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Momentan sind vier Klassen des Förderzentrums noch in Containern ausgelagert.

Architekten stellen Modell vor

Anton-Weilmaier-Schule: Erweiterung wird konkret

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Hausham - Seit 2009 müssen vier Klassen an der Anton-Weilmaier-Schule in Hausham in Containern lernen. Jetzt haben die Architekten ein Modell für die Erweiterung des Förderzentrums präsentiert.

Mit den Erweiterungsbauten ist es ja immer so eine Sache. Möglichst viel Platz sollen sie bieten, aber auch möglichst wenig auffallen. Eine echte Herausforderung für Architekten, vor allem, wenn der Altbau aus den 1980er-Jahren stammt. Bei der Anton-Weilmaier-Schule in Hausham ist das so. Entsprechend neugierig beäugten die Haushamer Bauausschussmitglieder nun das Modell für das Sonderpädagogische Förderzentrum, das die Münchner Architekten Ellen Dettinger und Tobias Zeitter und der Architekt des Landratsamtes, Andreas Geipel, bei der Sitzung mit ins Rathaus gebracht hatten.

So könnte die Anton-Weilmaier-Schule in Hausham Ende 2019 aussehen: Das Dach des Altbaus (Mitte) wird saniert, der neue Erweiterungsbau (links) bekommt ein zweigeteiltes Blechdach mit großen Oberlichtern. Die Turnhalle (rechts) bleibt unverändert.

Wie berichtet, leidet die Schule seit Jahren an akuter Raumnot. Abhilfe schafften damals Container, die der Landkreis 2009 neben dem Parkplatz des beengten Altbaus aufstellen ließ. Vier Klassen sind hier aktuell untergebracht. Doch das Aufatmen währte nur kurz. Schnell wurde klar, dass der Platzbedarf für Schüler mit geistiger und körperlicher Behinderung weiter steigen wird. Eine Tendenz, die bei der Planung der Schule noch nicht abzusehen war. So fasste der Kreistag im März dieses Jahres einen Grundsatzbeschluss, den Erweiterungsbau mit der mittlerweile ebenfalls notwendig gewordenen Generalsanierung des alten Schulgebäudes zu verknüpfen. Gesamtkosten des Projekts: rund 14 Millionen Euro, wobei der Landkreis mit gut 3,3 Millionen Euro an Fördermitteln rechnen kann.

Der Löwenanteil fließt in den neuen Erweiterungsbau aus Massivholz, der sich in Längsrichtung an das Südost-Ende des bestehenden Schulgebäudes anschließen soll. Die genauen Maße stehen noch nicht fest, Geipel rechnet aber mit 55 Metern Länge und 22 Metern Breite. Sechs neue Klassenzimmer und Therapieräume für Kinder mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, darunter auch schwerst mehrfach Behinderte, sollen auf zwei Geschossen Platz finden.

Das Dach ist zweigeteilt: An ein 13 Grad steiles Pultdach schließt sich in Richtung Altbau ein mit fünf Grad wesentlich flacheres Blechdach an. „Dadurch erreichen wir eine optimale Ausleuchtung der Klassenzimmer“, erklärte Dettinger. „Außerdem nehmen wir die gegliederte Dachform des Altbaus auf.“ Letzterer soll brandschutztechnisch und energetisch saniert und mit grauen Ziegeln eingedeckt werden. „Das passt besser zum Blech auf dem Neubau“, begründete Zeitter die ungewöhnliche und von der gemeindlichen Gestaltungssatzung abweichende Farbwahl.

Die Bauausschussmitglieder zeigten Verständnis und waren auch sonst mit der Planung zufrieden, stellten aber noch einige Detailfragen. „Können denn die Busse noch vor der Turnhalle wenden?“, fragte Georg Eham (CSU). Fahrzeuge für bis zu 24 Personen ja, sagte Geipel, größere Busse könnten die Haltebucht an der Tegernseer Straße nutzen. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) erkundigte sich nach der Optik des Blechdachs. „Glänzt das stark?“, wollte er wissen. Auch hier konnte Geipel beruhigen. „Das wird schnell matt.“ Hubert Lacrouts (CSU) beschäftigte die Frage nach der Heizungstechnik. Hier empfahl der Architekt, weiterhin auf Gas zu setzen, möglicherweise mit einem Blockheizkraftwerk. „Hackschnitzel lohnen sich momentan nicht“, erklärte er.

Definitiv lohnen soll sich hingegen der Ausbau der Anton-Weilmaier-Schule. Bis es so weit ist, gilt es noch einige Hürden zu überwinden. Als nächstes werde man das Konzept dem Kreistag, dem Haushamer Gemeinderat und natürlich auch den Nachbarn vorstellen, so Geipel. Dann geht es in die konkrete Entwurfs- und Genehmigungsplanung. 2017 könnten die Bagger anrollen, im Herbst 2019 wäre das neue Förderzentrum bezugsfertig.

„Wir sind froh, dass endlich angepackt wird“, sagte Zangenfeind. Auch Geipel bezeichnete das Modell als einen entscheidenden Schritt zu einer „sauberen Schullandschaft“. Am meisten dürften sich aber die Schüler und ihre Lehrer freuen. Nach genau zehn Jahren wäre die Container-Zeit endlich vorbei.

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