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Ein stattlicher Packen: Annika Bier und Christian Seifert (r.) übergeben die Unterschriften gegen eine Bebauung des Fritz-Freund-Parks an Miesbachs Zweiten Bürgermeister Paul Fertl.

1300 Neins zu Bebauung des Fritz-Freund-Parks

Miesbach - Die Forderung ist ziemlich deutlich: „Hände weg vom Fritz-Freund-Park." Rund 1300 Unterschriften gegen die geplante Bebauung des Geländes sind nun im Miesbacher Rathaus gelandet.

Einen dicken Packen hatten Annika Bier und Christian Seifert mitgebracht. Zig Din A4-Blätter mit Unterschriften. Offiziell meldeten die Vertreter der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Fritz-Freund-Parks 1296 Unterschriften. Vorsichtshalber hatten sie 20 abgezogen. Den Packen überreichten sie Miesbachs Zweitem Bürgermeister Paul Fertl, der derzeit die Rathaus-Chefin Ingrid Pongratz vertritt.

Das Wichtigste: Es handelt sich nicht um ein Bürgerbegehren. Dazu fehlt es an den formalen Voraussetzungen. Die Stadt in ein Bürgervotum zu treiben, ist derzeit aber auch gar nicht die Absicht der Initiative. Seifert: „Wir hoffen, dass wir uns vorher einigen.“ Als klares Signal wollen Seifert und Bier die Unterschriften-Aktion aber durchaus verstanden wissen. „Die Resonanz hat uns positiv überrascht und bestärkt“, sagt Seifert. Denn großen Aufwand habe man beim Sammeln nicht betrieben. „Wir haben die Listen lediglich in Geschäften ausgelegt und sind vielleicht zwei Tage mit zwei Leuten dagestanden.“

Fertl gestand, dass auch er die geplante Bebauung des Parks kritisch sehe, trug bei der Übergabe aber die Mehrheitsentscheidung des Stadtrats und sprach auch über die Gründe. „Wir hatten einen ziemlich großen Gewerbesteuer-Einbruch von knapp zwei Millionen Euro“, sagte der Zweite Bürgermeister. Eine Lücke, die die Stadt nicht einfach so stopfen könne - etwa durch Einsparungen. Seiferts Aussage, er kenne genügend andere Grundstücke, die für eine Bebauung geeignet wären, hielt Fertl entgegen, dass die eine Frage ist, wem diese gehören, und die zweite, ob derjenige zum Verkauf bereit wäre. Ferner sei es für die Stadt schwer, neues Bauland auszuweisen, weil sie vom Landschaftsschutzgebiet „Egartenlandschaft um Miesbach“ quasi umzingelt sei. Dennoch „muss es eine organische Entwicklung geben dürfen“. Zur Haltung der Kommunalpolitiker versicherte Fertl: „Leichten Herzens macht das keiner.“

Wie berichtet, ist der Stadtrat im November den ersten Schritt zu einer Bebauung des Fritz-Freund-Parks gegangen. Die Entscheidung fiel mehrheitlich bei fünf Gegenstimmen. Im Entwurf des Bebauungsplans ist vorgesehen, dass auf rund 9000 der insgesamt 12 000 Quadratmeter mit zwei Einfamilienhäusern und vier Doppelhäusern bebaut werden. Der westliche Teil soll nicht angerührt werden. Wie viel Geld das der Stadt bringt, darüber gibt es Fertl zufolge keine konkreten Zahlen. Aber: „Dass das ein wertvolles Gelände ist, sieht ja jeder.“

Aus Sicht der Bürgerinitiative ist es als Naherholungsfläche zu wertvoll, als das man es bebauen dürfte. Bier: „Das ist als Park gedacht und der Stadt geschenkt worden. Wenn er weg ist, ist das endgültig.“ Damit gehe Miesbach eine der letzten Grünflächen im Stadtgebiet verloren. Eine Aussicht, die nach Auffassung der Interessengemeinschaft fatal ist. Neben einem Erholungsgebiet würden auch wertvoller Baumbestand und Lebensraum für Singvögel, Fledermäuse und Waldtiere verloren gehen.

Rund 1300 Bürger haben nun für den Erhalt des Parks unterschrieben - darunter, das räumte Bier ein, sicher auch einige Haushamer. Deren Signets würden bei einem etwaigen Bürgerbegehren abgezogen werden. Ob der Bebauungsplan für den Fritz-Freund-Park bei der nächsten Stadtratssitzung am 16. Januar auf der Tagesordnung steht, ist noch nicht geklärt. Fertl aber versprach: „Ich werde das der Bürgermeisterin zuoberst hinlegen.“

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