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Helikopterverkehr in den Bergen: Die Mönche vom Kloster Scheyern lassen Baumaterial zur Geitauer Alm transportieren. Dort wird ein Stall gebaut. Wanderer reagierten verwundert.

Bauprojekt auf 1300 Meter Höhe

Deshalb richteten die Scheyerner Mönche eine Luftbrücke ein

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Schon wieder transportierte ein Hubschrauber schwere Lasten durch den Landkreis. Die nächste Privatparty? Ganz im Gegenteil: Die Mönche des Klosters Scheyern wollen bauen - auf 1300 Metern.

Bayrischzell – Michael Gartmaier ist auf dem Weg zur Aiplspitz. Plötzlich taucht über ihm ein Hubschrauber auf, der große Stücke in Richtung Geitauer Alm bringt. Er fragt sich, was da wohl per Luftpost unterwegs ist. Ob nun auch auf der Alm exklusiv gefeiert wird? Oben angekommen, sieht der Wanderer „große Holzteile und schweres Baugerät“, wundert sich, was die Mönche da wohl vorhaben. Immerhin zwölf Transportflüge zählt er an einem Tag.

„Es waren sogar 13 Flüge“, erklärt Pater Lukas, Abt des Klosters Scheyern, und lacht. Der Helikopter brachte Baumaterial zur Geitauer Alm, wo die Mönche einen kleinen Stall für Kälber und Ziegen bauen wollen. Elf auf fünf Meter darf dieser nur groß sein, damit er die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt und nicht das Gesamtbild der Alm stört.

Ein kleiner Stall also, der wenig Material braucht. Trotzdem gab es gute Gründe für die Luftbrücke. „Mit dem Auto hätten wir den Wegen zu viel Schaden zugefügt“, erklärt Pater Lukas. Der Helikopter sei umweltverträglicher gewesen. Der Zimmerer schnürte die Pakete, die Landwirtschaftsförderung half beim Transport – und schon konnte mit dem Stallbau begonnen werden.

Die Mönche brauchen die Unterbringung für die über 50 Ziegen, die sie auf der Alm halten, sagt Pater Lukas. Dazu kommen die Kühe und Ziegen der Sennerin, die auf der Alm eine kleine Käserei betreibt. Da „die Stürme ja auch eher mehr als weniger werden“, so der Pater, brauche das Vieh eine Unterkunft.

Viel Vieh, eine Käserei, ein neuer Stall – seit die Benediktiner im August 2015 die Alm übernommen haben, ist dort viel los. Damals hatte man sie der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee abgekauft und sich sofort an die Sanierung gemacht. „Es hat ein wenig gedauert, aber inzwischen funktioniert alles, und man kann die Alm gut nutzen“, bilanziert Pater Lukas zufrieden. Auch Schüler waren schon da, zum Beispiel in den Abi-Ferien oder bei Jahrgangstreffen ehemaliger Abiturienten.

Dass es so weit kam, ist vor allem den handwerklichen Fähigkeiten der Mönche zu verdanken. Vieles wurde in Eigenleistung saniert. Zum Beispiel konnten die Klosterbetriebe die Fenster selbst einbauen. Das hielt die Gesamtkosten unter 50 000 Euro. „Viel verdanken wir auch den hervorragenden Handwerkern in Bayrischzell“, fügt der Pater anerkennend hinzu. Die können sich mit dem Bau des Stalls jetzt dem nächsten Projekt widmen. Gemessen an der Geschäftigkeit ihrer Bewohner, wird es wohl nicht das letzte auf der Geitauer Alm sein.

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