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Eine Kuh steht neben der anderen. Die Anbindehaltung hat viele Gegner.

Kleinteilige Landwirtschaft in Gefahr

Anbindehaltung: „Ein Verbot ist ein Existenzrisiko“

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Bayrischzell - Die Anbindehaltung von Kühen ist vielen Tierfreunden ein Dorn im Auge. Wird diese Form der Kuhhaltung aber verboten, können sich viele kleine Betriebe die Haltung nicht mehr leisten. 

Eine Kuh steht neben der anderen. Angebunden. Im Stall herumlaufen geht also nicht. Die Anbindehaltung gerät zunehmend in die Kritik. Aber ist sie wirklich so schlimm wie ihre Gegner behaupten? Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer hat an alle Gemeinden im Landkreis ein Positionspapier geschickt. Er glaubt, dass ein Verbot der Anbindehaltung für kleine Betriebe das Aus bedeuten würde. Ein Gespräch über Viehhaltung, die Macht der Großen und das Dauerthema Geld.

Herr Kittenrainer, ein Verbot der Anbindehaltung würde doch eine positive Änderung bedeuten, oder nicht?

Kittenrainer: Es ist schön, dass die Öffentlichkeit dem Tierwohl immer mehr Beachtung schenkt. Ein Verbot würde aber die kleinen Betriebe sehr treffen. Für sie sind die Kosten für einen Laufstall verhältnismäßig höher. Zwischen 10 000 und 15 000 Euro kostet die Umstellung pro Kuhplatz.

Und das können sich viele nicht leisten?

Kittenrainer: Ich habe in den vergangenen Jahren von vielen kleineren Bauern im Landkreis gehört, dass sie dann aufhören werden. Ein Verbot ist ein Existenzrisiko. Für mich persönlich ist jede Stalltür, die für immer zugeht, sehr schade. Irgendwann würde es pro Gemeinde noch zwei oder drei Großbauern geben. Die können sich einen Laufstall eher leisten. Es stellt sich aber die Frage, ob es den Tieren dann wirklich besser geht.

Wie meinen Sie das?

Kittenrainer: Wenn die Betriebe immer größer werden, kann es gut sein, dass die Kühe nur noch im Laufstall stehen. Die würden dann keine Weide mehr sehen. Viele der kleinen Betriebe hier haben im Sommer eine Weidehaltung. Die Kühe sind nur im Winter im Stall angebunden.

Ein Schreiben an den Landwirtschaftsminister

Wie sieht das denn bei Ihnen auf dem Hof in Geitau aus?

Kittenrainer: Wir haben bei uns auf dem Hof insgesamt 25 Milchkühe. Seit 2013 stehen die in einem Laufstall und sind im Sommer auf der Weide. Einen Laufstall haben wir deshalb gebaut, weil diese Form der Haltung ab einer größeren Anzahl von Kühen die Arbeit erleichtert.

Und trotzdem sind Sie gegen ein Verbot der Anbindehaltung.

Kittenrainer: Es geht mir darum, unsere kleinteilige Landwirtschaftsstruktur zu erhalten. Aber unter dem Druck der Öffentlichkeit wird das Verbot ohnehin kommen. Deshalb geht es nun darum, den Laufstallbau von kleinen Betrieben entsprechend zu bezuschussen. Sie sollten mehr gefördert werden als große Betriebe, die einfach erweitern wollen. Da hätten wir alle mehr davon.

Stehen die Gemeinden bei dieser Forderung hinter Ihnen?

Kittenrainer: Von elf der 17 Gemeinden habe ich bisher eine Rückmeldung, und die unterstützen das Positionspapier. Die Forderung kommt ja auch nicht nur von uns, sondern auch von vielen Verbänden. Mich hat etwa der stellvertretende Bauernverbands-Kreisobmann Heinrich Schwabenbauer gebeten, die Positionspapiere an die Bürgermeister zu verteilen. Sie kommen vom Bayerischen Bauernverband im Landkreis und dem Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern.

Wie stehen die Chancen, dass die Bitte erhört wird?

Kittenrainer: Wenn wir uns da jetzt positionieren, haben wir, glaube ich, gute Chancen. Mit der Rückmeldung der elf Gemeinden habe ich bereits ein Schreiben an den bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner verfasst. Ich wollte da nicht in Zeitverzug kommen und das möglichst schnell über die Bühne bringen. Wenn die anderen Gemeinden sich dann melden, werde ich das ebenfalls noch an das Ministerium weitergeben.

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