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Kreidl: Sparkassen-Prüfer muss zum Rapport

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Von: Dirk Walter

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Georg Bromme äußerte sich erstmals. © fkn

Miesbach/München – Das ungehemmte Sponsoring der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee hat auch für die Kontrollgremien des Bankhauses Konsequenzen.

Das Innenministerium hat von der Prüfungsstelle des Sparkassenverbands einen Bericht zu den Vorkommnissen angefordert. „Wir haben sie um Stellungnahme gebeten, was sie zu den Vorwürfen sagen“, erklärte der Sprecher des Ministeriums gegenüber unserer Zeitung. Wie berichtet, war der Sparkassenvorstand soweit bekannt von den Aufsichtsorganen – Verwaltungsrat und Prüfungsstelle – nie in die Schranken gewiesen worden. Die Sparkasse Miesbach weist in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht zu verschiedenen Sponsoring-Aktivitäten selbst darauf hin. So heißt es zu einer Fahrt von 47 Kreisräten im Oktober 2011 zur „Shopping City“ Seiersberg in der Steiermark, zu der die Sparkasse 20 000 Euro zuschoss: „In den Prüfungsberichten des bayerischen Sparkassenverbandes für das Jahr 2011 ist die Kostenübernahme für die Fahrt nicht thematisiert.“

Die Prüfungsstelle ist wie der gesamte Sparkassenverband am Münchner Karolinenplatz ansässig, vom Verband aber organisatorisch und personell strikt getrennt. Aufsichtsorgan für die Prüfungsstelle mit 104 Mitarbeitern und einem eigenen „Prüfungsbereich Oberbayern“ ist das Innenministerium, das mit der Arbeit der Prüfer in diesem Fall offensichtlich unzufrieden ist. Gegenüber unserer Zeitung war die Prüfungsstelle zu keinerlei Stellungnahme bereit – sie beruft sich auf Verschwiegenheitspflichten.

Unterdessen hat auch einer der Hauptbeschuldigten in der Affäre, Ex-Vorstandschef Georg Bromme, über einen Anwalt erstmals eine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Er lege Wert auf die Feststellung, dass aus keiner der nun ans Licht getretenen Sachverhalte „ein persönlicher Vorteil“ für ihn angenommen werden könne. Sprich: Er habe sich nicht persönlich bereichert. Außerdem moniert der Anwalt, dass Bromme bisher nicht persönlich angehört worden sei – die bisherige Untersuchung habe daher einen „rechtsstaatlichen Makel“. Das Innenministerium bestritt dies. Die ersten Berichte seien eine Analyse, persönliche Verantwortlichkeiten würden danach geklärt. Darum bemüht sich auch die Staatsanwaltschaft München II, die bestätigte, dass „fünf oder sechs“ Anzeigen gegen Ex-Landrat Jakob Kreidl und vier weitere Personen eingegangen sind. Geprüft werde unter anderem der Anfangsverdacht von Vorteilsannahme und Untreue, sagte ein Sprecher.

Dirk Walter

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