Prägender Ortseingang: Der Hof zur Linken der B 472 soll von Brückmühl kommend nicht verbaut werden. Auch auf die Nähe zur Wasserschutzzone wurde hingewiesen. Beide Einwände wurden beachtet.
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Prägender Ortseingang: Der Hof zur Linken der B 472 soll von Brückmühl kommend nicht verbaut werden. Auch auf die Nähe zur Wasserschutzzone wurde hingewiesen. Beide Einwände wurden beachtet.

Abschied vom Außenbereich

Irschenbergs Ortsteil Aufham wird Innenbereich

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Der Ortsteil Aufham ist einer von 130 Weilern in der Gemeinde Irschenberg. Sein abgegrenztes Dasein ist nun vorbei. Die kleine Siedlung wird nun dem Hauptort zugeordnet. Die entscheidende Satzung dazu hat der Gemeinderat auf den Weg gebracht.

Weiler haben die Eigenheit, im Außenbereich zu liegen. Meist sind Bauernhöfe die Kristallisationspunkte für weitere wenige Häuser, die zusammenhängend kleine Siedlungen bilden. Allgemeiner Wohnungsbau ist dort nicht zugelassen, damit diese meist im Grünen liegenden Orte nicht ungezügelt wachsen. Es braucht zum Bauen eine sogenannte Privilegierung. So nennt das Baugesetzbuch den Ausnahmetatbestand, den es für die Entwicklung der Landwirtschaft bereit hält.

Keine Entwicklung ohne landwirtschaftlichen Status

Im Fall des Weilers Aufham wird das nun zum Problem. Die Landwirtschaft befindet sich dort auf dem Rückzug. Wer ohne bäuerlichen Betrieb dennoch bauen will, hat schlechte Karten. Konkret geht es um zwei Bauvorhaben: den Neubau eines Einfamilienhauses sowie den Abriss und Neubau eines Hauses.

Die Gemeinde hat deshalb aufgrund der Nähe zum Hauptort die Einbeziehung des Ortes beschlossen, der an der Grenze zu Brückmühl im Landkreis Rosenheim liegt. Die entsprechende Satzung hat der Gemeinderat nun einstimmig abgesegnet.

Erst Einbeziehungs-, jetzt Entwicklungssatzung

Zurückgelegt wurde dabei ein nicht ganz geradliniger Weg. Zunächst war geplant, eine Einbeziehungssatzung auf die Beine zu stellen. Mitten im Verfahren kam dann der Richtungswechsel, wie Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) berichtete: Aufgrund eines Personalwechsels bevorzugte man im Landratsamt auf einmal eine Entwicklungssatzung. Rein rechtlich macht das keinen wesentlichen Unterschied. Die neue Bezeichnung sei eben passender, erklärte der Rathauschef.

Mitteilungen werden beachtet

Gegen die beiden Bauvorhaben – der Neubau am nördlichen Ortsrand, der Abriss am südlichen – gab es im Rahmen der Beteiligung öffentlicher Träger keine großen Einwände. Lediglich der Markt Bruckmühl wies mit Blick auf den Denkmalschutz darauf hin, dass das Ortsbild mit dem alten Längshof von der Marktgemeinde kommend nicht verbaut werden soll. Das wird dadurch gelöst, dass sich der Neubau ebenfalls als langes Gebäude im Osten anschließt. Zudem wurde auf die 50 Meter entfernte Grenze zur Bruckmühler Wasserschutzzone hingewiesen. Da es sich dabei aber nur um Stufe 3 handle, gebe es keine Probleme, erklärte Geschäftsleiterin Irmgard Dinges.

Beim Abbruchgebäude im Süden erinnerte der Landesbund für Vogelschutz an die dort lebende Population der Fledermaus. Stellungnahme der Gemeinde: Das Haus wird erst abgerissen, wenn die Fledermaus ausgezogen ist – sprich umgesiedelt wurde.

ddy

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