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Willkommene Abfrischung: Angesichts der aktuellen Sommerhitze ist das Bayrischzeller Warmfreibad gut besucht. Wie seine Zukunft aussehen könnte, wird derzeit geprüft.

„Wir werden uns nicht von einzelnen Quertreibern entmutigen lassen.“

Nach anonymen Briefen: Bürgermeister stellt Fakten zum Warmfreibad klar

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Von wegen nur Naturfreibad: Anders als manche Kritiker im Ort verbreiteten, lässt Bayrischzell nun auch eine konventionelle Sanierung seines Schwimmbads prüfen.

Bayrischzell – Die Angst vorm unbeheizten Wasser erhitzt die Gemüter mancher Schwimmer in Bayrischzell. Etliche kritische Briefe zum möglichen Umbau des sanierungsbedürftigen Warmfreibads in ein Naturfreibad haben Bürgermeister Georg Kittenrainer erreicht. Leider seien nicht alle sachlich geblieben, berichtete Kittenrainer nun im Gemeinderat.

Kurz vor der Sitzung habe er die Zeilen eines anonymen Schreibers zu Gesicht bekommen. „Da waren übelste persönliche Angriffe drin“, sagte Kittenrainer und machte klar, dass er nicht bereit ist, so etwas hinzunehmen. „Da macht es mir keine Freude mehr.“ Noch deutlicher wurde Vize-Bürgermeister Egid Stadler. Es sei gut, wenn die Bürger ihre Meinung sagen. „Solche rotzfrechen Beleidigungen sind aber komplett daneben“, wetterte Stadler. Vor allem wenn man als Verfasser nicht den Schneid habe, seinen Namen zu nennen. Wer sich ernsthaft engagieren wolle, könne dies gern tun und beispielsweise einen Arbeits- oder Förderkreis gründen.

Wie berichtet, hatte in der jüngsten Sondersitzung des Gemeinderats ein Landschaftsarchitekt die Machbarkeitsstudie zum Umbau des Freibads in ein ungechlortes und unbeheiztes Naturfreibad vorgestellt. Zumindest einige Vorbehalte dieser Idee gegenüber habe man entkräften können, so Kittenrainer. Aber eben nicht alle.

Dies zeigte sich nun, nachdem die Gemeinde das Konzept für das neue Förderprogramm des Freistaats angemeldet hatte (wir berichteten). Eine Nachricht, die einige Gegner wie eine finale Entscheidung pro Naturfreibad interpretiert haben. Das jedenfalls ging aus einem – diesmal vorbildlich unterzeichneten – Brief von Warmbadverfechtern hervor, den Kittenrainer in der Sitzung vorlas. Die Verfasser hielten den Gemeinderäten unter anderem vor, sie würden das Interesse der Bürger am Fortbestand des Bads in seiner jetzigen Form ignorieren. Nur weil man sich in den vergangenen 20 Jahren nicht ausreichend um den Zustand gekümmert habe, habe man jetzt eine teure Naturbadlösung beantragt. Diese würde aber für noch weniger Besucher sorgen und letztlich die vollständige Schließung verursachen.

Das wollte Kittenrainer so nicht gelten lassen. Mitnichten habe man sich bereits final für ein Naturfreibad entschieden. „Wir prüfen ernsthaft weiter alle Alternativen“, stellte er klar. So habe man in der Vergangenheit immer wieder Angebote für Fachfirmen für eine Sanierung des Beckens eingeholt. Um eine neutrale Aussage zu bekommen, müsse man aber ein Ingenieurbüro ins Boot holen. Der Gemeinderat ermächtigte den Rathauschef einstimmig dazu, ein Konzept in Auftrag zu geben.

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Für mehr Gesprächsstoff im Gremium sorgte die harsche Kritik aus dem Ort. Auch Gemeinderat Florian Müller musste sich einiges anhören, berichtete er. Unter anderem, dass er sich zwar für Langlaufloipen einsetzen würde, nicht aber für das Schwimmbad. Hier gebe es einen entscheidenden Unterschied, so Müller: „Mit dem Langlauf schreiben wir mittlerweile schwarze Zahlen, mit dem Warmbad nicht.“

Damit sei Bayrischzell aber nicht allein, erwiderte Stadler. Deshalb werde man sich auch weiter für die bestmögliche Lösung einsetzen. Dem Gemeinderat Unwissenheit zu unterstellen, sei deshalb nicht fair, sagte der Vize-Bürgermeister in Richtung der Kritiker. „Bitte tut nicht so, als wären wir auf der Brennsuppe dahergeschwommen.“

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Dagegen verwehrte sich auch Kittenrainer. Den Förderantrag könne man seines Wissens jederzeit von einem Natur- auf ein Warmfreibad ändern. Aktuell sei nur entscheidend gewesen, überhaupt etwas abzuschicken. „Wenn wir das verschlafen hätten, wäre es erst recht förderschädlich gewesen“, stellte der Rathauschef klar. Und schickte ein deutliches Signal an die Absender der anonymen Briefe: „Wir werden uns nicht von einzelnen Quertreibern entmutigen lassen.“

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