Bayrischzell: „Absolut qualitätvolle Ausstellung“ im Schulhaus
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Angeregte Gespräche über die Kunst und andere Themen entspannen sich während der Vernissage im Gang und in den Ausstellungsräumen im Bayrischzeller Schulhaus.
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Drei mannshohe Köpfe: „WIR“ heißt dieses Werk von Wieland Woytinnek aus Brannenburg.
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Diese Skulptur einer Tänzerin stammt von Konrad Broxtermann aus Waakirchen.
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Bayrischzell: „Absolut qualitätvolle Ausstellung“ im Schulhaus

„Schönheit zu erkennen, ist eine erlernbare Fähigkeit“

Bayrischzell: „Absolut qualitätvolle Ausstellung“ im Schulhaus

Bei der Eröffnung der Kunstausstellung im Bayrischzeller Schulhaus wurde deutlich, wie vielfältig bildende Kunst sein kann. Heuer wurden so viele Arbeiten wie noch nie eingereicht.

Bayrischzell Die Qualität dieser etablierten Bilderschau, die sich seit einigen Jahren in einem neueren, moderneren Gewand zeigt, scheint sich in Künstlerkreisen immer mehr herumzusprechen. Dies zeigten die Zahlen, die Bürgermeister Georg Kittenrainer in seiner Begrüßung mittteilte: Von 101 Bewerbern mussten 30 – nicht selten schweren Herzens – ausjuriert werden, sodass von 256 eingereichten Arbeiten noch 127 von 70 Künstlern (davon 28 aus dem Landkreis) den Weg in die Ausstellung fanden. Es fiel dem Gemeindeoberhaupt leicht, für die ebenso schlüssige wie feinfühlige Hängung durch den langjährigen Cheforganisator Klaus Gogolin lobende Worte zu finden. Der Jury bescheinigte er, „die richtigen Entscheidungen“ getroffen zu haben.

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Bayrischzell: „Absolut qualitätvolle Ausstellung“ im Schulhaus

In seinen Ausführungen gab Jury-Sprecher Dietmar-H. Kroepel Einblick in die alles andere als einfache Aufgabe: Durch die vielen Anmeldungen habe man eine breite Basis, gleichzeitig aber noch mehr die Qual der Wahl und eine entsprechend hohe Zahl der Abgelehnten. Es gebe immer „gesetzte Werke“, aber auch solche, die sich eben besser in die Ausstellungsgegebenheiten einfügten als andere, die individuell betrachtet jedoch durchaus ebenbürtig sind. „Schönheit zu erkennen, ist eine erlernbare Fähigkeit“, stellte Kroepel fest, bevor der Schirmherr, Landrat Wolfgang Rzehak, glaubwürdig bekundete, sogar seine Urlaubsplanung auf die Eröffnung der opulenten Bilderschau abzustimmen. Richard Nopper (Gitarre) und Tochter Maria (Harfe) sorgten dafür, dass die Vernissage auch diverse musikalische Farbtupfer abbekam.

Die Exponate zeigen sich in vier Bereiche aufgeteilt: Ein Raum beherbergt die „konkrete Abteilung“ mit Landschaften – davon zwei großformatige von „Neuzugang“ Burkhard Niesel –, Stillleben und Porträts. Ein zweiter zeigt freie, vornehmlich grafische oder farblich zurückgenommene Arbeiten etwa der Münchnerin Anni Rieck oder der „Lokalmatadorin“ Nele von Mengershausen.

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Der dritte große Raum gehört Werken, bei denen die Farbe, die Gestik und die Expression dominieren. Hier seien exemplarisch Gabriele Lampadius aus Bad Heilbrunn, Magdalena Nothaft aus Rosenheim mit ihren frechen, großen Porträts oder die Landkreis-Urgesteine Hilge Dennewitz, Lotte Koch oder das Ehepaar Hermenau erwähnt. In einem vierten Bereich, dem Gang, finden sich vor allem eindrucksvolle Fotoarbeiten und – als kritischer Beitrag perfekt in die Zeit passend – Tutti Gogolins Serie über „Die Plastikfalle“, ein Skulptur-Objekt und zwei Collagen in der ihr eigenen augenzwinkernden Weise.

Die vielfältige Kunstschau wurde nicht nur von zahlreichen Kunstinteressierten bestaunt, sondern auch von jemandem gelobt, deren Urteil etwas gilt: Monika Renner, ehemalige Münchner Stadträtin, 24 Jahre im Kulturausschuss und jetzt aktiv im Akademieverein, gefiel die „absolut qualitätvolle Ausstellung“, die eine „hervorragende Übersicht über die aktuellen Entwicklungen in der bildenden Kunst“ biete. Ein treffendes Urteil, dem außer der Empfehlung eines Besuches nichts hinzuzufügen ist.

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Bayrischzell: Öffnungszeiten der Kunstausstellung im Schulhaus

Geöffnet ist die Kunstausstellung in den kommenden drei Wochen dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr.

von Reinhold Schmid

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