Spannt schon den Schirm auf für die ersten Badegäste: Bürgermeister Georg Kittenrainer.
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Spannt schon den Schirm auf für die ersten Badegäste: Bürgermeister Georg Kittenrainer.

Bürgermeister löst Versprechen ein

Aller Mängel zum Trotz: Alpenfreibad Bayrischzell öffnet wieder

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Manch einer hatte befürchtet, die Zwangspause 2020 sei das Ende des Alpenfreibads Bayrischzell. Doch weit gefehlt: Das Bad öffnet wieder - wenn auch mit der Gefahr von Einschränkungen.

Bayrischzell – Das Wasser schwappt bereits im frisch gestrichenen Becken, die Liegewiese ist gemäht. „Wir wollten das unbedingt noch in den Pfingstferien hinbekommen“, sagt Bürgermeister Georg Kittenrainer unserer Zeitung. Nicht nur wegen der lange Zeit unsicheren Entwicklung der Corona-Inzidenz im Landkreis, sondern vor allem auch wegen des eigentlich dringend sanierungsbedürftigen Zustands von Becken und Wärmepumpe sei die Öffnung des Alpenfreibads heuer ein ganz besonderer Kraftakt gewesen.

Wie berichtet, stand die Zukunft des Alpenfreibads im vergangenen Jahr lange auf der Kippe. Wegen Corona, aber auch wegen des Bürgerentscheids Ende November blieb die beliebte Freizeiteinrichtung im Herzen Bayrischzells 2020 komplett zu. Der Ausgang der Abstimmung lieferte dann ein klares Bild: Das Alpenfreibad soll an einem anderen Standort neu gebaut werden. Die ersten Pläne für ein Konzept anstelle des Minigolfplatzes am Seeberg kamen bekanntlich gut an. Doch das siegreiche Ratsbegehren enthielt noch einen zweiten Passus, der in der Diskussion ein bisschen untergegangen ist, erinnert Kittenrainer: „Bis der Neubau fertig ist, soll das alte Alpenfreibad geöffnet bleiben.“

Alpenfreibad ist Draufzahlgeschäft

Eine Zusage, die der Rathauschef unbedingt einhalten wollte. Wohlwissend, dass sich die ohnehin katastrophale Bilanz wahrscheinlich noch weiter verschlechtern wird. Schon in den vergangenen Jahren verbuchte die Gemeinde mit dem Alpenfreibad jedes Jahr ein Defizit von 180 000 Euro. Grund sind vor allem die permanenten Wasserverluste durch das undichte Becken. Weil die mit Frischwasser ausgeglichen werden müssen, steigt auch der Heizbedarf an. Den wiederum kann die ebenfalls altersschwache Wärmepumpe nur notdürftig leisten.

Lesen Sie auch: Freibäder im Landkreis Miesbach unsicher über Öffnungstermin

Wie gut und wie lange, kann der Rathauschef nicht abschätzen. Deshalb bereitet er die Bayrischzeller schon mal auf eine schwankende Wassertemperatur vor. „Wir können nicht garantieren, dass wir kontinuierlich 25 Grad haben werden.“ Auch ein Komplettausfall mit dann folgender Schließung des Bads sei jederzeit möglich. Größere Reparaturen werde man aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vornehmen.

Einschränkungen im Badbetrieb jederzeit möglich

Auch in personeller Hinsicht besteht weiterhin ein Engpass im Bad. Deshalb habe man die Öffnungszeiten ein wenig verkürzt, erklärt Kittenrainer. So hat das Alpenfreibad in den Ferien von 9 bis 19 Uhr, ansonsten von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet. Bei schlechtem Wetter bleibt es geschlossen. Wegen der nach wie vor geltenden Corona-Auflagen dürfen bis auf Weiteres maximal 200 Besucher gleichzeitig ins Bad. Ohne Terminbuchung, aber nur mit negativem Schnelltest.

Bei aller Unsicherheit freut sich der Bürgermeister, dass die Bayrischzeller – vor allem die Kinder – in diesem Sommer wieder schwimmen und planschen können. „Wir haben versprochen, dass wir es probieren. Also probieren wir es auch.“

sg

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