Franz Beckenbauer ging bei ihm ein und aus: Bekannter Promi-Wirt ist tot

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Seezugang wird geöffnet: das Wolfsee-Areal in Fischbachau.

Ausblick 2019

HSDO, ein Wallfahrts-Wirt und eine neue Seegemeinde

Das neue Jahr bringt für die Kommunen im Schlierach-/Leitzachtal einige Herausforderungen. Ein Überblick in Sektlaune, nicht immer bierernst. Und falls doch, steht die Prickelbrause ja schon gekühlt zum Runterspülen bereit.

Schlierach-/Leitzachtal – Wer im Sport Höchstleistungen vollbringen will, muss sich darauf ordentlich – und lange – vorbereiten. Übung macht den Meister, und das gilt auch fürs Geldausgeben – vor allem wenn man darin so untrainiert ist wie der Stadtrat von Miesbach. Der hatte in den vergangenen Jahren das Stadtsäckel zugetackert, sich jetzt aber ein großes Fernziel steckt, vergleichbar mit den Olympischen Spielen im Sport: die Sanierung des Warmfreibads, ein Millionenprojekt. 2019 hüpft sich Miesbach ein bisschen warm und schüttelt die Verkrampfung aus der Muskulatur: Lockermachen für das Millionenspiel und die europaweiten Ausschreibungen. Als Trainingsgelände hat sich der Stadtrat die Schulen ausgeguckt. Bei den fälligen Baumaßnahmen lautet die Devise: erst die (Schul)Pflicht, dann das (Bade)Vergnügen.

Hausham setzt derweil seinen Ideenwettbewerb HSDO fort – „Hausham sucht die Ortsmitte“. Auf der Kandidatenliste stehen: die Pfarrkirche St. Anton an der Naturfreundestraße, der Bahnhofsplatz und das Rathaus, wobei Letzterem nur Außenseiter-Chancen eingeräumt werden. Gefühlt steht es ja eh in Agatharied. Um die Verwirrung perfekt zu machen, haben sich die neuen Wohn- und Geschäftshäuser an der Tegernseer Straße selbst nachnominiert. Die werden ja auch als „neue Ortsmitte“ beworben. Der Konter-Schachzug der Gemeinde lautet bekanntlich: Rathaus auf S 18, also Umzug der Gemeindeverwaltung ins frühere Sparkassen-Gebäude an der Schlierseer Straße 18 – genau zwischen Bahnhof und Kirche. Wo wird Hausham seine Mitte finden? Die Köpfe rauchen weiter.

Das wird die Landkreis-Touristiker freuen: Mit Fischbachau bekommen sie 2019 eine weitere Seegemeinde dazu. Zwar sollen auf dem Areal des früheren Campingplatzes am Wolfsee nur Wohnhäuser und kein Hotel entstehen, einen öffentlichen Strandzugang soll es aber geben – mit allem Pipapo wie Café mit Bistro. Aaaaber: Die Marketing-Strategen von der ATS mögen sich doch bitte zügeln mit ihrem Werbe-Kreischen. Denn ihren Seezugang möchten die Fischbachauer lieber für sich alleine haben. Sonst rollt die Staulawine nicht zum Tegernsee und macht nicht am Schliersee Halt, sondern fällt auch ins liebliche Leitzachtal ein. Lieber nicht.

Nicht weniger als die Zukunft eines Postkarten-Idylls steht in Irschenberg 2019 auf dem Spiel. Wie geht es weiter mit dem Gasthof Moar in Wilparting? Vor allem den Wallfahrern ist zu wünschen, dass sie neben der berühmten Kirche St. Marinus und Anian sowie der Vituskapelle bald wieder einkehren können. Aktuell müssen sie für Café und Kuchen zum Dinzler nach Wendling ausweichen. Alternativ stehen Burger und Pommes bei McDonald’s auf dem Speiseplan. Ein ziemlicher Kulturschock nach dem Kirchgang. Doch die Pilger dürfen hoffen. Die Gemeinde ist mit einer Brauerei im Gespräch, die den Gasthof Moar übernehmen könnte.

Das Sudelfeld (Winter!) ist bereits rausgeputzt, als nächstes kommt das Alpenfreibad (Sommer!) dran: Bayrischzellhübscht seine touristischen Einrichtungen auf. Und über allem geistert in vielen Köpfen der Traum von einer Seilbahn vom Bahnhof rauf auf den Berg. Auf der Agenda für 2019 steht dieses Projekt zwar nicht, aber ein paar Gedankenspiele seien dennoch erlaubt. Wäre es nicht der nächste logische Schritt, die Höhepunkte Bayrischzells mit dieser Gondel zu verbinden? Talstation am Bahnhof, Mittelstation im Schwimmbad, Bergstation an der Piste beziehungsweise gleich am Speichersee (Winter und Sommer!). Skifahren und Wellness im Paket – und das alles ohne Auto. Träumen muss erlaubt sein – da braucht man bloß in Schliersee nachfragen.

Dort hat man zwischenzeitlich das Träumen allerdings eingestellt. Jahrzehntelang fantasierte die Gemeindepolitik von einer neuen Turnhalle. Damit ist jetzt Schluss: 2019 wollen die Schlierseer wirklich zum Spaten greifen. Ehrlich jetzt! Kein Schmäh! Nach den Outdoor-Epigonen Wasmeier, Schlickenrieder und Hinz könnten die künftigen Weltstars der Marktgemeinde dann tatsächlich Hallensportarten betreiben. Geräteturnen vielleicht – ist ja auch Schlierseer Tradition. Oder Volleyball. Dauert halt nochmal 40 Jahre, bis eine Olympische Sommermedaille von einem Schlierseer Hals baumelt. Vielleicht ist da aber schon das Luftmatratzenfahren olympisch und Schliersee auch ohne Medaille von Weltgeltung. Weil: Wer hat’s erfunden?

Und der Landkreis? Vermutlich denkt die Kreis-CSU gerade nach, ob Befangenheitsanträge – wie beim Wasserschutzzonen-Verfahren – nicht auch ein probates Mittel der Kreistagspolitik sein könnten. Wär doch prima, Landrat und Verwaltung bis zur nächsten Wahl stillzulegen. Sonst setzen Rzehak und seine Beamten am Ende all die Forderungen um, die die CSU neuerdings für ziemlich sexy hält, zuvor aber als Hirngespinste politischer Leichtmatrosen abgetan hat. Nicht auszudenken.

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