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Bayrischzell für drei Wochen wieder Zentrum der bildenden Kunst im Landkreis

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v.r. Marcia Doll, Burkhard Niesel, Klaus Gogolin, Tutti Gogolin -
v.r. Marcia Doll, Burkhard Niesel, Klaus Gogolin, Tutti Gogolin - © CS

Bayrischzell ist erneut Zentrum der bildenden Kunst im Landkreis: Bei der 68. Auflage der traditionellen Kunstschau.

Bayrischzell – Bayrischzell ist erneut für drei Wochen das Zentrum der bildenden Kunst im Landkreis. Für die 68. Auflage der traditionellen Kunstschau in der kleinsten Landkreisgemeinde musste man jedoch umziehen: Sanierungsarbeiten in der Schule, dem Stammhaus der Ausstellung, zwangen die Organisatoren dazu, in den Saal des Katholischen Pfarrzentrums St. Margareth auszuweichen.

Bayrischzell für drei Wochen wieder Zentrum der bildenden Kunst im Landkreis

Dieser jedoch erwies sich als alles andere als eine Notlösung, im Gegenteil: Die Kompaktheit des Raums mit seiner luftig-offenen Dachkonstruktion bietet den Exponaten, von einer unabhängigen Jury sorgsam ausgewählt und von einem fachkundigen Organisationsteam harmonisch aufgehängt, einen stimmigen Rahmen. Ebenso wie die feinen Klänge der Harfenistin Barbara Gasteiger, die bei der Vernissage am Sonntag die Exponate geradezu umschmeichelten.

In seiner Begrüßung vor etwa 70 Besuchern, in der er seinen Stolz über die Rolle Bayrischzells in der regionalen Kunstszene nicht verbergen konnte, schlug Bürgermeister Georg Kittenrainer einen weiten Bogen von der Höhlenmalerei von vor 40 000 Jahren bis in unsere Zeit. „Die Kunst hat immer ihren Weg gefunden, sie ist ein elementarer Teil des Menschseins.“ Ganz so weit ging der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Olaf von Löwis, nicht zurück. Er begnügte sich damit, darauf hinzuweisen, wie in den 1950er Jahren ein Kulturkreis die jährliche Kunstschau ins Leben rief, dass sie seit 1989 in den Händen der Gemeinde liegt. Er bezeichnete sie als „Juwel“, zitierte Karl Valentin mit „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ und rief den Verantwortlichen zu: „Macht euch weiterhin viel Arbeit, die Gesellschaft braucht Kunst!“

Die, die sich die Arbeit machten, waren teils neue, teils langbewährte Gesichter: Burkhard Niesel und Marica Doll übernahmen die Organisation von Klaus Gogolin, der – unterstützt von seiner Frau Tutti – 18 Jahre lang die Fäden gezogen hatte. Der aber ließ es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr für Aufbau und Raumkonzeption zuständig zu sein. Was herauskam, kann sich sehen lassen: 49 Künstler zeigen 92 qualitätvolle Werke aus Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur (wohl aus Platzgründen schwächer vertreten als sonst) und Objektkunst.

Dabei fällt auf, dass von ihnen lediglich 18 aus dem Landkreis stammen. Die klassischen Motivgruppen wie Porträt, Landschaft und Stillleben sind ebenso in Unterzahl vertreten zugunsten freier abstrakter bis hin zu experimentellen Arbeiten. Und im Hinblick auf den Einsatz technischer Ausdrucksmöglichkeiten präsentiert sich eine weite Bandbreite. So arbeitet Evelin Hermenau mit Acryl, Papier und Pappe auf Holz, Kurt Gmeineder mit Acryl und Eisen, Andrea Mähner mit Menschenhaar und Blattgold, während Lukas Niedermeier Ritzungen in Lack und Gips vornimmt und Anni Rieck scheinbar Unvereinbares, nämlich Draht, Papier und Wachs, zusammenführt.

Die Formate reichen von sehr klein – etwa Annegret Bürgers Landschaft „Nach dem Regen“ – bis stattlich und deswegen entsprechend präsent – wie etwa Marica Dolls Triptychon „Asche“. Gerade dieser unerschöpfliche Fundus technischer Möglichkeiten in Kombination mit den Klassikern wie Öl, Acryl, Zeichnung, Radierung oder Collage macht die Ausstellung sehenswert und ermöglicht dem aufgeschlossenen Betrachter, immer wieder Neues und Spannendes zu entdecken.

Öffnungszeiten

Die Bayrischzeller Kunstausstellung ist noch bis Sonntag, 4. September, jeweils dienstags bis samstag von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

von Reinhold Schmid

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