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Der IHK-Regionalausschuss di skutierte in Hausham Möglichkeiten, um wieder mehr Jugendliche für eine Berufsausbildung abseits von Hochschulen zu gewinnen. Fragen gab es dazu auch an Agnes Wieser und Bruno Baumann (v.l.) von der Agentur für Arbeit in Rosenheim.

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen im Landkreis Miesbach

Alternativen zum Studium: Ausbildung braucht mehr Lobby

Dem Akademisierungs-Wahn die Stirn bieten. Dafür sprach sich der IHK-Ausschuss Miesbach aus. Alternativen zum Studium gibt es schließlich reichlich. 

Hausham Wie können Schüler und Eltern besser erreicht werden, wenn die Jugendlichen beginnen, sich beruflich zu orientieren? Diese Frage stand im Fokus bei einer Arbeitssitzung des IHK-Ausschusses Miesbach, der in der Erlebnisdestillerie Lantenhammer in Hausham zusammengekommen war. Außerdem mit dabei: Vertreter der SMG Standortmarketinggesellschaft Landkreis Miesbach, den Werteproduzenten, der Agentur für Arbeit Rosenheim und des Berufsschulzentrums Miesbach.

In einem waren sich die Teilnehmer einig: Dem Akademisierungswahn ist dringend die Stirn zu bieten. Das Image der Berufsausbildung muss gestärkt und damit dem Fachkräftemangel begegnet werden. „Gemeinsam müssen wir vor allem wieder die Eltern ins Boot holen“, sagte Petra Reindl, Vorsitzende des Ausschusses und Geschäftsführerin bei Sixtus. „Ihnen müssen wir die Vorteile einer beruflichen Ausbildung aufzeigen und sie zum Nachdenken bringen, ob es denn für ihr Kind nicht doch eine attraktive Alternative zum Studium gibt.“ Die Politik habe lange genug die falschen Signale ausgesendet. Die Akteure im Landkreis müssten ihre Kräfte bündeln und gemeinsam aktiv werden.

Neben der sehr erfolgreichen SMG-Ausbildungstour oder Azubi-Infoabenden kam auch die Idee einer eintägigen Ausbildungsmesse zur Sprache. Außerdem sollen AusbildungsScouts die Jugendlichen über die Vielfalt der Lehrberufe und die guten Karrierechancen nach einer Ausbildung informieren und so für die duale Ausbildung begeistern – ein Projekt des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags. Martina Rudolf, Regionalkoordinatorin bei der IHK, warb für diese Idee: „Gerade für kleinere Unternehmen können die Scouts, die als Botschafter ihrer Ausbildungsbetriebe draußen bei den Schülern unterwegs ist, kräftig die Werbetrommel rühren.“ Ihr Ziel ist es, 2017 mindestens 25 neue Scouts zu gewinnen. Zurzeit gibt es im Landkreis acht.

Hinsichtlich der Besetzung der Lehrstellen stelle sich die Situation im Landkreis zwar nicht ganz so dramatisch dar wie anderswo, berichtete Bruno Baumann von der Rosenheimer Agentur für Arbeit. Dennoch bleibe sie angespannt: Auf einen potenziellen Azubi kommen 1,2 Lehrstellen. Viele Jugendliche meiden vor allem den im Landkreis starken Tourismussektor oder wandern bereits zur Ausbildung direkt nach München ab.

Aktuell gibt es im Landkreis 220 der IHK zugehörige Ausbildungsbetriebe mit zurzeit 708 Azubis. Im vergangenen Jahr wurden 284 neue Verträge geschlossen, 72 Prozent davon im kaufmännischen und 28 Prozent im gewerblich-technischen Bereich.

Die Arbeitsmarktzahlen vom Februar im Landkreis Miesbach

Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis um 80 Personen auf 1768 angewachsen. Dennoch: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die Situation sogar verbessert, immerhin 67 Personen weniger suchen derzeit nach Arbeit. Damit sinkt auch die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. 

538 Personen meldeten sich neu beziehungsweise erneut arbeitslos, das entspricht einem Zuwachs von 20 gegenüber Februar 2016. 446 Personen, also 23 weniger als im Vorjahreszeitraum beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn meldeten sich mit 1240 Personen 44 weniger arbeitslos als im Vorjahr, gleichzeitig sank die Zahl der Abmeldungen von Arbeitslosen um 29 auf 880. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg im Februar um 45 auf 693, also 143 mehr als im Vorjahreszeitraum.

cmh/hb

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