Leck und teuer: Weil das marode Becken des Alpenfreibads Wasser verliert und die veraltete Technik Geld verschlingt, ist Bayrischzell der Betrieb zu teuer. Wie es für das Bad weitergeht, entscheiden nun die Bürger: Bürgerbegehren, Ratsbegehren oder Schließung? Foto: Thomas Plettenberg
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Leck und teuer: Weil das marode Becken des Alpenfreibads Wasser verliert und die veraltete Technik Geld verschlingt, ist Bayrischzell der Betrieb zu teuer. Wie es für das Bad weitergeht, entscheiden nun die Bürger: Bürgerbegehren, Ratsbegehren oder Schließung?

Auszählung hat begonnen

Alpenfreibad Bayrischzell: Ratsbegehren gewinnt - Schwimmbad kann umziehen

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Die Bayrischzeller stimmen heute über die Zukunft ihres Freibads ab. Die Ergebnisse im Live-Ticker.

Update 20.31 Uhr: Der Bericht zum Entscheid

Als Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) am Sonntag kurz nach 19.30 Uhr das Endergebnis des Bürgerentscheids zum Alpenfreibad verkündete, war er gleich doppelt zufrieden. Einmal, weil die Wahlbeteiligung mit knapp 60 Prozent für einen Bürgerentscheid recht hoch ausfiel – bei Entscheiden in anderen Gemeinden hatten oft deutlich weniger Wähler abgestimmt. Kittenrainer: „Das ist ein Ergebnis mit Rückenwind.“ Andererseits, weil sich der Gemeinderat mit seiner Haltung durchgesetzt hat.

Das Ergebnis ist eindeutig: 460 (58 Prozent) der knapp 800 abgegeben Stimmen unterstützen das Ratsbegehren, 162 lehnten es ab. Das Bürgerbegehren bejahten 355 Wähler (45 Prozent), 341 stimmten mit Nein. Weil gleichzeitig 424 Wähler bei der Entscheidungsfrage dem Ratsbegehren den Vorzug gaben, dem Bürgerbegehren aber nur 320, steht das Ratsbegehren als Sieger fest. Weil beide Ergebnisse viele Stimmen bekamen, steht für Kittenrainer fest: „Die Mehrheit der Bayrischzeller wünscht sich ein beheizbares Warmfreibad. Punkt.“

Mit dem Ergebnis enden für Bayrischzell turbulente Wochen. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat auf Anregen des Bürgermeisters die Bayrischzeller befragt, ob der Ort weiterhin ein Freibad betreiben soll. Der Unterhalt des maroden Alpenfreibads war zu teuer geworden, eine Sanierung würde Millionen kosten. Eine Entscheidung dieser Tragweite, da waren sich Gemeinderäte und Bürgermeister einig, brauche die Unterstützung der Bevölkerung. Gleiches gilt für die Alternative, die Schließung des Bads. Mit dem Ratsbegehren wollten sie herausfinden, wie die Mehrheit denkt.

Die Fragestellung war einigen Bayrischzellern aber zu unkonkret. Sie wollten das Bad im gleichen Umfang und am gleichen Ort erhalten. Deswegen entstand das von Alexander Jonscher, Robert Mörtl und Barbara Wittmann eingereichte Bürgerbegehren, das die Frage des Ratsbegehrens um diese beiden Kriterien ergänzte.

Dem widersprachen wiederum Kittenrainer und viele Gemeinderäte. Das Bad im gleichen Umfang zu erhalten, sei unbezahlbar, meinten sie. Der Bürgermeister befürwortete den Neubau am Seeberg und bezahlbaren Wohnraum für Einheimische am derzeitigen Standort. „Diese Variante hat nun erste Priorität“, sagt Kittenrainer nach der Ergebnisverkündung. „Wenn es eine Möglichkeit gibt, werden wir das umsetzen.“

Auch Bürgerbegehren-Initiator Jonscher ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Gewonnen hat das Schwimmbad, das auf jeden Fall erhalten bleibt“, schreibt er in einer Mitteilung kurz nach der Bekanntgabe. „Wir gratulieren der Gemeindeverwaltung Bayrischzell.“ Er hofft: Vielleicht nehme diese einige engagierte Bürger mit ins Boot für die weitere Umsetzung.

Update 19.58 Uhr: Das Ergebnis ist endlich da

Das Ratsbegehren gewinnt! 460 (58 Prozent) der knapp 800 abgegeben Stimmen unterstützen das Ratsbegehren, 162 lehnten es ab. Das Bürgerbegehren bejahten 355 Wähler (45 Prozent), 341 stimmten mit nein. Weil gleichzeitig 424 Wähler bei der Entscheidungsfrage dem Ratsbegehren den Vorzug gaben, dem Bürgerbegehren aber nur 320, steht das Ratsbegehren als Sieger fest. Weil beide Ergebnisse viele Stimmen bekamen steht für Kittenrainer fest: „Die Mehrheit der Bayrischzeller wünscht sich ein beheizbares Warmfreibad. Punkt.“

Update 19.05: Ergebnis verzögert sich

Bayrischzell braucht für die Auszählung länger als geplant: Die Gemeinde rechnet mit einem Ergebnis für etwa 19.30 Uhr. 460 (58 Prozent) der knapp 800 abgegeben Stimmen unterstützen das Ratsbegehren. Das Bürgerbegehren bejahten 355 Wähler (45 Prozent). Weil gleichzeitig die deutlich Mehrheit der Wähler, die beiden Begehren zugestimmt hatten, bei der Entscheidungsfrage dem Ratsbegehren den Vorzug gaben, steht dieses als Sieger fest. Wahlbeteiligung: knapp 60 Prozent.

Update 18.29 Uhr: Vorübergehendes Endergebnis - was bedeutet das?

Zur Erinnerung: Heute verkündet Bayrischzell das vorläufige Endergebnis. Endgültig absegnen wird dieses morgen Abend der Abstimmungsausschuss. Das ist aber eher eine Formalie. Am Ausgang wird es nichts mehr ändern. Was die Gemeinde gleich verkündet, ist also die Zukunft des Freibads. Außerdem geht es um bezahlbaren Wohnraum und Investitionen auf Jahrzehnte.

Update, 18.10 Uhr: Wahllokal geschlossen, Auszählung beginnt

Die Wahl ist vorbei. Seit 18 Uhr hat das Wahllokal im Bayrischzeller Rathaus geschlossen. Auch Briefwahlen dürfen seit diesem Zeitpunkt nicht mehr abgegeben werden. Laut Rathaus-Geschäftsführer Josef Acher liegt die Wahlberechtigung nach ersten Schätzungen wohl um 55 bis 60 Prozent.

Die Gemeinde beginnt nun mit dem Auszählen der Stimmen. Das Ergebnis wird gegen 19 Uhr erwartet.

Heute entscheidet Bayrischzell die Zukunft des Alpenfreibads

Bayrischzeller - Die Bayrischzeller stimmen heute über die Zukunft ihres Freibads ab. Zur Wahl stehen drei Möglichkeiten:

  • Das Ratsbegehren von Gemeinderat und Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU), will das Bad erhalten, lässt sich aber dessen Verkleinerung und den Umzug auf die Anlage des Minigolf-Platzes am Seeberg offen. Dann könne am derzeitigen Standort bezahlbarer Wohnraum für Einheimische enstehen, hatte Kittenrainer angeregt.
  • Das Bürgerbegehren von Alexander Jonscher, Robert Mörtl und Barbara Wittmann will das Alpenfreibad ebenfalls erhalten - allerdings am gleichen Ort und im gleichen Umfang.
  • Lehnen die Wahlberechtigten beide Optionen ab, bleibt das Freibad geschlossen. Der Betrieb der maroden Einrichtung ist der Gemeinde zu teuer. Auch in diesem Fall könnte die Gemeinde auf dem Grundstück bezahlbaren Wohnraum schaffen, würde sich aber den Umzug des Bads an den Seeberg sparen. Setzt sich ein Begehren durch, ist es für den Gemeinderat ein Jahr lang bindend.

Alle Infos zur Abstimmung über das Alpenfreibad finden Sie hier

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