Männer. Falls später Frauen hinzukommen sollten, können diese die Sanitäranlagen im Inneren nutzen, erklärt Korell. Ihr zufolge halfen Asylbewerber, die in der Containerunterkunft an der Erich-Kästner-Straße leben, die Halle vorzubereiten.

Dort zeigten Korell und ein Unterstützerteam den neuen Asylbewerbern gestern, wie man die Öfen, Waschmaschinen und ähnliches bedient. Zudem mussten sie mithilfe der Helfer einen Fragebogen ausfüllen und darin erklären, woher sie kommen, welche Sprache sie sprechen und welche Schuh- und Kleidergröße sie haben. „Wenn sie etwas brauchen, organisieren wir etwas aus unserem Spendenlager“, so Korell. „Holzkirchen ist gewappnet“, denkt sie. Die Asylbewerber in der Unterkunft an der Erich-Kästner-Straße seien gut aufgefangen, nutzen die Sportangebote, gehen in Schulen und Berufsschulen, „manche haben sogar einen kleinen Job“. Und sie helfen mit, die neuen Asylbewerber zu integrieren, gehen mit ihnen zum Arzt. Auch die gut 50 Mitglieder des Helferkreises hätten inzwischen viel Erfahrung gesammelt.

Zum Standort in Föching, wo es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, sagt Korell: „Es ist wie es ist.“ Nach einer Einweisung durch die Polizei könnten die Bewohner Räder nutzen, um nach Holzkirchen zu gelangen. „Man findet eine Lösung“, meint sie. „Der Standort ist nicht ideal“, gibt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) zu. Aber es handle sich nunmal um eine Notsituation, um ein Provisorium. Er baue auf die Unterstützung der vielen Freiwilligen: „Der Helferkreis steht Gewehr bei Fuß.“ Auch Föchinger Helfer hätten sich inzwischen gemeldet.

Die Nutzer der Turnhalle, darunter die Sportfreunde sowie die Kindergärten Dorfspatzen und Montessori, müssen auf andere Räume ausweichen. „Es wurden für alle Alternativen gefunden“, sagt Löwis. Für die Kinder gebe es teilweise einen Fahrdienst. Vieles könne im Sommer außerdem draußen stattfinden. Bislang wohnten laut Dorby 55 Asylbewerber in Holzkirchen. Ihr Kontingent von 150 Flüchtlingen hat die Gemeinde trotz der Neuankömmlinge längst nicht erfüllt.

Deshalb und weil die Turnhalle nur als Provisorium angedacht ist, sucht das Landratsamt weitere Unterkünfte in Holzkirchen. Im Auge hat es ein Grundstück der Kirche im Gewerbegebiet Ost, wo Container entstehen könnten. „Aber das ist etwas zu eng“, meint Dorby. Diese Lösung wäre nur realistisch, wenn die Bebauung auf das Nachbargrundstück lappen würde. „Hierzu laufen die Verhandlungen mit dem Eigentümer noch.“ Wie lange das dauert und wie lange die Asylbewerber in der Turnhalle bleiben, sei noch offen.

Ein weiteres Problem ist die Unterbringung der anerkannten Flüchtlinge, der Fehlbeleger. Diese müssen aus den Gemeinschaftsunterkünften raus, meist sind die Gemeinden für sie zuständig. In Holzkirchen ist ein solcher Fehlbeleger aus Syrien in die alte Pfarrerwohnung eingezogen. Pfarrer Gottfried Doll lebt im Warngauer Pfarrhof. Und so findet sich immer wieder eine Lösung.

Von Marlene Kadach

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