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Gesprächsrunde: Im Kulturhaus zur goldenen Parkbank kamen Helfer, Interessierte und Asylbewerber zu einem Diskussionsabend zusammen.

Podiumsdiskussion

500 Asylbewerber bis Ende des Jahres

Miesbach - Die steigende Zahl von Asylbewerbern hat der Landkreis bislang ordentlich bewältigt, doch die Herausforderung wird nicht kleiner. Auf rund 500 Menschen, die untergebracht werden müssen, wird sich der Kreis bis zum Ende des laufenden Jahres einstellen müssen.

Diese Zahl gab nun Martin Parzhuber, im Landratsamt zuständig für Ausländerangelegenheiten, bei einem Diskussionsabend im Kulturhaus zur goldenen Parkbank (Haindlkeller) in Miesbach bekannt. Aktuell liegt die Zahl bei 201 Asylbewerbern.

Einige davon waren zu dem Abend gekommen und berichteten, wie es ihnen im Oberland ergeht. Ein 18-jähriger Pakistani etwa. Er könne nicht verstehen, warum er von den deutschen Behörden keinen Pass bekomme, obwohl er doch schon sechs Jahre in Europa lebe. Ein Kongolese will sich vom Landratsamt „nicht mehr durchfüttern“ lassen, sondern eine Arbeit haben, die ihn ernährt. Und ein Nigerianer, der sich in Hausham als freiwilliger Helfer beim Roten Kreuz nützlich macht und auch als Schulweghelfer fungiert, möchte nicht als Asylsuchender, sondern als Mensch gesehen werden, der mit seiner Arbeit auch der deutschen Gesellschaft etwas geben könne.

Diesbezüglich seien die Miesbacher schon in der Pflicht, bekräftigte der 18-jährige Abiturient Richard Weininger. Er schwärmte von der Gastfreundschaft in der arabischen Welt und mahnte, die Miesbacher hätten die Pflicht, den Flüchtlingen, die in die Stadt kommen, zu helfen, einen Arbeitsplatz zu finden, um ihren „Traum vom freien Leben“ zu erfüllen.

Im Arbeitssektor habe man eine „ganze Reihe positiver Beispiele“ gefunden, berichtete Angela Mai, Mitglied des Arbeitskreis Asyl. Einige Flüchtlinge hätten ordentliche Beschäftigungen gefunden. Allerdings gebe es auch Firmenchefs, die die Not junger Ausländer ausnutzen und für volle Arbeitszeit einen Mini-Lohn von 450 Euro zahlen wollten.

Der Arbeitskreis Asyl, ein Zusammenschluss engagierter Menschen aus verschiedensten Organisationen, stellte an diesem Abend seine Arbeit vor und warb um weitere Helfer. Im Kreise der Anwesenden - etwa drei Dutzend Interessierte waren gekommen - gab es große Bereitschaft zur Mitarbeit, überwiegenden bei älteren Menschen.

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