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Auch die Nachbesserung des Zebrastreifens beim Kurpark (Schlierseer Straße) stand im Gremium zur Diskussion. Ebenso wie derjenige am Hotel Königslinde wird er abgebaut. 

Ein Ort bremst ab

Bayrischzell beschließt Tempo-30 an Ortseinfahrten

Die Gemeinde Bayrischzell will ihren Schilderwald im Ort ausholzen und auf den neusten Stand bringen. An den Ortseingängen kommen allerdings auch ein paar neue dazu.

Bayrischzell – Der Gemeinderat Bayrischzell hat die Ergebnisse der Verkehrsschau 2016 vorgestellt: Gemeinsam mit Polizei und Landratsamt hat die Kommune jüngst die Verkehrssituation – insbesondere die Verkehrsschilder innerorts – überprüft. „Es geht in erster Linie darum, was überholt ist und verbessert werden kann“, erklärte Bürgermeister Georg Kittenrainer. Er legte nun dem Gemeinderat die drei wichtigsten von 69 Punkten zur Abstimmung vor.

Zur Diskussion standen die Nachbesserung der beiden Zebrastreifen am Hotel Königslinde und beim Kurpark (Schlierseer Straße) sowie eine Tempo-30-Zone an den Ortseinfahrten Bayrischzell und Osterhofen. Ebenso die ausufernde Parkbeschilderung am Schwimmbad. „Die beiden Zebrastreifen im zentralen Ortsbereich entsprechen in keiner Weise irgendeiner Norm“, erklärte Bauamtsleiter Josef Acher und nannte die Kriterien dafür: Auf beiden Straßenseiten müssten diese als Fußgängerüberweg mit Schildern gekennzeichnet, in der Straßenmitte beleuchtet und der Gehsteig davor abgesenkt sein. Nun galt es zu klären, ob die beiden nahe beieinander liegenden Zebrastreifen noch rentabel sind oder aufgerüstet werden sollen.

Georg Kittenrainer plädierte dafür, beide abzuschaffen: „Da wir die Tempo-30-Beschilderung für den ganzen Ort wieder auf die Füße stellen möchten“, so der Bürgermeister.

Ratsmitglied Hanno Acher war anderer Meinung. Seiner Ansicht nach sei der Zebrastreifen am Kurpark besonders für Schulkinder wichtig. „Nicht alle fahren langsam und vorsichtig durch den Ort.“ Matthias Sobotta schlug vor, die Schulstraße, die in der Nähe der beiden Zebrastreifen Richtung Seeberg abzweigt und als sogenannte Spielstraße die Geschwindigkeit auf vier bis sieben Stundenkilometer limitiert, auf den Bereich der Schlierseer Straße am Kriegerdenkmal auszuweiten. „Das Problem verkehrsberuhigter Bereiche ist, dass diese baulich durch einen anderen Straßenbelag abgegrenzt sein müssen“, antwortete Josef Acher.

Die Schlierseer Straße im Bereich der jetzigen Zebrastreifen baulich durch Ausbuchtungen oder Kopfsteinpflaster umzugestalten, schlug auch Florian Müller vor: „Ein anderer Straßenbelag ist schöner als ein Fußgängerüberweg mitten im Ort, der die ganze Nacht leuchtet“, befand er. Vize-Bürgermeister Egid Stadler plädierte ebenso dafür, die Zebrastreifen abzuschaffen: „Theoretisch reicht dort eine 30er-Zone, wenn sich die Verkehrsteilnehmer daran halten, damit die Fußgänger sicher die Straße überqueren können.“

Burgi von Mengershausen schloss sich ihren Vorrednern an: „Langfristig den Bereich dort in eine verkehrsberuhigte Zone auszubauen, finde ich eine super Idee.“ Zudem münden die Schul-, Tiroler- und Michael-Meindl-Straße dort in die Schlierseer Straße. „Wir haben dort eine große Kreuzungssituation mit Rechts vor Links-Regelung. Da kann man nicht einfach durchrauschen“, betonte Josef Acher.

Letztlich stimmten dem Vorschlag, beide Zebrastreifen abzubauen und ein Jahr lang die Verkehrssituation zu beobachten, alle Räte mit Ausnahme von Hanno Acher zu. Auch mit einem Zebrastreifen könne kein Unfall ausgeschlossen werden, betonte Bürgermeister Kittenrainer, der sich bezüglich der Problematik auch beim Landratsamt erkundigt hatte. Einstimmig beschloss der Gemeinderat dagegen, die fünf Bayrischzeller Ortseingänge sowie die beiden Einfahrten bei Osterhofen mit Zone-30-Schildern auszustatten. „Das Tempo gilt dann für den ganzen Ort“, erklärte Josef Acher.

Ebenso wird der Park- und Schilderwald am Warmfreibad ausgeholzt. Vorgesehen ist nun, auf Höhe des Pumpenhauses eine Halteverbotszone einzurichten sowie den Bereich oben beim Schwimmbadeingang als Behindertenparkplatz auszuweisen. „Damit sparen wir uns zehn weitere Schilder“, sagte Acher. „Natürlich dürfen die Anwohner durchfahren.“

Daniel Wegscheider

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