+
Feierliche Amtsübergabe: Harda von Poser (3.v.l.) übergibt den Kreisverbandsvorsitz des Kinderschutzbundes an Stefan Razeghi (2.v.l.).

Wechsel beim Kinderschutzbund

Harda von Poser gibt Vorsitz ab

Hausham - Harda von Poser gibt den Vorsitz beim Kinderschutzbund ab. In einer bewegenden Rede verabschiedete sie sich von ihrem Kreisverband, ihr „kleines Kind“, das ganz schön gewachsen ist.

Angefangen hat alles im Jahr 1979 mit nur 20 Gründungsmitgliedern, erinnerte sich Harda von Poser (71) bei ihrer Verabschiedung als langjährige Kreisverbandsvorsitzende des Kinderschutzbundes (KiBu). Heute ist der KiBu eine Organisation mit fünf Festangestellten, acht Honorarkräften für Projekte und 80 ehrenamtlichen Helfern für Kinderyoga, Elternkurse, Sprachförderung, Selbsthilfegruppen, Tagesmüttern und Ferienbetreuung. Wie groß der KiBu inzwischen ist, sah man auch an den rund 50 Gästen im festlich geschmückten Bürgersaal in Hausham. Mit dabei Landrat Wolfgang Rzehak, der von Poser eine „Idealistin mit Sinn fürs Reale“ nannte.

Bei ihrer Arbeit als Psychologin in einer Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, die schwierige Fälle betreut, kam von Poser damals die Idee: „Es wäre sinnvoll, etwas präventiv zu machen, bevor die Probleme zu groß werden.“ Die Basis dafür wurde im November 1979 bei der Gründungsversammlung im Gemeindehaus in Gmund gelegt. Seitdem hat sich das Projekt stetig entwickelt. Vom ersten Tag an baute von Poser den Verband mit auf.

Sie habe den KiBu immer wie ein weiteres Kind betrachtet, beschreibt die zweifache Mutter ihr Verhältnis zum Verband. Und in den vergangenen 35 Jahren ist das Kind ganz schön gewachsen. In ihrer Rede dankte von Poser daher auch allen anderen Helfern, den „Tanten und Onkeln“, die sich ebenfalls um ihr gemeinsames Kind kümmerten. „Wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich das alles gar nicht geschafft.“ Der KiBu brauche immer noch Zeit und Zuwendung. „Ich weiß, dass er das auch vom neuen Vorstand bekommt.“ Von Posers Nachfolger ist der einstimmig gewählte Kinderarzt Stefan Razeghi (44) aus Miesbach.

Die hochrangigen Gäste aus der Politik und vom Bundes- und Landesverband ließen ihre langjährige Mitstreiterin aber nicht einfach so ziehen. Es regnete regelrecht Gold- und Silberehrungen. Von Poser bekam für ihre langjährigen Verdienste als Vorstandsvorsitzende im KiBu die silberne und goldene Ehrennadel vom Deutschen Kinderschutzbund Bayern verliehen. Bei Kerzenlicht spielten ihr zu Ehren die beiden Schülerinnen Magdalena Liedschreiber und Maria Widmann auf der Harfe.

Von Poser hat als Chefin, Beraterin und Initiatorin über 30 Projekte und Angebote für Kinder und Eltern auf den Weg gebracht. Der Kinderschutzbund hat unter ihrer Leitung oft mit Neuem begonnen, mit Maßnahmen, die bis dahin wenig bekannt waren und noch nicht im Landkreis angeboten wurden. Bleibt zu hoffen, dass ihre Nachfolger so weitermachen. „Denn so wie wir heute mit unseren Kindern umgehen, so wird morgen unsere Welt aussehen“, erklärte von Poser abschließend.

von Daniel Wegscheider

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Miesbach: München gräbt uns das Wasser ab
München wächst – und das spürt auch das Umland. In einer großen Serie fragt die tz, wie sich der Boom rund um München auswirkt. Zum Beispiel im Landkreis Miesbach, …
Miesbach: München gräbt uns das Wasser ab
Schöner Wohnen in Schliersee: Wie klappt‘s? 
Eine Fülle von Anregungen zum Gestaltung der Ortsmitte in Schliersee ist nun in der Vitalwelt ausgestellt. Die Bevölkerung ist eingeladen mitzureden.
Schöner Wohnen in Schliersee: Wie klappt‘s? 
„Gangsta-Oma“: Mika Kloberg (11) siegt bei Vorlesewettbewerb
Mit seinem Lieblingsbuch „Gangsta-Oma“ hat Mika Kloberg (11) die Jury des Miesbacher Vorlesewettbewerbs überzeugt. Jetzt darf der Tegernseer Gymnasiast den Landkreis …
„Gangsta-Oma“: Mika Kloberg (11) siegt bei Vorlesewettbewerb
Klingeln für den guten Zweck: Caritas-Sammler hoffen auf offene Türen
Wo sie klingeln, öffnen sich die Haustüren: Von Montag, 26. Februar, bis Sonntag, 4. März, schwärmen die ehrenamtlichen Helfer wieder zur Caritas-Sammlung im Landkreis …
Klingeln für den guten Zweck: Caritas-Sammler hoffen auf offene Türen

Kommentare