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Im Aufwind: die Bayernpartei-Kandidaten für den Kreistag mit Ex-Landtags-Kandidat Sepp Lausch (mittlere Reihe l.) und dem Landesvorsitzenden Florian Weber (vorne l.): (hinten v.l.) Hans Hort, Josef Estner, Leonhard Thurnhuber-Weber, Georg Huber und Marinus Thurnhuber (Mitte ab 2.v.l.) Anton Auer, Agnes Huber, Maria Klaus, Johann Schnitzenbaumer und Markus Weber sowie (vorne ab 2.v.l.) Martin Erhard, Nikolaus Schapperer, Ursula Hort, Helmut Neumüller und Lorenz Rinshofer.

Bayernpartei

Ein Hort für enttäuschte CSUler

Landkreis - Die Bayernpartei hat ihre Liste für die Kreistagswahl aufgestellt. Auf Rang sechs steht der Vorsitzende der Mittelstands-Union.

Bei Land- und Bezirkstagswahl ist mit einem Mal eine politische Kraft wieder aufgetaucht, die kaum einer noch auf der Rechnung hatte: die Bayernpartei. Bei der Bezirkstagswahl nahm sie landkreisweit locker die Fünf-Prozent-Hürde, ihr Direktkandidat Hans Triebel bekam zum Beispiel in Hausham über neun Prozent. Nun bläst die Bayernpartei zum Sturm auf den Kreistag.

Sie tut dies mit einem Donnerschlag: Auf Rang eins der nun in der Gotzinger Trommel aufgestellten Kreistagsliste steht mit Lorenz Rinshofer ein amtierender Kreisrat, der auf der CSU-Liste bereits einen aussichtsreichen Platz bekommen hatte. Nun hat der Warngauer die Seite gewechselt.

Einige Plätze weiter hinten findet sich ein weiterer Unions-Mann: der Holzkirchner Helmut Neumüller. Der ist noch Vorsitzender der Mittelstands-Union im Kreis Miesbach – kommissarisch. Er wird das Amt Anfang nächsten Jahres abgeben. „Ich möchte es ordentlich übergeben. Es hat sich bisher aber kein Nachfolger gefunden“, sagt er. Dann wird er der CSU den Rücken kehren. Seinen Schritt begründet der Wirtschafts-Ingenieur so: „Die CSU steht inzwischen so weit links, dass es für einen konservativen CSUler nicht mehr tragbar ist.“ Der ständige Sinneswandel etwa von Ministerpräsident Horst Seehofer sowie die enorme Steuerlast für den Mittelstand, gegen die die Union nichts unternehme, seien weitere Gründe. Allgemein regiere die CSU über die Köpfe der Bevölkerung hinweg. Mit seiner Unzufriedenheit ist Neumüller nicht allein. Beispiele wie der Wechsel von drei nicht mehr berücksichtigten CSU-Gemeinderäten zum Wiesseer Block (wir berichteten) bestätigen dies.

Neben Skeptikern der Ausgestaltung der Europäischen Union ist die Bayernpartei auch ein Sammelbecken für Menschen, den der Umgang mit der Landschaft Sorgen bereitet. Dies bekräftigt der Kreisvorsitzende Anton Auer. „Die Heimat darf nicht zubetoniert werden“, sagt der Waakirchner, der vom frischen Wind in der Partei etwas überrascht ist. „Das wir antreten, war der Wunsch der Mitglieder, die sind auf einmal durchgestartet.“ Eine Liste mit 28 Kanidaten – nicht alles Parteimitglieder – schickte die von rund 40 Interessierten besuchte Aufstellungsversammlung ins Rennen um die Kreistags-Mandate. Allerdings benötigt die Bayernpartei noch 350 Unterstützer-Unterschriften, um bei der Wahl zugelassen zu werden. Die Listen liegen in den nächsten Wochen in den Gemeinden im Landkreis aus.

Daniel Krehl

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