+
Wo seine Aquarelle drauf sind, ist die Milch des Milchhofs Miesbach drin. Bilder des Heimatmalers Klaus Altmann (r.) zieren künftig die Tetrapacks des Unternehmens. Laut Geschäftsführer Harald Kirch passen sie perfekt zum Produkt. 

Tetrapacks mit Aquarellen

Milch, kunstvoll verpackt

Miesbach - Milch ist nicht gleich Milch. Und damit man auf Anhieb sieht, dass die Bayerische Bauernmilch des Milchhofs Miesbach ein hochwertiges Produkt aus der Region ist, bekommt sie eine kunstvolle Verpackung.

Ab März/April zieren die türkisblauen (Fettgehalt 1,5 Prozent) und grünen (3,5 Prozent) Ein-Liter-Milch-Tetrapacks aus Miesbach Aquarelle des bekannten Heimatmalers Klaus Altmann aus Rottach-Egern. Altmann widmete sich in seiner Kunst, die deutlich in der Region verankert ist, schon vielfach dem Miesbacher Fleckvieh. Nicht selten sieht man ihn auf den Weiden stehen und die hiesigen Rindviecher skizzieren oder fotografieren. Entsprechend kommen die Kühe dann auch rüber: authentisch, ehrlich, echt.

„Und genau das ist auch unsere „Bayerische Bauernmilch“, sagt Harald Kirch, Geschäftsführender Vorstand des Milchhofs Miesbach, in dem sich 350 Milchbauern (50 Prozent aller Landwirte) aus dem Landkreis genossenschaftlich zusammengeschlossen haben und ein Milchvolumen von 47 Millionen Kilogramm pro Jahr generieren. „Die Heimatbilder von Klaus Altmann passen einfach perfekt zu uns und unserer Milch. Und wir können uns damit auch von unseren Mitbewerbern unterscheiden“, glaubt Kirch. Denn der Begriff „Bayerische Bauernmilch“, der sich nicht schützen lässt, hat Nachahmer gefunden. Sogar im Discount-Angebot. Ob da aber auch überall gesunde Milch von Kühen mit Weidegang auf ebenso gesunden Wiesen und ohne Fütterung von gentechnisch verändertem Kraftfutter drin ist, lässt sich nicht nachprüfen.

Die Idee zur Bayerischen Bauernmilch als Qualitätssiegel kommt aber originär von den Miesbacher Genossen. „2008 wollten wir mit dieser Milch, für die wir einen Preis von fairen 40 Cent festschrieben haben, eine Grundlage für ein gesundes Wirtschaften bieten. Aus Verantwortung für die Landwirte, die ihrerseits verantwortungsvoll mit den Tieren und ihrem Land umgehen“, erklärt Kirch. Das war zu einer Zeit, als man in manchen Teilen Deutschlands unter 20 Cent für den Liter zahlte. Oder sie sogar einfach auf die Felder geschüttet wurde.

Bis 2012 hat man die Bayerische Bauernmilch aus Miesbach bundesweit vermarktet. Dann hieß der Slogan: „Aus Bayern für Bayern“. Und immer noch war es der Preis und die „Fairness vom Stall bis in die Stube“, also vom Erzeuger über den milchverarbeitenden Betrieb bis zum Verbraucher, die der Marke Bayerische Bauernmilch zugrunde lagen. Je mehr das Thema Regionalität bei Lebensmitteln eine Rolle spielte, desto bewusster wurden sich auch die Miesbacher Genossen, welches Qualitätsprodukt sie da auf den Markt brachten.

Schließlich sind viele der 350 Mitglieder Bergbauern mit besonders würzigen Wiesen für besonders schmackhafte und inhaltsstoffreiche Milch. Deshalb soll man der Miesbacher Milch ansehen, wo sie her ist. Auf der letzten Verpackungs-Version waren auf den Tetrapacks Fotos von Wilparting, einer Alm, einem feschen Dirndl und einer liegenden (hornlosen) Kuh abgebildet und das Gütesiegel „Garantiert aus der Bergregion Tegernsee-Schliersee“, die ja schließlich auch Öko-Modellregion ist. „Das war ganz gut“, meint Kirch, „aber mit den Kunstmotiven, die die Verbundenheit zur Region zeigen, wollen wir das Original und das Authentische noch weiter herausarbeiten, und dass wir ein ehrliches Produkt haben.“

Nicht zuletzt deshalb bleibt die vierte Seite der neuen Milchverpackungen, auf der bei der ersten Auflage der Künstler selbst vorgestellt wird, der Region als Kommunikationsmöglichkeit vorbehalten: Etwa als Werbefläche für den Tourismus oder andere regionale kulinarische Projekte. Und weil der Milchhof Miesbach bis 2018 in der Linie Bayerische Bauernmilch auch noch zwei Sorten Käse – einen Bergkäse und einen Großlochkäse – sowie Fassbutter, hergestellt nach klassischem Verfahren, auf den Markt bringen wird, hat Klaus Altmann im zurückliegenden Sommer und Herbst noch weiteres Fleckvieh porträtiert. Auch das Logo der Produktlinie ziert eine Altmann-Kuh – eine liegende, besonders entspannt genießende.


Alexandra Korimorth

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gemeinde wegen Kuhglocken angeklagt: Bürgermeister fürchtet Präzedenzfall
Ein Anwohner einer Viehweide will alle Kühe von der Weide klagen. Auch die Gemeinde Holzkirchen sitzt auf der Anklagebank. Bürgermeister Olaf von Löwis fürchtet …
Gemeinde wegen Kuhglocken angeklagt: Bürgermeister fürchtet Präzedenzfall
Ganz allein auf seinem Boot: Miesbacher will jüngster deutscher Weltumsegler werden
Vom Indischen Ozean über den Atlantik bis zum Pazifik und wieder zurück. Mit dem eigenen Boot die weiten Meere erkunden. Ein Kindheitstraum, den sich in Kürze ein …
Ganz allein auf seinem Boot: Miesbacher will jüngster deutscher Weltumsegler werden
Saftpresse für alle: Geben Sie hier ihre Äpfel ab
Frisch gepresster Saft für Alle - nicht nur für den Verbraucher gut, sondern auch für die Ökologie. Die Saftpresse in Gotzing freut sich über Apfel-Überschuss.
Saftpresse für alle: Geben Sie hier ihre Äpfel ab
Stümpfling und Sutten-Lifte fahren nicht mehr
Wanderer aufgepasst: Auf die beiden Sessellifte der Alpenbahnen Spitzingsee-Tegernsee darf ab jetzt nicht mehr gezählt werden. Die Lifte haben bis auf weiteres …
Stümpfling und Sutten-Lifte fahren nicht mehr

Kommentare