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Braucht ein neues Dach: Das Bayrischzeller Alpenfreibad wird neu eingedeckt. Auch der angrenzende Spielplatz wird heuer renoviert. 

Haushalt verabschiedet

Bayrischzell holt erstmal Luft

Die kleinste Gemeinde des Landkreises hat sich für heuer das Sparen auf die Fahnen geschrieben. Denn 2019 steht eine teure Investition an.

Bayrischzell – Sparen statt Bauen: Der Haushalt der Gemeinde Bayrischzell setzt heuer mehr auf die Tilgung von Schulden anstatt auf große Investitionen. Zum Jahresende wird die Gemeinde zudem ihre Verschuldung auf rund 2,07 Millionen Euro abbauen – mit fallender Tendenz für die kommenden Jahre. Der Etat, den Bürgermeister Georg Kittenrainer zusammen mit Kämmerer Josef Teucher im Gemeinderat vorstellte, beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von rund 5,3 Millionen Euro. Der Gemeinderat segnete den Haushaltsentwurf einstimmig ab.

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Derzeit sei die wirtschaftliche Lage bei Bund, Ländern und Gemeinden positiv, berichtete Kittenrainer. Auch Bayrischzell werde im Vergleich zum Vorjahr eine gestiegene Leistungsfähigkeit verzeichnen. „Steuereinnahmen und Zuweisungen sind auf einem sehr erfreulichen Niveau, damit können wir vernünftig arbeiten.“ Obwohl die Gemeinde im vergangenen Jahr viel investiert habe, habe sie auf eine geplante Kreditaufnahme verzichten können, berichtete der Bürgermeister. Doch auch heuer stünden etliche Pflichtaufgaben auf der Agenda.

Fest im Etat eingeplant ist die Sanierung des Spielplatzes am Schwimmbad. Wie berichtet, investiert die Gemeinde dafür rund 27 000 Euro in neue Geräte. Auch die Erneuerung des Schwimmbaddaches steht auf dem Programm. „Dort wurden asbesthaltige Dachplatten entsorgt, und es wird jetzt neu eingedeckt“, erklärte Kittenrainer. Die Kosten belaufen sich – zusammen mit der Vernetzung der Banden am benachbarten Multifunktionsplatz – auf rund 30 000 Euro. Mit 60 000 Euro bezuschusst die Gemeinde die Renovierung der denkmalgeschützten Seelenkapelle auf dem Friedhof. Zudem gibt sie etwa 50 000 Euro für Kanalsanierungen aus.

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Die bereits 2017 begonnene Straßensanierung in Geitau ruht hingegen bis auf Weiteres. Und das zugunsten der Anwohner. Mit Blick auf die geplante Abschaffung der Straßenausbaubeiträge erklärte Kittenrainer: „Ich hoffe, dass wir unseren Geitauer Bürgern das bereits gezahlte Geld wieder zurückerstatten können.“ Aber solange die Gemeinde keine Rechtssicherheit habe und nicht wisse, ob es Fördermöglichkeiten vonseiten des Freistaates gebe, „machen wir nicht weiter“, sagte Kittenrainer. Von der Sanierungspause betroffen sind neben Geitau auch die Schlierseer Straße und Michael-Meindl-Straße in Bayrischzell sowie die Ortsdurchfahrt in Osterhofen.

Sollte für die Straßensanierungen kein Nachtragshaushalt notwendig werden, möchte die Gemeinde 100 000 Euro an Schulden tilgen. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, betonte Kittenrainer. So seien in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen nötig: Derzeit erstellt die Gemeinde ein Sanierungskonzept für das Alpenfreibad. „Ob wir das durchführen können, hängt auch von staatlichen Fördermitteln ab“, erklärte der Bürgermeister.

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Eine weitere Großbaustelle ist die sogenannte Rieder-Brücke in Geitau. Eine Ingenieursprüfung habe ergeben, dass Handlungsbedarf bestehe. Diesen sieht Kittenrainer auch in Bezug auf die Schulden. „Sonst holen sie uns irgendwann ein.“ Und die Leidtragenden wären dann zukünftige Generationen.

Daniel Wegscheider

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